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Ermittlungen wegen Korruption: Ukraine: Saakaschwili will sich Festnahme weiter widersetzen

Berlin - Der ehemalige georgische Präsident und jetzige Kiewer Oppositionelle Michail Saakaschwili will sich weiter einer Festnahme widersetzen. «Der Geheimdienst wird es nicht schaffen, mich festzunehmen», sagte Saakaschwili der «Bild»-Zeitung.

Michail Saakaschwili

Michail Saakaschwili nahm nach seiner Befreiung aus einem Gefangenentransporter an einer Demonstration in Kiew teil. An einer Hand hatte er noch eine Handschelle hängen. Foto: Evgeniy Maloletka

Der ehemalige georgische Präsident und jetzige Kiewer Oppositionelle will sich weiter einer Festnahme widersetzen. «Der Geheimdienst wird es nicht schaffen, mich festzunehmen», sagte Saakaschwili der «Bild»-Zeitung.

Er bestätigte demnach, dass er mit dem Sturz vom Dach seines Wohnhauses gedroht habe. «Ich habe ihnen zugerufen, dass wir alle vom Dach fallen könnten, wenn sie mich festnehmen», sagte er. Saakaschwili wird die Unterstützung krimineller Kreise vorgeworfen. Am Dienstag hatten Hunderte ukrainische Demonstranten die des 49-Jährigen vereitelt.

Ursprünglich wollten die Ermittler Saakaschwili wegen Unterstützung krimineller Kreise festsetzen. Auf dem Weg zum Untersuchungsgefängnis wurde der Gefangenentransporter jedoch stundenlang blockiert und Saakaschwili befreit.

Generalstaatsanwalt Juri Luzenko gab Saakaschwili daraufhin genau einen Tag, sich zu stellen. «In 24 Stunden wird das gesamte Rechtssystem der alles Notwendige dafür tun, dass der staatenlose Saakaschwili vor den Ermittlern und danach vor Gericht erscheint», sagte er im Parlament in Kiew. Zugleich rief er die Demonstranten vor der Obersten Rada auf, ein Zeltlager zu räumen.

Nach der Befreiung führte Saakaschwili einen Protestmarsch Richtung Parlament an. Örtlichen Medien zufolge rief er den Demonstranten zu: «Ich rufe dazu auf, auf die Straßen und die Plätze zu gehen und den Prozess der Befreiung von (Präsident Petro) und seiner Bande zu beginnen.» An einer Hand hatte der prowestliche Politiker noch eine Handschelle hängen.

Mit seiner Kritik am ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko dominiert Saakaschwili seit Wochen die ukrainischen Schlagzeilen. Er hat immer wieder zu Protesten aufgerufen, um dessen Amtsenthebung zu erreichen. Saakaschwili sagte: «Poroschenko ist völlig verrückt geworden. Jeder weiß, dass es absurd ist, mir eine Kooperation mit Russland vorzuwerfen. Das ist frei erfunden. Poroschenko hat Angst, dass ich ihm politisch gefährlich werde, nur darum geht es».

Zurzeit ist Saakaschwili staatenlos. Im September war er in einer spektakulären Aktion mithilfe von Anhängern in die Ukraine zurückgekehrt. 2015 hatte er bereits die Staatsangehörigkeit seines Heimatlandes verloren, nachdem er für die Arbeit als Gouverneur in Odessa den ukrainischen Pass angenommen hatte. Ihm droht die Abschiebung nach Tiflis. Georgien hat wegen Ermittlungen zu Korruption und Amtsmissbrauch um seine Auslieferung gebeten.

dpa