HOME

Syrien-Krieg: "Russland, mach dich bereit" - Trump kündigt Raketen auf Syrien an, Kreml mahnt zur Besonnenheit

Die Rhetorik zwischen den Großmächten USA und Russland im Syrien-Krieg wird schärfer. US-Präsident Donald Trump kündigt einen Militärschlag in Syrien an und warnt Russland.

Wladimir Putin, Syrien, Donald Trump

Der Ton zwischen dem Kreml (hier: Russlands Präsident Wladimir Putin, l.) und dem Weißen Haus (US-Präsident Donald Trump) im Syrien-Konflikt gewinnt an Schärfe (Archivbilder)

Eskaliert der Krieg in Syrien endgültig? Ein Tweet von US-Präsident Donald Trump nährt Befürchtungen, dass es in dem Bürgerkriegsland zum Kräftemessen zwischen den Großmächten USA und Russland kommen könnte. Nachdem sich das Weiße Haus in den vergangenen Tagen die Möglichkeit eines Militärschlages in Syrien offengelassen hat, präzisierte Trump in einem Tweet seine Pläne und kündigte einen Raketenangriff an.

Per Twitter erklärte er in martialischen Worten: "Russland schwört, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien geschossen werden. Mach dich bereit, Russland. Sie werden kommen, schön, neu und intelligent! Ihr solltet nicht Partner von einem Giftgas einsetzenden Tier sein, das sein Volk umbringt und es genießt!"

Die russische Regierung teilte mit. man werde jegliche US-amerikanische Rakete auf syrischen Hoheitsgebiet abfangen. "Sollte es einen Angriff von Seiten Amerikas geben, werden die Raketen abgeschossen und die Objekte angegriffen, von denen sie abgefeuert wurden", sagte Alexander Sassypkin, russischer Botschafter im Libanon im libanesischen Fernsehen, wie die Agentur Interfax meldete.

Donald Trump mit verwirrendem zweiten Tweet

Kurz nach seiner Ankündigung eines Angriffs auf Syrien und der Drohung aus Russland schlug der US-Präsident plötzlich wieder versöhnlichere Töne an. Die Beziehungen zu Russland seien so schlecht wie nie zuvor. Dafür gebe es jedoch keinen Grund. Trump erklärte, Russland brauche für seine Wirtschaft die Zusammenarbeit aller Nationen. Der US-Präsident fragte: "Wettrüsten stoppen?"

Zuvor hatte der Kreml die USA zur Besonnenheit aufgerufen. "Hoffentlich vermeiden alle Länder Schritte", sagte Sprecher Dmitri Peskow in Moskau der Agentur Tass zufolge. Dies gelte vor allem für Maßnahmen, die die ohnehin fragile Situation in der Region weiter destabilisieren könnten. 

Hintergrund für die gegenseitigen Bedrohungen ist ein mutmaßlicher Giftgasangriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma im Südwesten des vom Bürgerkrieg gebeutelten Landes. Die USA machen die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al Assad dafür verantwortlich. Russland erklärte hingegen, die Rebellen hätten den Angriff inszeniert.

mit Material von AFP und DPA/