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Nach abgesagtem Treffen: Trump wettert weiter gegen Super-Bowl-Gewinner und NFL-Profis

Donald Trump stichelt via Twitter weiter gegen das Football-Team der Philadelphia Eagles. Kurz zuvor hatte der US-Präsident den Super-Bowl Gewinner vom Treffen im Weißen Haus ausgeladen.

US-Präsident Donald Trump

Kann nach Ansicht seiner Anwälte gar keine strafbare Justizbehinderung begehen: US-Präsident Donald Trump

AFP

Es ist eine große Tradition in den USA: Der Präsident empfängt jedes Jahr den Super-Bowl-Gewinner. Doch diesmal ist alles anders. Donald Trump sagte am Dienstag kurzerhand das Treffen mit den Philadelphia Eagles ab. Es habe im Vorfeld viele Absagen der Spieler gegeben, sodass für die Veranstaltung nur eine kleine Delegation im Weißen Haus erschienen wäre. Daher sei das Treffen abgesagt worden, twitterte Trump.

Doch dabei blieb es nicht: Offensichtlich ärgerte sich der Präsident sehr über die zuvor eingegangenen Absagen aus dem Team und stichelte nach seinem ersten Tweet weiter. Trump schrieb, dass man trotzdem ab 15.00 im Weißen Haus das Land ehren würde und schimpfte auf eine neue Regelung in der NFL, nach der Spieler, die während der Nationalhymne nicht stehen wollen, sich in der Kabine aufhalten dürfen. In einem weiteren Tweet betonte Trump, wie zahlreich Sportteams in der Vergangenheit ins Weiße Haus gekommen seien.



Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus

Viele Spieler der Eagles und anderer NFL-Teams hatten im vergangenen Jahr während der Hymne immer wieder das Knie gebeugt, um gegen Polizeigewalt gegen Schwarze und Ungleichheit zu protestieren. Den Anfang hatte am 14. August 2016 Colin Kaepernick gemacht, damals erfolgreicher Quarterback der San Francisco 49ers. Kaepernick trat eine regelrechte Welle los, der sich später auch Sportler außerhalb des Footballs anschlossen. Trump beschimpfte die Spieler immer wieder heftig und forderte die Liga zum Handeln auf. Die NFL verfügte vor kurzem, dass die Spieler stehen müssen oder sich in der Kabine aufhalten müssen. Andernfalls sollen die Vereine mit Geldstrafen belegt werden. Was ein Zugeständnis an Trump sein sollte, erwies sich nur als Bumerang. 

Eagles-Fans, die beim Besuch ihres Teams im Weißen Haus am Dienstag dabei sein wollten, wurden eingeladen, an einer Ersatzveranstaltung teilzunehmen. Trump kündigte dazu auf Twitter an, man werde stolz die Nationalhymne spielen.

Spielergewerkschaft ist enttäuscht von Trump

Die Spielergewerkschaft NFLPA erklärte, sie sei enttäuscht über die Entscheidung des Präsidenten, das Team auszuladen. Das habe dazu geführt, dass mehrere Veranstaltungen für junge Menschen in Washington abgesagt worden seien, hieß es in einer Mitteilung. "NFL-Spieler lieben ihr Land, sie unterstützen unsere Soldaten, sie geben ihren Gemeinschaften etwas zurück und sie streben danach, Amerika zu einem besseren Ort zu machen."

Scharfe Kritik zog sich Trump zudem vom Bürgermeister von Philadelphia zu. Der Demokrat Jim Kenney warf dem Republikaner vor, kein Recht dazu zu haben, über Patriotismus zu reden, da er sich selbst geweigert habe, für sein Land zu dienen. Kenney nahm damit Bezug darauf, dass Trump wegen mehrerer Ausnahmeregelungen einem Einsatz im Vietnam-Krieg entging. 

tis mit DPA