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Konflikt im Nahen Osten: Angriff? Mehrere Explosionen auf Tanker - auch deutsches Schiff soll getroffen worden sein

Zwei Tankschiffe sollen bei einem mutmaßlichen Angriff im Golf von Oman getroffen worden sein - eines davon sei aus Deutschland. Meldungen, dass ein norwegisches Schiffe gesunken sei, dementierte die Reederei. Bereits vor einem Monat hatte es einen ähnlichen Vorfall in der Region gegeben.

Rauch steigt vom norwegischen Tanker "Front Altair" auf

Rauch steigt vom norwegischen Tanker "Front Altair" auf

DPA

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Im Golf von Oman soll es nach Berichten zu einem Angriff auf zwei Tankschiffe gekommen sein - eines davon gehört der deutschen Reedereigruppe Bernhard Schulte aus Hamburg, wie der NDR und "Focus online" berichten. Die US-Marine hatte am Morgen Notrufe erhalten, berichten Nachrichtenagenturen. US-Schiffe seien in der Region unterwegs und leisteten Hilfe, teilte die 5. Flotte der US-Marine in Bahrain mit. Auch die Informationsplattform UKMTO der britischen Marine berichtete von einem Zwischenfall. Die Organisation registriert und untersucht Angriffe auf Handelsschiffe in der Region. Die Küstenwache des Oman bestätigte laut Medienberichten die Vorfälle und sei mit dem Iran im Kontakt.

Die US-Marine ging nicht darauf ein, wer der Angreifer sein könnte und machte bislang auch niemanden für den Angriff verantwortlich. Bei den Schiffen handelt es sich zum einen um die "Kokuka Courageous", die unter panamaischer Flagge steht, und zum anderem um die "Front Altair", die der Reederei Frontline des norwegischen Reeders John Frederiksen gehört, berichtet der norwegische Sender NRK. Laut dem Sender soll der Tanker von einem Torpedo getroffen worden sein und in Flammen stehen. Es gab berichte von drei Explosionen an Bord. Laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA sei die "Front Altair" mittlerweile gesunken. Dies dementierte die Reederei Frontline laut der Zeitung "VG": "Wir haben momentan ein Bergungsschiff bei der 'Front Altair', die nicht gesunken ist", teilte ein Sprecher mit. Beide Schiffe seien inzwischen evakuiert worden. IRNA meldet, dass ein iranisches Schiff 44 Seeleute aufgenommen habe. 

Deutsches Schiff offenbar von Torpedo getroffen

Die "Kokuka Courageous" soll laut den Medienberichten von einem Torpedo getroffen worden sein und einen Schaden am Rumpf haben. Von den 21 Besatzungsmitgliedern an Bord sei einer leicht verletzt worden. Es seien keine Deutschen an Bord gewesen. Das Schiff treibt momentan vor der iranischen Küste und es bestehe keine Gefahr, dass das Schiff sinke. Der Hamburger Tanker habe hochexplosives Methanol an Bord und war auf dem von Saudi-Arabien nach Singapur. Die Ladung sei intakt, so ein Sprecher der Hamburger Reederei gegenüber dem NDR. Nach Angaben des japanischen Handelsministeriums hatten die Schiffe Fracht geladen, die nach Japan geliefert werden sollte, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Derzeit befindet sich Japans Premierminister Shinzo Abe im Iran

Ein Schiffsmakler gab laut der Nachrichtenagentur Reuters an, dass es an der "Kokuka Courageous" eine Explosion gegeben habe, die sich "offenbar durch eine Attacke von außerhalb" ereignet habe – möglicherweise durch eine magnetische Mine. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif äußerte seine Besorgnis über die "verdächtigen" Angriffe gegen Tanker mit "Verbindungen zu Japan". Der Iran untersucht die schweren Zwischenfälle. Mehrere Expertenteams seien mit Hubschraubern über das Seegebiet geflogen, so ein Sprecher der Rettungsabteilung der iranischen Flotte. US-Präsident Donald Trump wurde über die Situation unterrichtet. UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte die mutmaßlichen Angriffe und forderte eine "Klärung der Tatsachen".

Ähnliche Vorfälle bereits vor einem Monat

Anrainer der dortigen Meerenge, die Straße von Hormuz, sind der Iran sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Oman. Die Meerenge ist eine strategisch wichtige Wasserstraße, da dort rund ein Fünftel der weltweiten Ölexporte passieren. Bereits vor vier Wochen hatten die VAE Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar. Der Iran stritt eine Beteiligung in den Vorfällen ab.

Im Konflikt mit dem Iran hatten die USA zuletzt ihre Militärpräsenz in der Golfregion verstärkt. Die 5. Flotte der USA ist im Golfemirat Bahrain stationiert. Sie ist unter anderem für den Persischen Golf, den Golf von Oman und das Rote Meer zuständig.

Quellen: Nachrichtenagenturen DPA, AFP, AP, Reuters, NRK, NDR, "Focus online", IRNA, "VG"

rw