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Flucht vor Taliban Junioren-Fußballerinnen aus Afghanistan bekommen Asyl in Portugal

Mitglieder der afghanischen Mädchenfußballnationalmannschaft posieren nach der Flucht vor den Talibanfür ein Foto
Mitglieder der afghanischen Mädchenfußballnationalmannschaft in Lissabon. Die jungen Frauen und ihre Angehörigen waren vor den radikalislamischen Taliban geflohen.
© DPA
Die Machtübernahme der Taliban bedeutete für Afghanistans Mädchenfußball-Nationalmannschaft bange Tage. Jetzt gibt es gute Neuigkeiten: Die 26 Fußballerinnen haben Zuflucht in Portugal erhalten.

26 Fußballerinnen der afghanischen Juniorinnen-Nationalmannschaft und deren Familienangehörige haben auf der Flucht vor den Taliban in Portugal Asyl bekommen. Wie die US-Nachrichtenagentur AP am Montag unter Berufung auf A-Nationalmannschafts-Kapitänin Farkhunda Muhtaj berichtete, umfasst die Gruppe insgesamt 80 Personen.

Durch vereinte Kräfte und auch unter Beteiligung von US-Hilfsorganisationen sei die Ausreise am Sonntag gelungen. "Sie haben ihr Zuhause und alles hinter sich gelassen", sagte Muhtaj, die in Kanada lebt und in den vergangenen Wochen den Kontakt zu den 14 bis 16 Jahre alten Mädchen gehalten hat.

Taliban droht Sport treibenden Frauen mit Konsequenzen

Während ihrer Herrschaft in den 90er Jahren hatten die Taliban Frauen jeden Sport verboten. Auch nach ihrer jüngsten Machtübernahme haben die Islamisten angedeutet, dass Sport treibenden Frauen Konsequenzen drohen. Zehntausende Afghanen haben aus Angst vor Repressionen durch die Taliban das Land bereits verlassen. Mindestens 75 Mitglieder der Frauen-Nationalmannschaft und Familienangehörige waren vergangenen Monat nach Australien ausgeflogen worden. 

Afghanistan: Taliban-Kämpfer vergnügen sich in Bamyan auf Tretbooten auf einem See.

Seit der Machtübernahme durch die Taliban hatten die Spielerinnen nicht nur um ihre sportliche Zukunft, sondern auch um die Chancen auf eine gute Berufsausbildung gebangt. In Portugal soll nun ein sicheres Leben beginnen. Die Mädchen wollen demnach weiter Fußball spielen und hoffen darauf, eines Tages Portugals Superstar Cristiano Ronaldo treffen zu können.

jek DPA

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