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US-Iran-Konflikt Trump will neuen Atomdeal mit Iran und "Frieden" schließen – kündigt aber neue Sanktionen an

Donald Trump äußert sich zu den iranischen Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak
Donald Trump äußert sich zu den iranischen Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak
© Saul Loeb / AFP
Nach den iranischen Raketenangriffen auf internationale Militärstützpunkte im Irak hat US-Präsident Donald Trump in einer Rede an die Nation Stellung bezogen. Die Entwicklungen des Tages zum Nachlesen. 

Ein iranischer Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak schürt die Angst vor einer weiteren Eskalation und einem möglichen neuen Krieg im Nahen Osten. Die Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil in der Nacht zum Mittwoch gelten als Revanche für die Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftschlag. Am Nachmittag äußerte sich schließlich Donald Trump zu den Raketenangriffen und forderte Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China auf, nicht mehr am Atomabkommen mit dem Iran festzuhalten. 

Die Aussagen Trumps sowie die Entwicklungen des Tages finden Sie hier zum Nachlesen.

Weitere Hintergrundstücke zum US-Iran-Konflikt:


Alle Entwicklungen zur US-Iran-Krise

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Trotz der zurückhaltenden Rede von Trump, der lediglich neue Wirtschaftssanktionen gegen Teheran angekündigt hat, gibt es Stimmen, die nicht an eine Beruhigung der Lage glauben: "An diejenigen, die sagen, dass wir den Krieg vermieden haben: Der Iran betrachtet solche Sanktionen - die zu den *bereits* lähmenden und lebensbedrohlichen Sanktionen hinzukommen - als einen Akt der Wirtschaftskriegsführung - und das irgendwie zu Recht. Was würden die Amerikaner tun, wenn sie ständig blockiert, belagert, isoliert, sanktioniert würden?", fragt der britische Journalist und Kolumnist der investigativen Nachrichtenseite "The Intercept", Mehdi Hasan, auf Twitter. "Dies ist noch lange nicht vorbei und Leute, die sich so verhalten, als wäre es das, sind verrückt."

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Bagdad kündigt Einberufung des iranischen Botschafters an
    Nach den iranischen Luftangriffen auf zwei US-Militärstützpunkte im Irak hat das Außenministerium in Bagdad die Einbestellung des iranischen Botschafters angekündigt. Der Irak sei ein "unabhängiges Land" und werde es nicht zulassen, zu einem "Schlachtfeld" gemacht zu werden, erklärte das irakische Außenministerium. Die Einberufung des iranischen Botschafters werde wegen der "Verletzung der Souveränität" des Irak erfolgen.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    "Frieden durch Stärke!", kommentiert Ivanka Trump, Tochter des US-Präsidenten, auf Twitter. Und zitiert ihren Vater mit den Worten aus seiner Rede: Die Vereinigten Staaten seien bereit zum Frieden mit allen, die dies wollten.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Der einflussreiche republikanische Senator Lindsey Graham findet - wenig überraschend - lobende Worte für die Rede des Präsidenten und wendet sich direkt an die Menschen im Iran: "Eine Homerun-Rede von Präsident @realdondaldtrump über die Herausforderungen, vor die uns der Iran stellt. Sie war maßvoll und entschlossen", schreibt Trumps Parteifreund auf Twitter. "An das iranische Volk: Präsident Trump hat den Weg für Frieden und Wohlstand geebnet. Ich hoffe, Sie schlagen ihn ein."

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    "Die gesamte Eskalation durch den Iran im vergangenen Jahr war eine Folge des einseitigen Rückzugs der USA aus dem Atomabkommen und der Ausweitung der Sanktionen", bewertet der US-Politikwissenschaftler Ian Bremmer die Entwicklung auf Twitter. Er halte das für einen Fehler. Aber dass der Iran den USA direkt nachgestellt habe, sei eine große Fehlkalkulation gewesen. "Das haben sie jetzt erkannt. Es ist Zeit für Verhandlungen."

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Die Rede des US-Präsidenten hat keine zehn Minuten gedauert, dennoch hat Trump zu einigen Fragen und Knackpunkten Stellung genommen. Ein Kurz-Überblick:

    - Die iranischen Raketenangriffe auf zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak haben Trump zufolge keine Todesopfer gefordert. Alle US-Soldaten seien sicher.

    - Trump sieht den Iran im eskalierenden Konflikt mit den Vereinigten Staaten auf dem Rückzug. Der Iran scheine sich zurückzunehmen, sagte Trump.

    - Er hat eine deeskalierende Botschaft gesandt. "Die Tatsache, dass wir dieses großartige Militär und die Ausrüstung haben, bedeutet allerdings nicht, dass wir es einsetzen müssen. Wir wollen es nicht einsetzen", so Trump.

    - Trump hat weitere Sanktionen gegen den Iran angekündigt. Die USA würden Irans Aggressionen nicht unbeantwortet lassen, so der US-Präsident.

    - Der US-Präsident hat Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China aufgefordert, nicht mehr am Atomabkommen mit dem Iran festzuhalten. Stattdessen müssten diese Staaten gemeinsam mit den USA an einem neuen Abkommen mit dem Iran arbeiten, "das die Welt zu einem sichereren und friedlicheren Ort" machen würde, sagte Trump.

    - Die USA seien zu Frieden bereit und forderten den Iran zur Zusammenarbeit bei gemeinsamen Interessen auf. Die Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei auch im Interesse des Irans, sagte Trump. "Und wir sollten dabei und und bei anderen gemeinsamen Prioritäten zusammenarbeiten." Auch der schiitische Iran betrachtet die sunnitische Terrormiliz IS als Feind. "Die Vereinigten Staaten sind bereit, mit allen, die sich darum bemühen, Frieden zu schließen".

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Nach Ansicht des CNN-Korrespondenten Frederik Pleitgen strebt auch Teheran eine Entspannung der Lage an. Er habe dies von mehreren Stellen gehört, unter anderem von einem hohen Berater der iranischen Führung.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    "Trump wurde vom Pentagon darüber aufgeklärt, wie verheerend ein Krieg mit dem Iran wäre, das wissen wir", erklärt CNN-Pentagon-Korrespondentin Barbara Starr die zurückhaltende Ansprache des US-Präsidenten nach dem iranischen Raketenangriff.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Sie möchten die Rede des US-Präsidenten zu den iranischen Raketenangriffen (nochmals) sehen? Der US-Sender CNN hat via Twitter einen Mitschnitt veröffentlicht.

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Nach der Ansprache des US-Präsidenten deutet alles darauf hin, dass Trump den Streit mit dem Iran deeskalieren will. Der Präsident hat die Folgen des irakischen Raktenangriffs als wenig dramatisch beschrieben und angekündigt, er wolle einen neuen Atomdeal mit Teheran abschließen. Zwar erklärte Trump die USA würden Irans Aggression nicht unbeantwortet lassen und es werde neue Wirtschaftssanktionen gegen Teheran geben, eine militärische Antwort der USA auf die Raketenattacke scheint aber unwahrscheinlich.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Dem Volk des Iran sage ich: Wir wollen, dass ihr eine großartige Zukunft habt. Ihr verdient Wohlstand und Harmonie. Von daher sind die USA immer bereit, mit euch Frieden zu haben und Frieden zu schließen.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Trump möchte ein neues Atomabkommen mit dem Iran schließen und fordert unter anderem Deutschland, Großbritannien und Frankreich auf, "Abstand von dem sogenannten Nukleardeal" zu nehmen. Man müsse einen neuen Deal mit Iran aushandeln, der die Welt sicherer mache, so der US-Präsident. "Wir müssen einen Deal mit dem Iran abschließen, der Iran ermöglicht, seine wirtschaftliche Kraft auszuschöpfen."

    Außerdem hat er weitere Sanktionen gegen den Iran angekündigt. Die USA würden Irans Aggressionen nicht unbeantwortet lassen, erklärte Trump.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Trump verteidigt erneut die gezielte Tötung des iranischen Top-Generals Kassem Soleimani. "Es war schon lange geplant, diesen Terroristen auszuschalten", sagt Trump. Er habe "knietief im Blut gestanden".

  • Marc Drewello
    • Marc Drewello

    Der erste Anschein: Donald Trump scheint der Situation die Dramatik nehmen zu wollen.

  • Florian Schillat
    • Florian Schillat

    Es habe keine irakischen und amerikanischen Opfer bei den iranischen Raketenangriffen gegeben, so Trump. Darüber hinaus sehe der Iran scheinbar von weiteren Schlägen ab, sagt der US-Präsident.


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