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Interview von 2011: Affäre oder nicht? Was Pornodarstellerin "Stormy Daniels" über Donald Trump ausplauderte

Offiziell ist nie etwas zwischen Donald Trump und Pornostar "Stormy Daniels" gelaufen. Doch schon 2011 hatte sie in einem Interview Details über ihre Affäre mit dem Milliardär ausgeplaudert. Nun ist das Gespräch wieder aufgetaucht.

Stormy Daniels Stephanie Clifford

Stephanie Clifford als "Stormy Daniels" 2013 in New York City

Picture Alliance

Vielsagender als das eigentliche Dementi war das, was Donald Trumps Anwalt nicht abstritt: die Zahlung von 130.000 Dollar Schweigegeld. Empfängerin: "Stormy Daniels", Künstlername der Pornodarstellerin und -regisseurin Stephanie Clifford. Mit ihr soll der jetzige US-Präsident vor vielen Jahren eine Affäre gehabt haben. Olle und falsche Kamellen, sagte Trumps Anwalt Michael Cohen dazu vor wenigen Tagen, als das "Wall Street Journal" über die verbotenen Schäferstündchen und den Schweigedeal berichtet hatte. Das Geld hätten sich die Trumps sparen können, denn Clifford hatte bereits ausgepackt: Jahre zuvor, in einem Interview, das nun wieder aufgetaucht ist.

Wenig Mühe gegeben, die Affäre zu vertuschen

2011 hatte "Stormy Daniels" mit dem Klatschmagazin "InTouch" gesprochen. Angesichts der neuen Entwicklung nutzt das US-Blatt die Chance, das Gespräch noch einmal zu veröffentlichen: "Meine Affäre mit Donald. Er saß auf dem Bett … und dann fingen wir an uns zu küssen", heißt es nun. In dem Gespräch verrät sie, wie sie den damaligen TV-Promi kennengelernt hatte (auf einem Golf-Turnier), was sie vom ihm hielt (nicht so viel) und wie der Sex mit Trump war (unspektakulär). Erstaunlich ist dabei weniger, dass Donald Trump (er war gerade Vater von Sohn Barron geworden) außereheliche Abenteuer gesucht hat, sondern dass sich offenbar kaum jemand Mühe gegeben hat, sie zu verschleiern.


Begonnen hatte laut Stephanie Clifford alles im Juli 2006 auf einem Promi-Golf-Turnier in Lake Tahoe, Nevada. Trump habe sie zum Abendessen in seinem Hotelzimmer eingeladen. Als sie den Raum betreten habe, habe Trump in einer langen Pyjamahose auf der Couch herumgelümmelt. Und Fernsehen geguckt. "Und ich so: 'Weiß Hugh Hefner, dass Du ihm seine Hosen geklaut hast?'", habe sie in Anspielung auf den Kleidungsstil des "Playboy"-Gründers gesagt. Danach gab es Dinner ohne einen Tropfen Alkohol dafür aber viele "Businessfragen", mit denen er sie gelöchert habe. Sie will ihn dafür wegen seiner Haare aufgezogen haben.

Stundenlang mit Donald Trump geredet

Anscheinend haben die beiden sich gut verstanden: "Wir haben stundenlang geredet", so "Stormy Daniels". "Irgendwann bin ich ins Bad gegangen und als ich wiederkam, saß er auf dem Bett und meinte 'Komm her.' Der Sex, der folgte, sei nicht gerade abgefahren gewesen. "Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht mehr, warum ich das getan habe. Das einzige woran ich mich erinnere ist, dass ich dachte: 'Bitte, versuch nicht, mich dafür zu bezahlen'. Andererseits war ich sicher: Wenn doch, wird es eine Menge sein."

Von der Nacht, auf die in den nächsten Jahren noch ein paar folgen sollten, erzählte sie Freunden und Kollegen. Darunter auch Alana Evans, ebenfalls Pornodarstellerin, die damals ebenfalls in Lake Tahoe war. Dem Sender NBC berichtete sie jetzt, wie sie die Tage erlebt hat. So habe Trump sie gefragt, ob sie nicht auch an der "Party" teilnehmen wolle. "Ich habe abgelehnt, weil ich eine Ahnung hatte, welche Art von Party die beiden im Sinn hatten. Dass es um mehr ging als um Kartenspielen oder Scrabble war ja nicht schwer zu erraten." Am nächsten Morgen habe ihr ihre Freundin erzählt: 'Stell' dir vor, Donald Trump jagt mich durchs Schlafzimmer in seinem weißen Schlüpfer - das vergisst man nicht mehr'."

"Donald Trump ist verdammt faszinierend"

Trump und sie hatten Clifford zufolge noch regelmäßig Kontakt gehabt, doch auch der war dann irgendwann vorbei. "Ende 2009, Anfang 2010 haben wir das letzte Mal telefoniert", sagte sie "InTouch". Wenig später begann sie auch öffentlich zu leugnen, dass die beiden jemals intim miteinander gewesen waren. Offiziell verweist Trumps Anwalt auf eine Erklärung von Clifford, in der sie versichert, sie habe Donald als großzügigen und professionellen Gentleman kennengelernt und alle Gerüchte über eine Affäre und Schweigegeld seien falsch. 2011 hatte sie über Donald Trump noch gesagt: Egal, ob du ein Fan von ihm bist oder nicht, was ich auch nie war, muss man sagen, dass er verdammt faszinierend ist."


nik