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Attacke gegen Cuomo und Co. Trump wirft US-Gouverneuren in Coronavirus-Streit "Meuterei" vor





Die Coronavirus-Pandemie hat die USA fest im Griff. Doch US-Präsident Donald Trump will die Wirtschaft so bald wie möglich wieder in Gang bringen. Deswegen ruft Trump den siebenköpfigen "Beirat für die Wiedereröffnung Amerikas" ins Leben.


Die Mitglieder sind bekannte Gesichter: Präsidententochter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner sind dabei. Außerdem sind auch Mitglieder aus Trumps Kabinett dabei. 


Eine Grafik der Mitglieder auf "Fox News" ist ein gefundenes Fressen für die Twitter-Gemeinde: "Kein einziger Ökonom oder Gesundheitsexperte". 


"Möge Gott uns beistehen."


Trump: "Wir haben ganz viele schlaue Menschen. Ich glaube, sie werden uns gut beraten. Wir wollen sicher vorgehen aber müssen unser Land wieder öffnen." 
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Zwischen US-Präsident Trump und Gouverneuren mehrerer US-Bundesstaaten gibt es einen Streit um mögliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Trump will schnell zur Normalität zurückkehren, New Yorks Gouverneur Cuomo mahnte Vorsicht an. Trump sprach daher von "Meuterei".

US-Präsident Donald Trump hat Gouverneuren im Streit um mögliche Lockerungen der strengen Corona-Regelungen eine "Meuterei" vorgeworfen. Trump schrieb am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter in ironischem Tonfall, der Abenteuerfilm "Meuterei auf der Bounty" sei einer seiner Lieblingsfilme. Eine "gute, altmodische Meuterei ab und an" sei "aufregend und belebend anzuschauen, insbesondere wenn die Meuterer so viel vom Kapitän benötigen". Das sei "zu einfach".

In einer weiteren Twitterbotschaft warf Trump dem New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo vor, ihn in der Coronavirus-Krise regelmäßig um medizinisches Material "anzubetteln". "Ich habe alles für ihn und alle anderen erledigt, und jetzt will er anscheinend Unabhängigkeit. Das wird nicht passieren." 

Trump will schnell zurück zur Normalität

Zwischen Trump und mehreren Gouverneuren ist zuletzt ein Streit über eine mögliche Rückkehr zur Normalität nach der Coronavirus-Pandemie entbrannt. Der Präsident will die Wirtschaft im Wahljahr 2020 so schnell wie möglich in Gang bringen. Gouverneure wie der Demokrat Cuomo mahnen ein vorsichtiges Vorgehen an, um ein Wiederaufflammen der Pandemie zu verhindern, und wollen ihr Vorgehen untereinander abstimmen.

Trump sagte am Montag aber, er habe in der Frage "absolute Machtbefugnisse", die Gouverneure könnten "nichts ohne die Zustimmung des Präsidenten tun". Von den Gouverneuren kam sofort Widerspruch: "Wir haben keinen König, wir haben einen gewählten Präsidenten", sagte Cuomo und warnte Trump vor einem "diktatorischen" Verhalten.

Er wolle aber nicht mit Trump streiten, sagte Cuomo weiter. "Der Präsident hat es offensichtlich auf einen Streit bei diesem Thema abgesehen und das Schlimmste, was wir in dieser Situation machen können, ist mit politischer Spaltung anzufangen." Er wolle weiter partnerschaftlich mit dem Präsidenten zusammenarbeiten, sagte Cuomo. "Er wird hier keinen Streit finden, das werde ich nicht zulassen." 

Trump zeigt sich versöhnlich

Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Ex-Vizepräsident Joe Biden, schrieb auf Twitter, er kandidiere nicht für das Amt des "Königs von Amerika": "Ich respektiere die Verfassung. Ich habe die Verfassung gelesen."

Bei einem Auftritt im Weißen Haus äußerte sich Trump etwas später am Dienstag dann wieder versöhnlicher. Dort erklärte er, die Entscheidung über eine Lockerung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens werde "ziemlich schnell" fallen – und zwar gemeinsam mit den Gouverneuren.

Trump dringt sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl auf eine rasche Rückkehr zur Normalität. Faktisch wurden die strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie – etwa Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen – aber von Gouverneuren verhängt. Die Trump-Regierung hat auf nationaler Ebene lediglich Empfehlungen zum Abstandwahren abgegeben.

Die USA haben inzwischen mehr als 580.000 bestätigte Coronavirus-Fälle und mehr als 23.500 Todesopfer – die höchsten Zahlen weltweit. Allein im Bundesstaat New York starben bislang 10.834 Menschen, wie Gouverneur Cuomo am Dienstag sagte.

rw DPA AFP

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