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"New York Times": FBI-Ermittlungen gegen Donald Trump? Der US-Präsident schimpft wegen Bericht wild um sich

Die Untersuchung gegen Donald Trumps Wahlkampfteam sind immer noch nicht abgeschlossen, da macht die Meldung die Runde, das FBI habe sogar gegen den US-Präsidenten ermittelt. Trump reagiert darauf wie so oft: wild um sich schimpfend.

Donald Trumps zürnt mal wieder. Anlass einer sechsteiligen Twittertirade am Samstagmorgen: Der Bericht der "New York Times", nach dem das FBI gegen den US-Präsidenten ermittelt habe. Nach der Entlassung des FBI-Chefs James Comey im Mai 2017 war das. Die Bundespolizei wollte damals untersuchen, ob Trump wissentlich oder unwissentlich für Russland und gegen US-Interessen gearbeitet habe. Die Zeitung beruft sich unter anderem auf frühere FBI-Mitarbeiter.

Donald Trump-Tirade in sechs Tweets

Das US-Staatsoberhaupt, das nach eigenen Angaben das Wochenende im Weißen Haus verbringt und darauf wartet, mit den Demokraten über die Haushaltssperre und die Mauer verhandeln zu können, wetterte über die Enthüllung (im Original siehe unten):

  • "Wow, ich habe gerade aus der scheiternden New York Times erfahren, dass die korrupten Ex-Führungskräfte des FBI, die fast alle gefeuert oder gegangen wurden, eine Untersuchung gegen mich eröffnet haben, ohne Grund und ohne Beweise, nachdem ich den lügnerischen James Comey gefeuert habe, ein totaler Filz!"
  • "Der Witz an James Comey ist ja: Jeder wollte ihn feuern. Republikaner wie Demokraten. Nach der manipulierten und verbockten Untersuchung gegen die betrügerische Hillary, bei der sie am Wochenende des 4. Juli verhört wurde, die weder aufgezeichnet noch unter Eid geschah, und bei sie sagte, sie wisse nichts (eine Lüge)…"
  • "Das FBI war völlig in Aufruhr (siehe NY Post) wegen Comeys mieser Führung und des Clinton-Chaos. (Von der Machtvereinnahmung im Justizministerium ganz zu Schweigen). Meine Entlassung von James Comey war ein großer Tag für Amerika. Er war ein betrügerischer Cop …"
  • "... der völlig von seinem besten Freund gedeckt wurde, Bob Mueller und die 13 wütenden Demokraten – Durchstechmaschinen, die kein Interesse daran haben, die echten Absprachen (und vieles mehr) durch die betrügerische Hillary Clinton, ihre Wahlkämpfer und das Demokratische Nationalkomittee aufzuklären. Schaut einfach hin."
  • "Ich bin weit härter gegenüber Russland als Obama, Bush oder Clinton. Vermutlich härter als irgendein Präsident zuvor. Gleichzeitig, und wie ich schon oft gesagt habe, ist es eine gute Sache mit Russland auszukommen und keine schlechte. Ich erwarte, dass wir eines Tages wieder gute Beziehungen zu Russland unterhalten."
  • "Lügen-James-Comey, Andrew McCabe, Peter S. und seine Geliebte, Agentin Lisa Page, und die anderen, alle in Ungnade gefallen, und/oder gefeuert und auf frischer Tat ertappt. Das sind nur ein paar Versager, die versucht haben, euren Präsidenten hereinzulegen. Teil der Hexenjagd. Kennt ihr noch die 'Versicherungs-Richtlinie'? Das ist es."

Bellt da ein getroffener Hund?

Inhaltlich ist diese Tirade nichts Neues. Wie immer beschuldigt er die ehemalige Präsidentschaftskandidatin geheimer Absprachen, zieht über Ex-FBI-Chef Comey her und nennt die ganze Untersuchung gegen sein Wahlkampfteam eine Hexenjagd. Die stets heftigen wie vorhersehbaren Reaktionen des Präsidenten auf neue Details der Untersuchungen erwecken auch immer den Eindruck, dass da ein getroffener Hund bellt.

Die Entlassung Comeys vom Mai 2017 steht insofern im Mittelpunkt der FBI-Ermittlungen, als das sie erst der Anlass für das Justizministerium war, den Sonderermittler Robert Mueller einzusetzen. Die Sorge über das Verhalten Trumps sei in den Tagen nach Comeys Entlassung dermaßen groß gewesen, dass man diesen Schritt unternommen habe, hieß es in der "New York Times" weiter. Ziel der Ermittlungen sei unter anderem gewesen, zu beurteilen, ob Trumps Handeln eine mögliche Bedrohung der nationalen Sicherheit dargestellt habe. Das hätten Experten der Spionageabwehr geprüft. Ein weiterer Aspekt war demnach die Frage, ob die Entlassung Comeys eine Behinderung der Justiz dargestellt habe, heißt es. Dieser Punkt war bereits bekannt.

Trump giftet oft gegen "New York Times"

Robert Mueller und sein Team prüfen seit fast zwei Jahren, ob es bei der mutmaßlich russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 geheime Absprachen zwischen dem Trump-Lager und russischen Vertretern gab. Der "New York Times" wirft Trump regelmäßig Falschberichterstattung vor, auch wenn sich viele Berichte später als zutreffend herausstellen. Im November hatte Donald Trump Justizminister Jeff Sessions entlassen, in Kürze verlässt auch dessen Vize Rod Rosenstein das Ministerium. Er hatte Mueller als Sonderermittler bestellt.

Quellen: Donald Trump auf Twitter, "New York Times"

mit DPA