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Konflikte mit Boris Johnson: Britischer Finanzminister Javid überraschend zurückgetreten

Die Kabinettsumbildung von Premierminister Boris Johnson fällt tiefgreifender aus als gedacht. Eigentlich galt der Posten des Schatzkanzlers als sicher, doch nun musste Javid seinen Hut nehmen.

Der britische Finanzminister Sajid Javid ist überraschend zurückgetreten. Der Schatzkanzler gilt in Großbritannien als wichtigstes Regierungsamt nach dem Premierminister.

Zwar kommt der Rücktritt als Teil einer seit langem erwarteten Kabinettsumbildung durch Premierminister Boris Johnson, doch eigentlich galt Javid als sicher in seinem Amt. Seine Nachfolge soll der bisherige Staatssekretär im Finanzministerium, Rishi Sunak, antreten.

Zwischen Javid und Johnson hatte es immer wieder Konflikte gegeben. So preschte der nun geschasste Finanzminister kürzlich mit der Ankündigung vor, dass das umstrittene Bahn-Projekt HS2 fortgesetzt wird. Die Hochgeschwindigkeitstrasse soll die wirtschaftlich abgehängten Regionen in den Midlands und dem Norden Englands besser mit der Hauptstadt verbinden.

Ebenfalls gehen muss Nordirland-Minister Julian Smith. Und das, obwohl er erst vor kurzem mit der Wiederherstellung einer Regionalregierung für den britischen Landesteil einen großen Erfolg verbucht hatte. Das Regionalparlament und die Regierung in Belfast waren zuvor drei Jahre lang blockiert, weil sich die zerstrittenen Parteien in der ehemaligen Bürgerkriegsregion nicht auf eine Koalition einigen konnten.

Außenminister Dominic Raab hingegen darf auf seinem Posten bleiben, teilte der Regierungssitz Downing Street 10 per Twitter mit. Auch Innenministerin Priti Patel bleibt im Amt.

dpa