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Ungar Jozsef Szajer Während Shutdown: Rechter EU-Politiker mit Drogen bei illegaler Sexparty erwischt

Politiker József Szájer
József Szájer sittz seit 2004 für Ungarn im EU-Parlament, ist Gründungsmitglied der Regierungspartei Fidesz (abgebildet ist der 59-Jährige im Jahr 2016)
© Jean-Francois Badias / Picture Alliance
Der ungarische EU-Politiker Jozsef Szajer hat sein Amt aufgegeben, nachdem er auf einer – wegen Corona verbotenen – Sexparty erwischt wurde. Für ihn besonders pikant: Auf der Orgie waren fast nur Männer, seine Partei setzt sich gegen die Rechte von Homosexuellen ein.

Der ungarische EU-Abgeordnete Jozsef Szajer ist von seinem Amt zurückgetreten, nachdem er an einer illegalen Feier teilgenommen hatte. Der 59-Jährige war am Wochenende von der Polizei bei einer Sexparty über einem Schwulenclub in Brüssel erwischt worden, die wegen des Corona-Shutdowns illegal gewesen war. Dabei wurden auch Drogen in seinem Rucksack gefunden. "Ich bereue den Verstoß gegen die Covid-19-Einschränkungen zutiefst, das war verantwortungslos." Er ziehe daraus die "politischen und persönlichen" Konsequenzen, teilte Szajer mit und bestätigte damit mehrere belgische Medienberichte.

Laut Staatsanwaltschaft hatte die Polizei am Freitagabend eine Veranstaltung in einer Wohnung im Zentrum der belgischen Hauptstadt aufgelöst und "rund 20 Personen wegen der Nichteinhaltung der Gesundheitsmaßnahmen verwarnt". Unter den vornehmlich männlichen Gästen waren den Berichten zufolge auch mehrere Diplomaten und ein EU-Abgeordneter. Dieser habe noch erfolglos versucht, durch ein Fenster zu fliehen.

Jozsef Szajer: Die Drogen gehören mir nicht 

Der EU-Politiker hatte bereits am Wochenende überraschend verkündet, sich von seinen politischen Ämtern zurückzuziehen. Nun gestand er, dass er sich auf der Feier befunden habe, bestritt allerdings, dass die bei ihm gefundenen Drogen ihm gehörten. Er habe laut eigenen Aussagen auch keine Drogen konsumiert. Das anfallende Bußgeld werde er bezahlen. Zudem droht ihm den Behörden zufolge ein Verfahren wegen Drogenbesitzes "nach Aufhebung der parlamentarischen Immunität".

Szajer saß seit 2004 für Ungarn im EU-Parlement und ist Gründungsmitglied der rechtspopulistischen Partei Fidesz. Zudem gilt er als Vertrauter von Regierungschef Viktor Orban. Die ungarische Regierung steht regelmäßig wegen ihres Umgangs mit den Rechten von Homosexuellen in der Kritik. Szajer selbst war maßgeblich an der Umschreibung der Verfassung des Landes 2011 beteiligt, in der auch auf sein Drängen hin nun der Satz steht: "Ungarn soll die Institution Ehe als Einheit zwischen einem Mann und einer Frau schützen." Szajer hat mit seiner Ehefrau zusammen eine Tochter.

Quellen:Euronews / Politico.eu / AFP

fin

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