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Vor laufender Kamera: "Schrecklich, furchtbar, zerstörerisch": CNN-Moderator geht auf Donald Trump los

Dem CNN-Moderator Don Lemon platzte der Kragen. Nach den Briefbomben an prominente Kritiker des US-Präsidenten und an seinen Arbeitgeber holte der Journalist zum Frontalangriff auf den Mann im Weißen Haus aus – vor laufender Kamera.

Inzwischen sind es zehn Briefbomben, die in den Vereinigten Staaten an prominente Kritiker von US-Präsident Donald Trump geschickt wurden. Der Secret Service, das FBI und Mitarbeiter anderer Sicherheitsbehörden sind rund um die Uhr im Einsatz, um den oder die Absender der Postsendungen zu fassen, auch die Hintergründe der Taten sind noch unklar. Während die Ermittler noch ihrer Arbeit nachgehen, geht in den USA die Diskussion um die politische Kultur im Land weiter.

CNN-Moderator Don Lemon platzte jetzt der Kragen – vor laufender Kamera. Auch sein Arbeitgeber, der als liberal geltende Nachrichtensender, wurde zur Zielscheibe: Am Mittwoch wurde das Time-Warner-Center in New York evakuiert, nachdem auch dort ein verdächtiges Päckchen einging. In dem Gebäudekomplex hat CNN seine Sendestudios. Die Moderatoren mussten das Gebäude während der laufenden Sendung verlassen.

CNN-Moderator teilt gegen Donald Trump aus

Verletzt wurde niemand, die Polizei stellte die verdächtige Sendung sicher. CNN-Moderator Lemon weiß aber, dass es auch hätte anders ausgehen können. Er holte zum emotionalen Rundumschlag gegen Präsident Donald Trump aus.

"Ich hasse das Wort zwar, aber ich bin angepisst, weißt du warum?", fragte er seinen Gesprächspartner und CNN-Kollegen Chris Cuomo. "Ich hätte um dich trauern können, du hättest um mich trauern können. Wir hätten beide unsere Kollegen verlieren können." Lemon kritisierte das Verhalten Donald Trumps: "Die Person, die sich selbst Präsident der Vereinigten Staaten nennt, hat nicht die Eier, seine Rolle in der ganzen Angelegenheit einzugestehen."

Lemon bescheinigte Trump eine "schreckliche, furchtbare, zerstörerische Rhetorik". Sie führe dazu, dass "jemand eine Bombe an den Arbeitsplatz schickt, die dich und deine Kollegen töten könnte". "Trump sitzt da macht uns, die Opfer, zu Tätern. Das ist widerlich", so der Journalist mit Blick auf die jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten.

Zeigte sich Donald Trump nach den ersten Meldungen über die Explosiven Postsendung zunächst präsidial und rief zur Geschlossenheit auf, schaltete er wenig später um auf Attacke und machte die Medien erneut für die extreme Polarisierung in der politischen und gesellschaftlichen Debatte verantwortlich. "Ein großer Teil der Wut, die wir in der Gesellschaft sehen wird durch die absichtlich falsche und ungenaue Berichterstattung der Mainstream-Medien verursacht", twitterte der US-Präsident und gab so den Zielen der Bomben eine Mitschuld.

Tatsächlich ist es aber auch Donald Trump selbst, der das gezielte Verunglimpfen und Herabwürdigen politischer Gegner und missliebiger Medien immer wieder als Mittel der Auseinandersetzung einsetzt. Zuletzt feierte der Präsident beispielsweise öffentlich einen gewalttätigen Angriff gegen einen Journalisten des britischen "Guardian" durch einen republikanischen Kongressabgeordneten. Auch zahlreiche Pressekommentatoren sehen eine Mitschuld Donald Trumps an der aktuellen Eskalation.

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