HOME

John Bolton: Trumps Nationaler Kriegsberater

Er gilt als besonders aggressiver Falke. Mit John Bolton macht Donald Trump einen Mann zu seinem neuen Nationalen Sicherheitsberater, der lieber auf Krieg setzt als auf Diplomatie.

Der Mann mit dem markanten Schnauzbart passt zu Donald Trump: , der neue Nationale Sicherheitsberater des Präsidenten, nimmt kein Blatt vor den Mund. Schon unter der Präsidentschaft George W. Bushs war Bolton eine lautstarke Stimme der Rechten - und einer der glühendsten Verfechter eines US-Einmarsches in den Irak. Im Gegensatz zu Bush bereut er diesen Schritt bis heute nicht.

Bolton gilt als besonders aggressiver Falke, aber durchaus auch als Fachmann. 2005 zum US-Botschafter bei den Vereinten Nationen ernannt, wird der 69-Jährige für seine Intelligenz und seinen Dickkopf geschätzt. Und als hartnäckiger Verfechter eines amerikanischen Nationalismus. Der dürfte eigentlich nur mit einer Nation besetzt werden, sagte er einmal: natürlich mit den USA. Die EU hält er für eine "abgestumpfte Bürokratie".

Bolton erwägte Militärschlag gegen Nordkorea 

Auf die Mühen der Diplomatie blickt Bolton mit Geringschätzung hinab - was womöglich bedeutet, dass er Trump in Vorbereitung des Treffens mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un anraten könnte, diesem weniger mit Angeboten, als mit Drohungen gegenüberzutreten. Es könnte ein "sehr kurzes" Gipfelgespräch werden, sagte Bolton kürzlich. Noch Ende Februar hatte er in einer Kolumne des "Wall Street Journal" argumentiert, dass ein präventiver Militärangriff gegen Nordkorea völkerrechtlich gerechtfertigt sei. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur bezeichnete den Liebhaber schwerer Motorräder wegen seiner reißerischen Thesen einmal als "menschlichen Abschaum".

Kaum weniger rigoros ist Boltons Haltung zum Iran. Er hat gefordert, das Atom-Abkommen zu "zerfetzen". Vor drei Jahren plädierte er in der "New York Times" für Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen: "Bombardiert den Iran, um Bombe zu stoppen", lautete der provokante Titel seines Beitrags.

Donald Trump Berater Stephen Bannon

Die "Los Angeles Times" beschrieb ihn als "neokonservativen Kampfhund". Als George W. Bush ihn zum UN-Botschafter machte, schrieben 100 US-Diplomaten einen Brief an die Senatoren und forderten sie auf, der Nominierung nicht zu folgen. Seine Dienstzeit bei der UNO - die er für ein ineffizientes Bürokratiemonster hält - währte aber nur kurz. Er trat zurück, weil es ihm an Unterstützung im US-Senat mangelte, auch aus den Reihen der eigenen Republikanischen Partei.

Der republikanische Senator Rand Paul unterstellte Bolton, dieser sei "besessen, praktisch jeden Fehler zu wiederholen, den die US-Außenpolitik in den vergangenen 15 Jahren begangen hat".

Trump mag angeblich Boltons Schnurrbart nicht

Ein Konservativer ist Bolton seit frühen Jahren. Der Sohn eines Feuerwehrmanns und einer Hausfrau aus der Ostküstenstadt Baltimore schaffte es an die Eliteuniversität Yale, wo er ein Jurastudium absolvierte und sich in einem linksliberalen Umfeld durch seine politischen Ansichten abhob. Erstmals in der Regierung arbeitete er dann unter Präsident Ronald Reagan.

Als Kandidat für ein Amt in der Trump-Regierung wurde Bolton schon länger gehandelt. Nach seinem Wahlsieg soll Trump ihn für den Außenministerjob in Betracht gezogen haben. Die "Washington Post" berichtete damals, Trump habe sich möglicherweise deshalb gegen Bolton entschieden, weil er dessen dichten Schnurrbart für unansehnlich hielt.

Dass Bolton nun doch noch einen Regierungsposten bekommt, soll der Zeitung zufolge unter anderem daran liegen, dass Trump sich an dessen Fernsehkommentaren ergötzt. Sollte der Präsident also jemals Bedenken wegen des Schnauzers gehabt haben - Boltons Lobeshymnen auf seine Amtsführung haben sie verdrängt.

Donald Trump kündigt Rex Tillerson
mad / DPA / AFP