VG-Wort Pixel

Massaker in Kandahar US-Soldat will mit Geständnis Todesstrafe entgehen


Es ist eines der schwersten Kriegsverbrechen in Afghanistan: Der US-Soldat Robert Bales soll 16 Dorfbewohner getötet haben, die meisten Frauen und Kinder. Ein Deal soll ihm die Todesstrafe ersparen.

Der US-Soldat, der das Massaker von Kundus im März 2012 begangen haben soll, kommt offenbar um die Todesstrafe herum. Der 39-jährige Robert Bales habe einen Handel mit der Staatsanwaltschaft abgeschlossen, teilte der Anwalt des Feldwebels in einem von der BBC ausgestrahlten Video mit.

Sein Mandant habe im Gegenzug für ein Geständnis mit der Staatsanwaltschaft vereinbart, dass ihm die Höchststrafe für die Tat erspart bleibt, erklärte der Anwalt. Im September werde das zuständige Militärgericht dann entscheiden, ob es eine lebenslängliche Haftstrafe mit oder ohne Chance auf Bewährung verhängt. Das Geständnis will der Beschuldigte demnach am kommenden Mittwoch bei einer Anhörung im US-Bundesstaat Washington abgeben.

"Abscheuliches und verachtenswertes" Verbrechen

Bales muss sich wegen 16-fachen Mordes, sechsfachen Mordversuchs und Misshandlung in sieben Fällen verantworten. Von den 22 Opfern des Massakers am 11. März 2012 in der südafghanischen Provinz Kandahar waren allein 17 Kinder und Frauen.

Die Staatsanwaltschaft sprach von einem "abscheulichen und verachtenswerten" Verbrechen, zumal der Unteroffizier einige der Leichen auch noch angezündet und sich mit den Taten gebrüstet haben soll. Auf die Frage, ob sein Mandant Reue empfinde, antwortete Verteidiger John Browne: "Absolut, und ich denke, das wird im weiteren Prozessverlauf auch deutlich werden." Die Hinterbliebenen der Opfer dürfte das kaum zufriedenstellen: Sie hatten ursprünglich für ein Gerichtsverfahren in Afghanistan und die Möglichkeit der Todesstrafe plädiert.

mad/AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker