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Rede vor Kadetten: Lügen ist unpatriotisch: Ex-Außenminister Rex Tillerson tritt gegen Donald Trump nach

Wer lügt, gefährdet die USA - das war die Botschaft, die Ex-Außenminister Rex Tillerson Absolventen eines Militärcolleges mit auf den Weg gab. Seine Rede über Wahrheit und Freiheit aber war auch an Donald Trump gerichtet.

Rex Tillerson

Rex Tillerson

AFP

Dass ein geschasster Minister öffentlich über seinen früheren Chef lästert, mag nicht zum guten Ton gehören, aber in diesem Fall wollte er wohl nicht anders: , ehemaliger Außenminister unter Donald Trump, hat vor Kadetten eines Militärcolleges in Virginia überdeutlich die Bedeutung von Wahrheit für die Demokratie betont – und ohne seinen Namen zu nennen, Donald Trump vorgeworfen, die Freiheit der Amerikaner zu gefährden. Wörtlich sagte Tillerson: "Wenn unsere Anführer versuchen, die Wahrheit zu verbergen oder wir als Volk beginnen, alternative Realitäten zu akzeptieren, dann sind wir als Amerikaner auf dem Weg, unsere Freiheit aufzugeben."

Tillerson und Donald Trump waren sich nicht grün

Seit seinem Rauswurf im März dieses Jahres hat sich der Ex-Öl-Manager und Ex-Politiker mehr oder weniger aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, doch diese Rede vor Nachwuchsoffizieren wurde angesetzt als Tillerson noch im Amt war - und offenbar war es ihm wichtig, die Möglichkeit für ein mahnendes Nachtreten zu nutzen. Mutmaßlich auch, um den unschönen Staub der Trump-Regierung von seinen Namen zu wischen. Das Verhältnis zwischen ihm und dem US-Präsidenten galt als angespannt, zumal der frühere Exxon-Mobil-Chef im Gegensatz zu Trump auf Ausgleich und Mäßigung im Umgang mit dem Ausland setzte. Berichte, nach denen er Trump einen "Idioten" genannt hat, hat Tillerson nie zurückgewiesen.

Hier können Sie die Rede von Tillerson sehen:


Weiter sagte er in Virginia: "In der Verantwortung jedes amerikanischen Bürgers liegt es, unsere Freiheit zu schützen und zu verteidigen, in dem wir erkennen, was die Wahrheit ist und was nicht, was ein Fakt ist und was nicht." Und dann, noch offensichtlicher an die Adresse Trumps gerichtet: Die Zukunft Amerikas dürfe nicht auf Wunschdenken basieren und auf oberflächlichen Hoffnungen und einer wird-schon-gutgehen-Haltung. "Wenn wir als Volk wacklig mit der Wahrheit umgehen, sind wir auch wacklig mit Amerika", so Tillerson. Ob die Ausführungen seines Ex-Top-Diplomaten zur Kenntnis genommen hat, ist leider nicht überliefert.

nik