VG-Wort Pixel

Nach Mord an Lehrer Frankreich will 231 mutmaßliche Extremisten ausweisen

Sehen Sie im Video: Frankreich bereitet wohl Ausweisung von 231 mutmaßlichen Extremisten vor.


Frankreich bereitet nach dem tödlichen Angriff auf einen Lehrer die Ausweisung von 231 mutmaßlichen Extremisten vor. Innenminister Gerald Darmanin habe die örtlichen Behörden darum gebeten, die Ausweisungen anzuordnen, hieß es am Sonntag aus Polizeigewerkschaftskreisen. Von den 231 Personen seien 180 im Gefängnis, 51 sollten in den nächsten Stunden festgenommen werden. Vom Innenministerium war zunächst keine Bestätigung zu bekommen. Ein 18-Jähriger hatte am Freitagabend in einem Vorort von Paris, den Geschichtslehrer Samuel Paty auf offener Straße mit einem Messer enthauptet. Wenig später wurde er von Polizisten erschossen. Paty hatte seinen Schülern im Staatsbürgerunterricht über Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt. Einige Muslime werten jede Abbildung ihres Propheten als Gotteslästerung. Am Sonntag hatten Zehntausende Menschen an den getöteten Geschichtslehrer erinnert. In Paris klatschten die Menschen auf dem Place de la République minutenlang, um den getöteten 47-Jährigen zu würdigen. Einige Menschen schwenkten die französische Flagge und stimmten die Nationalhymne an. Trotz der Corona-Pandemie herrschte auf dem Platz dichtes Gedränge. In der französischen Hauptstadt gilt die höchste Corona-Warnstufe, Versammlungen von mehr als 1000 Menschen sind eigentlich verboten. Die Kundgebung soll Medienberichten zufolge dennoch genehmigt worden sein. Auch in zahlreichen anderen Städten des Landes versammelten sich Menschen. Für Mittwoch ist eine nationale Gedenkfeier zu Ehren des Opfers angekündigt.
Mehr
Frankreich bereitet Insidern zufolge die Ausweisung von 231 mutmaßlichen Extremisten vor. Damit reagiert das Land auf den Mord an einem Lehrer, der mit seinen Schülern Mohammed-Karikaturen diskutiert hatte.

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker