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Eklat bei Pk nach Midterms: Donald Trump geht auf CNN-Mann Jim Acosta los: "Sie sind eine furchtbare Person"

"You are fake news!" Als Donald Trump während seines ersten Presseauftritts den CNN-Korrespondenten Jim Acosta abkanzelte, ging das um die Welt. Seither hat sich das Verhältnis der beiden Männer nicht gebessert. Das wurde während der Pressekonferenz nach den Midterms überdeutlich.

"Eine schreckliche Person!": Trump attackiert CNN-Reporter – sehen Sie hier den Eklat im Video

Jim Acosta ist ein anerkannter politischer Journalist in den USA. Als Hauptstadtkorrespondent des TV-Senders CNN genießt er hohes Ansehen. Nicht so allerdings bei US-Präsident Donald Trump. Der bevorzugt das Programm von Fox News und kann sich mit der kritischen Haltung von CNN so gar nicht abfinden. Das bekam Acosta während der Pressekonferenz im Weißen Haus nach den Midterms am Mittwoch überdeutlich zu spüren.

Wie schon vor zwei Jahren, als Trump Acosta während eines Pressetermins nach seiner Wahl zum Präsidenten mit den Worten "You are fake news!" beschimpfte, kam es auch diesmal vor den Augen und Ohren der Weltöffentlichkeit zu einem Eklat. Trump zettelte auf offener Bühne einen handfesten Streit mit dem CNN-Reporter an. "Sie sind eine furchtbare, unverschämte Person", fuhr der Präsident den Acosta an. "CNN sollte sich schämen, dass Sie für die arbeiten." Und wenig später: "Wie Sie (Pressesprecherin) Sarah Huckabee behandeln, das ist furchtbar, und wie sie andere Personen behandeln, das ist furchtbar. Sie sollten Menschen so nicht behandeln", las Trump Acosta vor aller Öffentlichkeit die Leviten.

Donald Trump nennt CNN erneut "Feind des Volkes"

"Wenn Sie Fake News in die Welt setzen, was CNN tut, dann sind Sie der Feind des Volkes", fuhr er fort. Der Reporter hatte Fragen zu den laufenden Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller gestellt. Ebenso hatte er Trumps Äußerung im Wahlkampf kritisiert, bei der Flüchtlings-Karawane in Mexiko handele es sich um eine Invasion. "Wissen Sie was. Sie sollten mich das Land fürhen lassen. Und Sie kümmern sich um CNN", begann der Streit noch moderat. "Das ist jetzt genug", wehrte Trump danach mehrfach Nachfrageversuche Acostas ab.

Der US-Präsident sprach während der Pressekonferenz ferner von "feindseligen Medien". Mehrmals forderte er Journalisten auf, den Mund zu halten. Dabei wirkte er innerlich aufgebracht und entfernte sich mehrfach von seinem Rednerpult. Einen Journalisten, der Jim Acosta als guten Kollegen verteidigte, hielt Trump entgegen: "Ich bin auch kein großer Fan von Ihnen." Acosta lies sich auf die Wortgefecht nicht ein, stellte aber - äußerlich ruhig - immer wieder Nachfragen. Selbst als eine Mitarbeiterin ihm das Mikrofon entreißen wollte, blieb er ruhig, hielt das Mikro fest, entschuldigte sich bei der Mitarbeiterin und fragte danach erneut nach - wenn auch vergeblich.

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dho mit / DPA