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"Der gehört meiner Frau!" Politiker wird wegen Anti-Brexit-Aufkleber kritisiert und verteidigt sich wie ein Gentleman

John Bercow hat einen schwierigen Job – er leitet die emotionalen Brexit-Debatten im Parlament. Und soll dabei neutral sein. Aber Bercow soll diesen Sticker an sein Auto geklebt haben: "Bollocks to Brexit" – "Der Brexit ist Schwachsinn". Am Mittwoch greift der Abgeordnete Adam Holloway ihn deswegen während der Brexit-Debatte persönlich an.
"Wir alle haben in den vergangenen Monaten in Ihrem Auto einen Sticker mit abfälligen Aussagen über den Brexit gesehen." 
"Nein, das ist ein wichtiger Punkt in Sachen Parteilichkeit! Haben Sie das Auto mit diesem Sticker gefahren"
Bercow unterbricht den Abgeordneten und setzt zur Verteidigung an. Wortgewaltig, aber höflich wie ein britischer Gentleman.
"Der einzige Grund, warum ich hier unterbreche – und ich hoffe, Sie verzeihen mir das – ist, dass es einen Fehler in der Rede gab." Ich bin sicher - und das meine ich sehr ehrlich - das war ein unbeabsichtigter Fehler. Aber es war ein Fehler. Der Abgeordnete sagte, dass in den vergangenen Monaten ein Sticker an meinem Auto bemerkt worden sei. Dieser Sticker zum Brexit ist befestigt an oder klebt an der Windschutzscheibe von dem Auto... ... meiner Frau. Genau. Und ich bin mir sicher, dass der Abgeordnete nicht für eine Sekunde andeuten wollte... ... dass eine Ehefrau das Hab und Gut ihres Ehemanns ist. Sie hat ein Recht auf ihre eigene Meinung. Dieser Sticker gehört mir nicht. Und damit wäre das Thema beendet.“
Der Brexit selbst ist hingegen nicht durch. Die Abgeordneten stimmen am Dienstag über den Vertrag mit der EU ab.
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Im britischen Unterhaus diskutieren die Abgeordneten um die Zukunft ihres Landes. Mitten in der Debatte greift ein Abgeordneter den Sprecher des Parlaments an, dessen Aufgabe es ist, neutral zu sein. John Bercow pariert mit einer starken Antwort.

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