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Nach Burundi und Südafrika: Internationaler Strafgerichtshof verliert in Gambia weiteren Mitgliedsstaat

Als drittes Land wird sich Gambia vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zurückziehen. Den Rücktritt begründete das Land mit der Verfolgung ausnahmslos afrikanischen Ländern angehörenden Menschen durch den Gerichtshof. 

Außenaufnahme: Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag

Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag nun auch ohne Gambia 

Ein weiteres Land beendet seine Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH). Gambia führt damit die von Burundi und Südafrika begonnene Reihe des Austritts fort. Am Mittwoch begründete der gambische Informationsminister Sheriff Baba Bojang die Entscheidung im staatlichen Fernsehen. Dabei nannte er den in Den Haag sitzenden IStGH ein "internationales, weißes Gericht zur Verfolgung und Demütigung Farbiger, insbesondere von Afrikanern". 

Internationaler Strafgerichtshof erfährt sinkende Unterstützung

Vergangene Woche hatte Südafrika das Ende seiner Zusammenarbeit mit dem Gerichtshof eingeleitet. Zuvor kündigte Burundi als erstes Land in der 14-jährigen Geschichte des IStGH seinen Rücktritt vom sogenannten Rom-Statut, der Grundlage des Gerichtshofs, an.

Seit der IStGH 2002 seine Arbeit aufnahm, mussten sich bisher ausschließlich Staatsangehörige afrikanischer Länder vor dem Gericht verantworten. Der Präsident der Vertragsstaatenversammlung des Rom-Statuts, Senegals Justizminister Sidiki Kaba, sprach nach den ersten zwei Rücktrittserklärungen von einem Wendepunkt für die Justiz.


fri / DPA
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