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Irakischer Luftschlag: IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi schwer verletzt?

Am Wochenende tauchten Gerüchte auf, IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi sei bei einem Angriff schwer verletzt worden. Jetzt hat der Irak einen Luftschlag gegen Kommandeure der Terrorgruppe bestätigt. Doch Baghdadis Schicksal ist unklar.

Abu Bakr al-Baghdadi im Juni 2014 bei einer Rede in Mossul

Meistgesuchter Terrorist der Welt: Abu Bakr al-Baghdadi, hier im Juni 2014 bei einer Ansprache in einer Moschee in der vom Islamischen Staat besetzten irakischen Stadt Mossul

Die irakische Luftwaffe hat ein Treffen hochrangiger Militärs des Islamische Staates in Al-Qaim im Westirak angegriffen, an dem auch der Anführer der Terrorgruppe, Abu Bakr al-Baghdadi, teilgenommen haben könnte. Das teilte das irakische Militär in einer offiziellen Stellungnahme mit. Laut der Überschrift der Stellungnahme sei Baghdadi bei der Attacke am vergangenen Samstag verwundet worden, berichtet der US-Sender ABC. Aus dem Text selber gehe das aber nicht hervor.

Abu Bakr al-Baghdadi nicht auf Liste der Todesopfer

Eine Geheimdienstquelle hatte in der vergangenen Woche einen Konvoi beobachtet, der Baghdadi aus der Gegend um die IS-Hochburg Rakka in Syrien über die Grenze nach Al-Qaim brachte, wie die Nachrichtenangenturen AFP und Reuters unter Berufung auf die Stellungnahme melden. "Der direkte Angriff auf den Ort des Treffens führte zum Tod von 13 Daesh-Kommandeuren", zitiert AFP aus der Erklärung. Daesh ist die arabische Entsprechung zu Isis, wie die Terrormiliz auch genannt wird. Auf einer in der Erklärung enthaltenen Liste mit den Namen der Toten tauche der von Baghdadi allerdings nicht auf.

Laut dem irakischen Militär hatte die Luftwaffe das Treffen der IS-Anführer am 11. Februar in einem Haus in Al-Qaim mit F-16-Kampfjets angegriffen. Die Webseite Almasdarnews berichtet unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Bagdad, bei den Bombardierungen in der Region seien insgesamt 77 Mitglieder der Terrorgruppe getötet worden.

Baghdadi, der mit richtigem Namen Ibrahim al-Samarrai heißt, war nach Aussage des Militärs in das Grenzgebiet gekommen, um mit seinen Kommandeuren über die Rückschläge im Kampf um die vom IS besetzte irakische Stadt Mossul zu beraten und seinen Nachfolger zu bestimmen. Das irakische Militär hat schon mehrfach Verletzungen oder den Tod des meistgesuchten Terroristen der Welt gemeldet. Das US-Verteidigungsministerium hatte vor sechs Wochen erklärt, der Iraker sei noch immer am Leben und führe weiterhin den IS, während dieser versuche, die Reste seines bröckelndes "Kalifats" zu verteidigen.

"Teil von psychologischer Kriegsführung"

Das Pentagon betrachtet auch die aktuellen Berichte über eine Verwundung Baghdadis mit Skepsis. "Wir haben keinerlei Informationen, um sie zu bestätigen", zitiert der US-Sender ABC einen Ministeriumssprecher. "Es war ihr Luftschlag. Sie haben es verkündet."

Auch im irakischen Geheimdienst gibt es ABC zufolge Zweifel an den Gerüchten. Al-Qaim liege weit außerhalb der Gebiete, die Baghdadi in den vergangenen Jahren besucht habe, erklärte demnach ein Geheimdienstmitarbeiter. Ein anderer wird mit den Worten zitiert, die Berichte über eine Verwundung Baghdadis seien "Lügen, Teil von psychologischer Kriegsführung. Während der letzten 72 Stunden gab es keinerlei derartige Operationen der irakischen Luftwaffe".