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Keine Einigung in Brüssel: Verhandlungen zum EU-Haushalt 2020 vorerst geplatzt

Wie viel Geld sollte die EU im kommenden Jahr ausgeben? Über diese Frage streiten derzeit Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments. Nach einer gescheiterten Verhandlungsrunde am Freitag wird die Zeit für eine rechtzeitige Einigung nun knapp.

Keine Einigung

Die Vermittlungsgespräche über den EU-Haushalt des kommenden Jahr sind geplatzt. Foto: Oliver Berg/dpa

Im Streit über den milliardenschweren EU-Haushalt für 2020 sind Vermittlungsgespräche vorerst geplatzt.

Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments gingen in der Nacht nach stundenlangen Verhandlungen ergebnislos auseinander. Die Gespräche müssen nun am Montag fortgesetzt werden, wie die finnische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Sollte es dann bis Mitternacht keine Einigung geben, muss die EU-Kommission einen neuen Budgetentwurf vorlegen.

Streitpunkt bei den Verhandlungen ist unter anderem die Frage, wie viel Geld für Auszahlungen aus dem Haushalt eingeplant werden soll. Das EU-Parlament forderte zuletzt einen Betrag von 159,1 Milliarden Euro, während die Mitgliedstaaten nur 153,1 Milliarden Euro bewilligen wollten.

Die Mitgliedstaaten argumentieren dabei, dass sie für unvorhergesehene Ereignisse eine Reserve in Höhe von vier Milliarden Euro haben wollen. Sie könnte zum Beispiel dann gebraucht werden, wenn es doch noch einen ungeregelten Brexit geben sollte oder der Türkei mehr Geld für die Versorgung von Syrien-Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden muss. Das Parlament ist hingegen der Ansicht, dass eine Reserve in Höhe von 400 Millionen Euro ausreichend wäre - notfalls müsse es halt zusätzliches Geld geben.

Der Vorsitzende des Haushaltsauschusses, Johan Van Overtveldt, sagte im Anschluss an die jüngste Verhandlungsrunde, nach derzeitigem Stand würden mehr als vier Milliarden Euro im Jahr 2020 ungenutzt bleiben. Angesichts der vielen Herausforderungen der EU müsse man sehr gründlich darüber nachdenken, wie man damit am besten umgehe. Die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier nannte die Themenbereiche Klima, Jugend und Digitalisierung als Prioritäten des Parlaments.

Die für die Bundesregierung verhandelnde Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn (SPD) sagte: «Ich hoffe sehr, dass es uns am Montag gelingt, einen für alle Seiten tragfähigen Kompromiss zu zimmern.» Man gehe jetzt in die Nachspielzeit und werden über das Wochenende weiter konstruktiv an einer Verständigung zwischen Rat und Europäischem Parlament arbeiten.

Deutschland steuert als größter Nettozahler der Union mehr als ein Fünftel des EU-Etats bei. Die Gelder werden unter anderem für Programme in Bereichen wie Landwirtschaft, Bildung und Forschung ausgegeben.

dpa