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Krankenhausbesuch im November Trumps Arzt widerspricht Spekulationen: Präsident hatte keinen Schlaganfall

Sehen Sie im Video: Trump besucht Kenosha und lobt Polizei.


Entgegen der Appelle des Gouverneurs von Wisconsin und des Bürgermeisters, besuchte US-Präsident Donald Trump am Dienstag die Stadt Kenosha. In der von Unruhen erschütterten Stadt, nachdem ein weißer Polizist einem Afroamerikaner siebenmal in den Rücken geschossen hatte, stellte sich der US-Präsident demonstrativ auf die Seite der Polizei. Um die politische Gewalt zu stoppen, müsse man auch die radikale Ideologie konfrontieren und die gefährliche Anti-Polizei-Rhetorik verurteilen, so Trump. Die Familie des schwer verletzten Jacob Blake besuchte er nicht, erwähnte jedoch, dass er dies eigentlich geplant hätte. Der 74-Jährige besuchte stattdessen jene Geschäfte, die bei den gewaltsamen Protesten mutmaßlich angezündet oder zerstört worden waren. In einer provisorischen Notfallzentrale, die in einer Schule eingerichtet wurde, brachte der US-Präsident seine Unterstützung für die Strafverfolgung der Täter zum Ausdruck, lobte die Polizei, und versprach, im ganzen Land wieder Recht und Ordnung walten zu lassen, wenn man ihn denn wiederwähle. Die heftigen Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus bezeichnete Trump erneut als inländischen Terror. Sowohl Wisconsins demokratischer Gouverneur als auch der Bürgermeister von Kenosha hatten den Republikaner öffentlich darum gebeten, nicht zu kommen, weil sie befürchten, dass seine Gegenwart die Lage zusätzlich aufheizen könnte.
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Im November vergangenen Jahres fuhr US-Präsident Donald Trump unangekündigt für zwei Stunden in ein Krankenhaus. Ein früher Beginn des jährlichen Gesundheitschecks, hieß es damals. Jetzt liefert ein Buch Stoff für neue Spekulationen.

Das Weiße Haus hat Spekulationen über den Gesundheitszustand von Donald Trump zurückgewiesen, nachdem ein ungewöhnlicher Krankenhausbesuch des Präsidenten neue Aufmerksamkeit durch ein Buch bekam. Trumps Leibarzt Sean Conley erklärte, Trump habe keinen Schlaganfall oder akute Störungen des Herz-Kreislauf-Systems gehabt und sei auch nicht darauf untersucht worden. Er gehe nach wie vor davon aus, dass Trump fit genug für die Präsidentschaft sei. Es blieb unklar, warum der Leibarzt speziell zu diesen Erkrankungen Stellung nahm.

Donald Trump widerspricht: Mike Pence nicht in Bereitschaft versetzt worden

Ein Reporter der "New York Times", Michael S. Schmidt, erwähnte in seinem am Dienstag erschienenen Buch "Donald Trump v. The United States", dass Trump im vergangenen November an einem Samstag überraschend in ein Krankenhaus gefahren sei.

Vize-Präsident Mike Pence sei zugleich in Bereitschaft versetzt worden, zeitweise die Amtsgeschäfte zu übernehmen, wenn Trump in Vollnarkose versetzt werden sollte, schrieb Schmidt. Das sei am Ende nicht nötig gewesen und der Grund des Besuchs sei ein Mysterium geblieben. Schmidt machte keine näheren Angaben zur Quelle der Informationen und stellte auch keine Spekulationen über die Gründe von Trumps Krankenhausbesuch an.

Trump schrieb in der Nacht zum Mittwoch bei Twitter, Pence sei nie in Bereitschaft zur Übernahme der Amtsgeschäfte versetzt worden. Wenige Stunden zuvor hatte Pence im Sender Fox News lediglich gesagt, er könne sich nicht daran erinnern, dass so etwas passiert sei.

Trump fügte in dem Tweet hinzu, dass er bei dem "kurzen Besuch" seinen jährlichen Gesundheitscheck abgeschlossen habe. Im November hatte er nach dem gut zweistündigen Krankenhaus-Besuch jedoch geschrieben, dass er die erste Phase seines jährlichen Checks begonnen habe. Und er habe die Familie eines jungen Mannes besucht, der operiert worden sei.

Unter dem Hashtag "#TrumpIsNotWell" (übersetzt: Trump geht es nicht gut) werden die Spekulationen und die Reaktion darauf rege diskutiert, zum Teil polemisch und spöttisch kommentiert. Mit 117.000 Tweets (Stand: Mittwoch, 10.29 Uhr) gehört der Hashtag zu den Trending Topics in Deutschland.

In einem am Dienstag ausgestrahlten Fox-News-Interview wiederholte Trump unterdessen den Vorschlag, er und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden sollten sich vor den TV-Debatten zur Präsidentenwahl auf leistungssteigernde Substanzen testen lassen. Ihm sei ein Unterschied in Bidens Auftreten zwischen verschiedenen Debatten der Demokraten aufgefallen, behauptete Trump. "Er ist auf irgendeiner Leistungssteigerung, meiner Meinung nach", sagte der US-Präsident, ohne dies zu belegen.

fs DPA

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