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Abzug von 11.900 GIs Donald Trump würde "Soldaten dalassen, wenn die Deutschen anfangen, ihre Rechnungen zu bezahlen"

Angela Merkel blickt erstaunt auf Donald Trump
Donald Trump und Angela Merkel auf dem Nato-Gipfel 2019 in London. 
© Michael Kappeler / DPA
Nun steht die Zahl: Washington wird 11.900 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Im Weißen Haus hat Donald Trump noch einmal seine Begründung erneuert: "Deutschland zahlt nicht für die Soldaten. Warum sollten wir sie dalassen?"

Es sind ja nicht nur die Verteidigungsausgaben, die die Partnerschaft von Deutschland und den USA belasten. Auch die deutschen Handelsüberschüsse sind US-Präsident Trump ein Dorn im Auge. Und mit dem Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 begebe sich Deutschland für den Mann im Weißen Haus in eine Energie-Abhängigkeit von Russland. Aber voll allem ist es der deutsche Militäretat, der Trump regelmäßig die Zornesröte ins Gesicht treibt. Und ihn dazu bewogen hat, fast 12.000 US-Soldaten abzuziehen.

"Deutschland schuldet der Nato Abermilliarden an Dollar"

Vor einem Trip nach Texas warf Trump Deutschland erneut vor, das Zwei-Prozent-Ziel der Nato seit Jahren zu verfehlen. "Deutschland ist säumig", so der US-Präsident. "Deutschland schuldet der Nato Abermilliarden an Dollar." Er fügte mit Blick auf die ökonomischen Folgen des Abzugs hinzu: "Jetzt sagt Deutschland, es sei schlecht für seine Wirtschaft. Nun, es ist gut für unsere Wirtschaft."

Der Präsident fügte hinzu, die Soldaten seien zum Schutz Deutschlands da. "Und Deutschland soll dafür bezahlen. Deutschland zahlt nicht dafür. Warum sollten wir sie (die Soldaten) dalassen?" Er könnte den Schritt überdenken, "wenn sie (die Deutschen) anfangen, ihre Rechnungen zu bezahlen". Trump warf Deutschland vor, die USA beim Handel und beim Militär zu übervorteilen. "Sie haben uns seit vielen Jahren ausgenützt."

Kein Land schuldet der Nato Geld

Sein Vorwurf ist allerdings irreführend. Denn kein Nato-Land schuldet dem Bündnis Geld – Trump wirft schlichtweg Nato-Beiträge und nationale Verteidigungsausgaben in einen Topf. Die Nato möchte, dass alle Mitgliedsländer bis zum Jahr 2025 mindestens zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgeben. Deutschland hat sich diesem Ziel inzwischen angenähert, liegt mit 1,38 Prozent aber immer noch deutlich darunter. Die USA geben trotz ihres deutlich höheren BIP 3,4 Prozent aus. Trump sagte, Deutschland liege nur bei einem Prozent. Eigentlich sollte das Ziel bei vier Prozent liegen.

nik DPA

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