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Myanmar "Schrecklich. Ein Massaker" - Sicherheitskräfte erschießen laut UN 38 Demonstranten

Sehen Sie im Video: Einsatzkräfte erschießen laut UN mindestens 38 Anti-Putsch-Demonstranten in Myanmar.








In Myanmar haben Einsatzkräfte bei landesweiten Protesten gegen den Militärputsch nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) am Mittwoch 38 Menschen getötet. In mehreren Städten wurde ohne große Warnung mit scharfer Munition auf Demonstrierende geschossen, wie Augenzeugen berichteten. Bilder von einer Handykamera zeigen die Spuren der Schießerei. Es sei schrecklich gewesen, ein Massaker, schilderte die junge Aktivistin Thinzar Shunlei Yi die Lage Reuters in einer Messenger-App. Keine Worte könnten die Lage und unsere Gefühle beschreiben, so Yi. Der Erzbischof von Yangon, Kardinal Charles Maung Bo, zog auf Twitter einen Vergleich zur gewaltsamen Niederschlagung der Protestbewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking 1989: "Das Land sei wie der Tiananmen-Platz in den meisten großen Städten. Die UN-Sondergesandte für Myanmar, Christine Schraner Burgener, sprach in New York von "dem blutigsten Tag seit dem Putsch am 01. Februar". "Heute - nur heute - sind 38 Menschen gestorben", sagte sie. Ausnahmezustand in dem südostasiatischen Land. Kampfjets waren am Donnerstag tief fliegend über der Stadt Mandalay zu sehen. Wohin sie flogen, war nicht bekannt. Die Gesamtzahl der Toten liege nun bei mehr als 50. In der Metropole Yangon starben Augenzeugen zufolge mindestens drei Menschen, als Sicherheitskräfte mit automatischen Waffen am frühen Abend auf die Menge schossen. "Ich hörte so viel Dauerfeuer. Ich legte mich auf den Boden, sie schossen viel, und ich sah, wie zwei Menschen auf der Stelle getötet wurden", sagte der 23-jährige Demonstrant Kaung Pyae Sone Tun Reuters. Sicherheitskräfte lösten die Demonstration auf und nahmen etwa 300 Teilnehmer fest, wie die Nachrichtenagentur Myanmar Now meldete. Vertreter der Militärregierung waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ungeachtet des blutigen Vorgehens der Einsatzkräfte in Myanmar gingen die Aktivisten am Donnerstag wieder auf die Straßen, um gegen das Militärregime zu demonstrieren. Seit das Militär die zivile Regierung abgesetzt hat, kommt es regelmäßig zu Massendemonstrationen. Fast 1300 Menschen wurden nach Angaben von Aktivisten festgenommen, darunter auch die De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Deren Partei hatte die Wahl im November klar gewonnen, doch das Militär erkennt den Sieg nicht an und spricht von Wahlbetrug.
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In Myanmar versucht das Militär immer brutaler, die Demonstrationen gegen den Putsch zu verhindern: Mit automatischen Waffen schossen Einsatzkräfte nach Angaben mehrerer Augenzeugen in die Menge. Laut UN sind dabei 38 Menschen gestorben.

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