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Atomkonflikt: Trump kontert Kim: Ich habe einen "viel größeren" Atomknopf

US-Präsident Donald Trump lässt auch im neuen Jahr keine Gelegenheit aus, gegenüber dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un mit den Säbeln zu rasseln. Dieses Mal geht es um die Größe ihrer Atomknöpfe.

Im Nordkorea-Konflikt geht das Säbelrasseln trotz Signalen der Dialogbereitschaft zwischen Seoul und Pjöngjang weiter. US-Präsident Donald Trump schrieb am Dienstag (Ortszeit) auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter, er habe einen "viel größeren und mächtigeren" Atomknopf als der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-Un. Zuvor hatten die USA die Erwartungen an mögliche Gespräche zwischen Süd- und Nordkorea gedämpft.

In seinem Tweet bezog sich Trump auf eine Äußerung Kim Jong-Uns, der in seiner Neujahresansprache mit den Worten "Der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch" erneut mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht hatte. "Kann jemand aus seinem ausgelaugten und ausgehungerten Regime ihm bitte sagen, dass ich auch einen Atomknopf habe", schrieb Trump auf Twitter. "Aber er ist viel größer und mächtiger als seiner, und mein Knopf funktioniert!"

Nordkorea präsentiert sich gesprächsbereit

In seiner Neujahresansprache hatte Kim Jong-Un allerdings nicht nur einen Einsatz von Atomwaffen angedroht, sondern gegenüber Südkorea auch Dialogbereitschaft signalisiert. So deutete er an, sein Land könne an den Olympischen Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang teilnehmen.Südkorea schlug daraufhin Gespräche auf hoher Ebene am 9. Januar vor. Der südkoreanische Vereinigungsminister Cho Myoung Gyon sagte, dabei könne über die Winterspiele gesprochen werden, aber auch über andere Themen zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen.

Donald Trump dämpft Erwartungen an Dialog

Die USA machten allerdings rasch deutlich, dass sie wenig von dieser Initiative erwarten. "Wir werden die Gespräche nicht ernst nehmen, wenn sie nichts unternehmen, um alle Atomwaffen in Nordkorea zu verbannen", sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, in New York.

In Nordkorea sei ein "sehr rücksichtsloses Regime" an der Macht. "Wir glauben nicht, dass wir ein Heftpflaster brauchen, und wir glauben nicht, dass wir lächeln und ein Foto machen müssen", sagte Haley. Die USA würden eine nukleare Aufrüstung Pjöngjangs "niemals akzeptieren".

Trump hatte mit Blick auf mögliche Gespräche zwischen Süd- und Nordkorea am Dienstag zunächst geschrieben: "Vielleicht ist das eine gute Nachricht, vielleicht nicht - wir werden sehen."

Ungeachtet internationaler Proteste und verschärfter Sanktionen treibt Nordkorea seine atomare Aufrüstung voran und richtet immer wieder Drohungen gegen Südkorea und die USA. Im September testete das international isolierte Land eine Wasserstoffbombe. Ende November brüstete sich Nordkorea mit dem Test einer Interkontinentalrakete und erklärte, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen.

fs / AFP