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US-Präsident erkrankt Nächster Corona-Fall im Weißen Haus – Top-Militärs in Quarantäne

Stephen Miller, Seniorberater von US-Präsident Donald Trump, auf dem Weg zum Weißen Haus.
Stephen Miller, Seniorberater von US-Präsident Donald Trump, wurde positiv auf das Corona-Virus getestet. 
© Nicholas Kamm / AFP
Nach der Erkrankung des US-Präsidenten macht das Virus auch vor der Regierung nicht Halt: Ein weiterer Trump-Vertrauter wurde am Dienstag positiv getestet, ranghohe Generäle arbeiten von zu Hause aus. Währenddessen macht Herausforderer Joe Biden weiter Wahlkampf. 
Nach der Corona-Diagnose von Donald Trump greift das Virus im Weißen Haus weiter um sich. Stephen Miller, der Seniorberater des Präsidenten, wurde am Dienstag positiv getestet. Dessen Erkrankung könnte Fragen für die morgige Debatte des Vizepräsidenten Mike Pence mit Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris aufwerfen. Millers Ehefrau Katie ist Sprecherin von Pence und flog mit dem Vizepräsidenten nach Salt Lake City, wo die Debatte am Mittwochabend (Ortszeit: 21:00 Uhr) stattfinden soll. Laut Medienberichten war ihr Test am Dienstag negativ, sie habe Salt Lake City aber trotzdem verlassen. Der Leibarzt von Pence betonte unterdessen, dass die Tests des Vizepräsidenten nach wie vor negativ ausfielen und er keine Quarantäne benötige.

"Es ist offensichtlich, dass es einen Ausbruch im Weißen Haus gab", räumte Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany ein. Ranghohe Generäle, darunter Generalstabschef Mark Milley, arbeiten laut Medienberichten von zuhause aus, weil sie bei einer Besprechung dem Coronavirus ausgesetzt gewesen sein könnten. –

Trump zurück im Weißen Haus

Trump selbst hat nach eigenen Angaben keine Symptome mehr, zugleich hält sich das Weiße Haus aber mit Details über seinen Gesundheitszustand zurück. "Insgesamt geht es ihm weiterhin extrem gut", teilte Trumps Leibarzt Sean Conley mit. Der Präsident habe keine Symptome gemeldet, seine Werte seien stabil und die Sauerstoffsättigung seines Bluts liege bei 95 bis 97 Prozent. Trump wurde vergangene Woche Sauerstoff zugeführt, nachdem dieser Wert gefallen war - was meist von Lungenproblemen zeugt. Der Präsident wurde bei seinem dreitägigen Klinik-Aufenthalt mit einem experimentellen Antikörper-Mittel und Steroiden behandelt.

Trump war am Montagabend ins Weiße Haus zurückgekehrt. Am Dienstag fiel er mit einer erhöhten Twitter-Aktivität auf. Dabei ließ er unter anderem Hoffnungen auf ein großes Konjunkturpaket vor der US-Wahl platzen. Er wies seine Regierung an, nicht mehr mit den Demokraten im Repräsentantenhaus zu verhandeln, weil sie auf zu hohen Summen beharrten. Dafür versprach er bei Twitter, dass es "sofort" nach seinem Wahlsieg ein Konjunkturpaket geben werde. Am späten Abend twitterte Trump dann plötzlich, dass er bereit sei, gleich ein Gesetz für Schecks über 1200 Dollar für jeden Amerikaner zu unterschreiben.

Biden: "Leute, ignoriert die Umfragen."

Einen Monat vor der US-Präsidentenwahl liegt Trump in den Umfragen deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden zurück. In einer neuen Erhebung des Nachrichtensenders CNN führt Biden mit 57 zu 41 Prozent. Der Kandidat der Demokraten warnte seine Anhänger jedoch vor Übermut. "Leute, ignoriert die Umfragen", schrieb er bei Twitter. "Es steht zu viel auf dem Spiel für Selbstzufriedenheit." Vor vier Jahren wurde Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton in Umfragen als Siegerin gesehen und verlor trotzdem.

Diesmal lastet auf Trump allerdings unter anderem seine Bilanz in der Corona-Krise mit bisher rund 211.000 verstorbenen Amerikanern. In den Umfragen fiel er nach seinem rabiaten Auftreten in der ersten TV-Debatte gegen Biden weiter zurück. Nachdem er aufgrund seiner positiven Diagnose selbst im Krankenhaus war, spielt er das Coronavirus weiterhin runter.

Nach der besonderen Behandlung rief er seine Landsleute unter anderem auf, sie sollten "keine Angst vor Covid" haben und verkündete, er fühle sich besser als vor 20 Jahren. Den Abend verbrachte Trump größtenteils mit Versuchen, via Twitter seine alten Vorwürfe wieder anzufachen, dass Präsident Barack Obama vor vier Jahren seinen Wahlkampf ausgespäht habe. Er beschwerte sich auch, dass er bereits längst die Veröffentlichung unzensierter Unterlagen dazu angewiesen habe, die Behörden sich aber Zeit ließen.

Bidens Teilnahme an zweiter TV-Debatte unsicher

Biden führte unterdessen seinen Wahlkampf fort und appellierte an die Amerikaner, politische Spaltungen zu überwinden. Als symbolträchtige Kulisse für die Ansprache wählte er Gettysburg im Bundesstaat Pennsylvania - den Ort einer der blutigsten Schlachten des amerikanischen Bürgerkrieges. Nach dem Auftritt stellte Biden seine zweite TV-Debatte mit Trump angesichts dessen Erkrankung in Frage: "Ich denke, wenn er immer noch Covid hat, sollten wir keine Debatte haben." Man werde auf jeden Fall "sehr strikten Richtlinien" folgen müssen. "Zu viele Leute wurden infiziert."

Die zweite Debatte der Kontrahenten ist für den 15. Oktober angesetzt. Nach wie vor ist unklar, ob Trump eventuell schon bei der ersten von drei geplanten Debatten am Dienstag vergangener Woche ansteckend gewesen sein könnte. Die "New York Times" berichtete am Dienstag, dass Trump entgegen früheren Angaben nicht jeden Tag getestet worden sei. Das Weiße Haus weigert sich bislang zu sagen, wann Trump zuletzt einen negativen Corona-Test hatte.

les /dpa

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