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Gipfel in Japan Was das G20-"Familienfoto" verrät

 Japan, Osaka: Die Teilnehmer des G20-Gipfels stehen beim Gruppenbild zum Start des G20-Gipfels zusammen
 Japan, Osaka: Die Teilnehmer des G20-Gipfels stehen beim Gruppenbild zum Start des G20-Gipfels zusammen
© Kim Kyung-Hoon / DPA
Im japanischen Osaka hat der G20-Gipfel begonnen. Bevor es zu den bilateralen Treffen ging, demonstrierten die Teilnehmer Einigkeit und posierten für ein Gruppenfoto. Dabei stellten sie jedoch ungewollt ein Problem zur Schau. 

Am Freitag hat in Osaka der G20-Gipfel begonnen. Bis Samstag wollen die Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer in der japanischen Hafenstadt über den Zustand der globalen Wirtschaft, Handelsfragen, die Digitalisierung und den Klimaschutz beraten. Auch die Stärkung von Frauen wird thematisiert. Bevor die Staatenlenker sich aber zu den bilateralen Treffen zurückzogen, posierten sie für ein "Familienfoto". Und das spricht Bände: Unter den 38 Teilnehmern, sind lediglich drei Frauen zu finden: Bundeskanzlerin Angela Merkel, die britische Premierministerin Theresa May und die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde.

Auch wenn sich die G20-Teilnehmer den Kampf für die Gleichstellung der Frau auf die Fahnen geschrieben haben, ist es unter ihnen selbst schlecht darum bestellt. Und der Blick in die vergangenen Jahre zeigt: Es hat sich nichts getan. Im Gegenteil. Die Anzahl der Frauen hat sich sogar verringert. 2012 und 2013 nahmen immerhin fünf Frauen an den Gipfeln teil.

Merkel seit zehn Jahren bei G20 dabei

Hier ist ein Blick darauf, welche weiblichen Führungskräfte an den vergangenen G20-Gipfeln teilgenommen haben:

  • 2018: May, Merkel und Lagarde als Vertreterin des Internationalen Währungsfonds als Gastinstitutionen
  • 2017: Merkel, May, Lagarde und norwegische Premierministerin Erna Solberg als Gast
  • 2016: Merkel, May, Lagarde und Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye
  • 2015: Merkel, Lagarde, Park und die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff
  • 2014: Merkel, Lagarde, Park, Rousseff
  • 2013: Merkel, Lagarde, Park, Rousseff und die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner
  • 2012: Merkel, Lagarde, Rousseff, Kirchner und die australische Premierministerin Julia Gillard
  • 2011: Merkel, Lagarde, Rousseff, Kirchner, Gillard
  • 2010: Merkel, Gillard, Kirchner
  • 2009: Merkel, Kirchner
  • 2008: Merkel, Kirchner

Im nächsten Jahr könnten sogar noch weniger Frauen an dem Gipfel teilnehmen. Denn May wird in wenigen Wochen ihr Amt niederlegen und ihre beiden möglichen Nachfolger sind Männer.

ivi

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