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Anhörung vor Kongress: Trumps Ex-Anwalt rechnet ab - und deutet neue Vorwürfe an. Die Ereignisse im Überblick

Während US-Präsident Donald Trump in Vietnam weilt, droht ihm zu Hause Ungemach: Sein früherer Anwalt, Michael Cohen, hat vor dem Kongress ausgesagt. Die wichtigsten Ereignisse aus der Anhörung im Überblick.

Liveblog: Michael Cohen, der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, sagt vor dem Kongress aus

Michael Cohen, der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump

Getty Images / AFP

In einer mit Spannung erwarteten Anhörung hat sich Michael Cohen, der langjährige Anwalt von US-Präsident Donald Trump, seit 16 Uhr (10 Uhr Ortszeit) den Fragen von Abgeordneten im Kongress gestellt. Wie erwartet, hat der der 52-Jährige die Vorwürfe gegen seinen früheren Chef in der Anhörung bekräftigt.

Cohen, der mehr als ein Jahrzehnt für Trump gearbeitet hat, ist eine zentrale Figur in mehreren Affären um den Präsidenten. Trump selbst kann die Aussagen seines früheren Vertrauten nur aus der Ferne verfolgen: Der Präsident ist derzeit für ein Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Vietnam.

Alle wichtigen Ereignisse aus Michael Cohens Anhörung vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses im Überblick.

DPA / AFP

Trumps Ex-Anwalt rechnet ab - und deutet neue Vorwürfe an. Die Ereignisse im Überblick

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Michael Cohen wird vor dem Kongress noch einige Fragen beantworten müssen - vor allem von den Demokraten, die bei der Anhörung in der Mehrheit sind.

    Wir werden die Berichterstattung im Liveblog nun runterfahren. Natürlich informieren wir Sie auf www.stern.de weiterhin über die wichtigsten Ereignisse und Erkenntnisse rund um die Anhörung von Donald Trumps früheren Anwalt.

    Hier noch einmal zentrale Erkenntnisse aus der Anhörung von Michael Cohen:

    - Cohen hat den US-Präsidenten beschuldigt, vorab von der Veröffentlichung gehackter E-Mails der Demokraten durch Wikileaks im Wahlkampf 2016 gewusst zu haben. Trump habe gewusst, dass sein langjähriger Vertrauter Roger Stone mit Wikileaks-Gründer Julian Assange über die Veröffentlichung der E-Mails gesprochen habe, sagte Cohen. Er fügte hinzu, er sei bei einem Telefonat zwischen Trump und Stone anwesend gewesen, indem Stone Trump darüber informiert habe, dass Wikileaks innerhalb weniger Tage E-Mails publik machen werde, die Hillary Clinton schaden werden.
    - Cohen hat erklärt, dass der Präsident ihn nicht direkt zur Lüge vor dem Kongress angewiesen habe. Hintergrund ist ein geplantes Bauprojekts Trumps in Moskau, über das Cohen in der Vergangenheit falsche Angaben vor dem Kongress gemacht hatte. Trump habe ihn nicht direkt zur Lüge angewiesen, so arbeite er nicht, sagte Cohen. Er erklärte aber, dass Trumps persönliche Anwälte seine Erklärung vor dem Kongress über den Zeitrahmen des Bauprojekts überprüft und geändert hätten, bevor er sie abgegeben habe.
    - Cohen legte dem Ausschuss Dokumente vor, mit denen er seine Anschuldigungen gegen den Präsidenten nach eigenen Angaben "unwiderlegbar" beweisen könne. Darunter war die Kopie eines Schecks, mit dem der Präsident ihn für die Zahlung von Schweigegeld an zwei Frauen entschädigt habe, sagte Cohen. Diese Frauen hatten vor der Wahl 2016 behauptet, eine sexuelle Affäre mit Trump gehabt zu haben. Da dieses Geld kurz vor der Wahl geflossen war, geht es womöglich um strafbare Versuche, die Umstände der Zahlung im Nachhinein zu verschleiern.
    - Cohen hat angedeutet, dass es neben den bereits bekannten Vorwürfen gegen den US-Präsidenten noch weitere gibt. Cohen nannte aber keine Details. Ein Abgeordneter hatte ihn gefragt, ob er von weiterem Fehlverhalten oder illegalen Handlungen wisse, die Trump beträfen. Cohen bejahte dies, sagte aber, er könne sich dazu nicht äußern, weil es Teil noch laufender Ermittlungen in New York sei.

    Ich wünsche Ihnen, liebe stern-Leserinnen und Leser, noch einen schönen Abend und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Cohen hat angedeutet, dass es neben den bereits bekannten Vorwürfen gegen den US-Präsidenten noch weitere gibt. Cohen nannte aber keine Details. Ein Abgeordneter hatte ihn gefragt, ob er von weiterem Fehlverhalten oder illegalen Handlungen wisse, die Trump beträfen. Cohen bejahte dies, sagte aber, er könne sich dazu nicht äußern, weil es Teil noch laufender Ermittlungen in New York sei.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Cohen reagiert auf einige Fragen (beziehungsweise Ausführungen und Monologe) von Republikanern immer wieder mit Kopfschütteln, die offenbar erpicht darauf sind, den 52-Jährigen als Lügner und unglaubwürdig zu brandmarken.

    Mein Kollege Marc Drewello kommentierte dazu: Die Taktik der Republikaner ist offensichtlich. Sie zweifeln Cohens Glaubwürdikgeit an, in dem sie immer und immer wieder darauf aufmerksam machen, dass er den Kongress in seinen ersten Anhörungen belogen hat. Damit wollen sie Donald Trump verteidigen, der seit seinem Amtsantritt selbst immer und immer wieder nachweislich Lügen verbreitet hat. Es wirkt nicht, als wollten sie die Wahrheit herausfinden, sondern als wollten sie ausschließlich ihren Präsidenten beschützen.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Weiter geht's: Die Befragung von Michael Cohen geht in die nächste Runde.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Die Anhörung dauert nun etwas länger als zwei Stunden. Zeit für eine Pause im Kongress.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    KOMMENTAR: Die Taktik der Republikaner ist offensichtlich. Sie zweifeln Cohens Glaubwürdikgeit an, in dem sie immer und immer wieder darauf aufmerksam machen, dass er den Kongress in seinen ersten Anhörungen belogen hat. Damit wollen sie Donald Trump verteidigen, der seit seinem Amtsantritt selbst immer und immer wieder nachweislich Lügen verbreitet hat. Es wirkt nicht, als wollten sie die Wahrheit herausfinden, sondern als wollten sie ausschließlich ihren Präsidenten beschützen. https://www.stern.de/politik/ausland/donald-trump--seine-luegenkurve-steigt-in-atemberaubendem-tempo-an-8546926.html

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Hier einige zentrale Erkenntnisse aus der Anhörung von Michael Cohen:

    - Cohen hat den US-Präsidenten beschuldigt, vorab von der Veröffentlichung gehackter E-Mails der Demokraten durch Wikileaks im Wahlkampf 2016 gewusst zu haben. Trump habe gewusst, dass sein langjähriger Vertrauter Roger Stone mit Wikileaks-Gründer Julian Assange über die Veröffentlichung der E-Mails gesprochen habe, sagte Cohen. Er fügte hinzu, er sei bei einem Telefonat zwischen Trump und Stone anwesend gewesen, indem Stone Trump darüber informiert habe, dass Wikileaks innerhalb weniger Tage E-Mails publik machen werde, die Hillary Clinton schaden werden.
    - Cohen hat erklärt, dass der Präsident ihn nicht direkt zur Lüge vor dem Kongress angewiesen habe. Hintergrund ist ein geplantes Bauprojekts Trumps in Moskau, über das Cohen in der Vergangenheit falsche Angaben vor dem Kongress gemacht hatte. Trump habe ihn nicht direkt zur Lüge angewiesen, so arbeite er nicht, sagte Cohen. Er erklärte aber, dass Trumps persönliche Anwälte seine Erklärung vor dem Kongress über den Zeitrahmen des Bauprojekts überprüft und geändert hätten, bevor er sie abgegeben habe.
    - Cohen legte dem Ausschuss Dokumente vor, mit denen er seine Anschuldigungen gegen den Präsidenten nach eigenen Angaben "unwiderlegbar" beweisen könne. Darunter war die Kopie eines Schecks, mit dem der Präsident ihn für die Zahlung von Schweigegeld an zwei Frauen entschädigt habe, sagte Cohen. Diese Frauen hatten vor der Wahl 2016 behauptet, eine sexuelle Affäre mit Trump gehabt zu haben. Da dieses Geld kurz vor der Wahl geflossen war, geht es womöglich um strafbare Versuche, die Umstände der Zahlung im Nachhinein zu verschleiern.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Die Fragerunde läuft noch. Es werden viele Detailfragen gestellt - vor allem von den Demokraten - während die Republikaner offenbar darauf erpicht sind, Cohen als Unglaubwürdig zu brandmarken.

    Wir werden die Schlagzahl im Liveblog nun etwas verringern. Wir halten Sie natürlich über die wichtigsten Ereignisse und Aussagen weiterhin auf dem Laufenden.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Der Republikaner Mark Meadows versucht Cohens Vorwürfe zu entkräften, dass Trump "ein Rassist" - so Cohen - sei. Er selbst habe in "über 300 Gesprächen" mit dem US-Präsidenten nicht feststellen können, dass Trump ein Rassist sei. Darüber hinaus führt er eine Mitarbeiterin der Trump-Organisation an, die Cohen kennt und offenbar eingestellt hat, die ebenfalls sagt: Trump ist kein Rassist.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Donald Trumps ältester Sohn, Donald Trump Jr., schreibt auf Twitter: "Und genau darum geht es hier. Cohen will nur berühmt werden. Er wollte immer seine eigene TV-Show und das Rampenlicht und als er es nicht auf die eine Art bekommen konnte, musste er eine andere ausprobieren." Wieso er dafür eine mehrjährige Gefängnisstrafe auf sich nehmen sollte, erklärt Trump Jr. nicht.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Donald Trump hat sich zu der Anhörung von Michael Cohen geäußert. Quasi. Er hat seinen Tweet retweetet, in dem er Cohen als "Lügner" bezeichnet.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Nun hat der Republikaner Mark E. Green doch noch Fragen. Ob er etwa ein Buch schreiben würde, um Geld zu machen? Cohen: Er habe viele Angebote bekommen, aber keines angenommen.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Der Republikaner Mark E. Green hat offenbar keine Fragen an Michael Cohen. Nur (altbekannte) Kritik: Der Zeuge wäre nicht glaubwürdig. "Jeder sieht, dass dieser Typ nicht glaubwürdig ist", so Green.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    "Trump geht es nur ums Gewinnen. Er würde alles dafür tun", sagt Cohen auf eine Frage.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Das erste Mal während der Cohen-Anhörung meldet sich Donald Trump zu Wort – allerdings nicht zu Cohen. "Großartige Treffen und Abendessen heute Abend in Vietnam mit Kim Jong Un aus Nordkorea. Sehr guter Dialog. Morgen geht es weiter!", twittert der Präsident aus Vietnam.
    Und die Antwort folgt prompt: "Niemanden kümmert Ihr Besuch. Cohen sind die Nachrichten."