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Anschuldigungen gegen Obama: Das steckt hinter Trumps unglaublichen Vorwürfen

Donald Trump hat auf Twitter seinem Vorgänger Barack Obama vorgeworfen, ihn abhören zu lassen. Belege lieferte er nicht. Hinter den schwerwiegenden Anschuldigungen stecken Gerüchte, in denen es aber nie um Abhöraktionen ging.

Donald Trump hat wieder auf Twitter zugeschlagen. In vier Tweets, die der US-Präsident am Samstag postete, erhob er schwere Vorwürfe gegen Barack Obama persönlich. Sein Vorgänger habe angeordnet, sein Telefon im Trump-Tower während des Wahlkampfes abhören zu lassen. Trump bezeichnete Obama als "kranken Typen".

Politische Kommentatoren glauben, dass Trump mit seinen Tweets von den Vorwürfen gegen seine Administration ablenken wolle, die im Zusammenhang mit den Russland-Kontakten erhoben werden und gerade das politische Washington erschüttern. Sein nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn musste deshalb schon seinen Hut nehmen, jetzt ist Justizminister Jeff Sessions unter Beschuss seitens der Opposition und der Medien.

Trump bezieht sich auf wohl rechte Website "Breitbart"

Offenbar bezieht sich Trump bei seinen Vorwürfen, die in rechten Radio-Shows vorgetragen wurden. Am Freitag griff die rechtspopulistische Website "Breitbart", ein Sprachrohr Trumps, die Vorwürfe auf: "Obama bemühte sich darum, und erhielt möglicherweise, die Erlaubnis, das Trump-Wahlkampfteam abzuhören."


Der "Breitbart"-Artikel beruft sich auf die Aussagen des rechten Radiomoderators Mark Levin. Es wird der angebliche Ablauf des Vorgangs nachgezeichnet, der angeblich deutlich mache, dass Obama persönlich die angeblichen Abhöraktion angeordnet habe. 

Obama weist Vorwürfe zurück 

Beweise oder konkrete Hinweise liefert der Artikel nicht. Und auch Trump nannte in seinen Tweets ebenfalls keine Belege. Er bezieht sich mit seinen Anschuldigungen wahrscheinlich auf Untersuchungen, die FBI und Geheimdienste 2016 in seinem Umfeld vorgenommen haben sollen. Ziel der Überprüfung sollen finanzielle Verbindungen aus Trumps Umfeld nach Russland gewesen sein.

Dass es solche Untersuchungen gegeben haben soll, ist allgemein bekannt. Auch die großen Zeitungen des Landes wie die "New York Times" hatten über mögliche Untersuchungen geschrieben. Dabei sei es aber nur um Bankkonten von Trump-Leuten gegangen. Von Abhöraktionen, wie jetzt von Trump ins Spiel gebracht, war nie die Rede gewesen. Abhöraktionen wie die unterstellte müssten von James Comey angeordnet werden, dem Chef des FBI, nicht vom Weißen Haus.

Donald Trump

Donald Trump ist mächtig unter Druck und schlägt - wieder mal - zurück

Dennoch reagierte Obama auf Trumps Vorwürfe. Er habe niemals das Abhören irgendeines US-Bürgers angeordnet, teilte Obamas Sprecher Kevin Lewis mit.

tis