VG-Wort Pixel

Republikaner-Parteitag Kein Abstand, keine Masken – mehr als 1000 Zuschauer lauschen Trumps Angriffen auf Biden

Sehen Sie im Video: Von Abstand und Masken keine Spur – mehr als 1000 Zuschauer bei Trump-Rede.


US-Präsident Donald Trump ist nun offiziell der Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Seine Abschlussrede zum Nominierungsparteitag hat Trump gleich zu einem Frontalangriff gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden genutzt. Ein Sieg Bidens würde die Krisen, die den USA zu schaffen machten, nur noch verschlimmern, sagte Trump am Donnerstagabend vor der angestrahlten Fassade des Weißen Hauses. "Wenn Sie Joe Biden die Macht überlassen, wird die radikale Linke den Polizeidienststellen in ganz Amerika ihre Mittel entziehen. Sie werden Bundesgesetze verabschieden, um die Strafverfolgungen landesweit herunterzufahren. Jede Stadt wird wie Portland aussehen, was ebenfalls von den Demokraten regiert wird. In Bidens Amerika wird niemand mehr sicher sein. Meine Regierung wird immer an der Seite der Männer und Frauen der Strafverfolgungsbehörden stehen. Jeden Tag riskieren Polizeibeamte ihr Leben, um für unsere Sicherheit zu sorgen, und jedes Jahr opfern viele ihr Leben in Ausübung ihrer Pflicht." Vor dem Weißen Haus machten Demonstrierende Stimmung gegen den US-Präsidenten. Die Wut bei vielen ist groß. Am vergangenen Wochenende war erneut ein Afroamerikaner Opfer von Polizeigewalt geworden. Unbewaffnet wurde er von enem Polizisten sieben Mal in den Rücken geschossen, das Video kursierte weltweit im Netz. Trump holte in seiner Rede auch gegen die Demonstrierenden aus: "In einer Situation, in der die Dinge so sind, wie sie heute sind, dürfen wir niemals die Herrschaft dem Pöbel überlassen. Wir dürfen niemals zulassen, dass der Pöbel regiert. Auf das Schärfste verurteilt die Republikanische Partei die Ausschreitungen, Plünderungen, Brandstiftungen und Gewalttätigkeiten, die wir in den von den Demokraten regierten Städten wie Kenosha, Minneapolis, Portland, Chicago und New York und vielen anderen gesehen haben." Trump hielt seine Rede entgegen der Gepflogenheiten für eine Parteiveranstaltung auf dem Südrasen des Weißen Hauses. Kritiker warfen ihm bereits im Vorfeld deswegen vor, mit dem Traditionsbruch das historische Gelände für einen parteipolitischen Wahlkampfauftritt als Machtsymbol zu missbrauchen. Zudem waren trotz der Corona-Pandemie mehr als 1000 Zuschauer in engem Abstand anwesend, von denen viele keine Schutzmaske trugen. Etwas mehr als zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl am 3. November liegt der ehemalige Vizepräsident Joe Biden in Umfragen vor Trump. Medienberichten zufolge bröckelt zudem der Rückhalt des Präsidenten im eigenen politischen Lager immer mehr. Mehr als 160 frühere Mitarbeiter des republikanischen Ex-Präsidenten George W. Bush und zweier republikanischer Präsidentschaftskandidaten sprechen sich offen für Joe Biden aus, wie die "New York Times" und "Politico" berichteten.
Mehr
US-Präsident Donald Trump ist jetzt offiziell der Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Während zahlreiche Trump-Anhänger auf dem Rasen des Weißen Hauses seine Rede ohne Mindestabstand und Schutzmaske verfolgen, kommt es vor dem Gebäude zu Protesten.

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker