HOME

Iran-Konflikt: Bericht: Gibraltar lehnt Beschlagnahmung von Tanker ab

Die USA wollen, dass ein Tanker mit iranischem Öl an Bord vor Gibraltar beschlagnahmt wird. Dort will man einem Medienbericht zufolge aber gar nicht eingreifen - weil man sich im Iran-Konflikt der EU-Linie verpflichtet fühlt.

Supertanker «Grace 1» vor Gibraltar

Der Supertanker «Grace 1» fährt in den Gewässern von Gibraltar. Foto: Marcos Moreno/AP

Im Streit um den mit iranischem Öl beladenen Supertanker hat die Regierung von Gibraltar einem Medienbericht zufolge die von den USA verlangte Beschlagnahmung des Schiffs abgelehnt.

Die Verfügung eines Bundesgerichts in Washington sei «untrennbar» mit den Sanktionen der USA gegen den Iran verbunden, die aber mit denen der Europäischen Union nicht vergleichbar seien, berichtete die Zeitung «Gibraltar Chronicle» am Sonntag auf ihrer Internetseite. Deshalb sei die Regierung der britischen Exklave nicht in der Lage, dem Gesuch der USA nachzukommen.

Bei dem Schiff handelt es sich um den Tanker «Grace 1», der inzwischen in «Adrian Darya 1» umbenannt wurde. Das US-Justizministerium gab als Gründe für die Beschlagnahmung mutmaßliche Verstöße gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze sowie Terrorismusstatuten an. Das oberste Gericht in Gibraltar hatte aber schon zuvor am Donnerstag bekanntgegeben, den vor etwa sechs Wochen festgesetzten Supertanker freizugeben.

Am Sonntagnachmittag ankerte der Supertanker immer noch vor Gibraltar an der Südspitze der iberischen Halbinsel. Das Schiff wartete dem «Gibraltar Chronicle» zufolge auf eine neue Besatzung.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den Tanker am 4. Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt. Das britische Außenministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - dies wäre ansonsten ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

dpa