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Obama lehnt Petition ab: Todesstoß für den "Todesstern"

Barack Obama hat einen Antrag aus dem Volk abgelehnt, ein riesiges Schlachtschiff fürs Weltall zu entwickeln. Begründung: "Die Regierung leistet keine Unterstützung für die Zerstörung von Planeten."

Amerika ist riesig. In Amerika ist alles riesig. Man denke nur an den Grand Canyon, die Redwoods, die Militärausgaben, die Wolkenkratzer, Big Lebowski, Big Daddy, den Big Apple und natürlich den Big Mac, aber auch an den Schuldenberg. Und weil viele Amerikaner Angst vor dem Big Bang, dem großen Knall, dem Weltuntergang, haben, fordern sie die US-Regierung auf, sich gegen alle möglichen Gefahren zu rüsten - auch aus dem All. So kam es zu einer Petition an Präsident Barack Obama, die 34.435 von rund 313 Millionen Amerikanern unterschrieben, eine big Raumstation zu bauen mit richtig großen Waffen. Einen "Todesstern", wie wir ihn aus den Star-Wars-Filmen kennen. Zieldatum für den Baubeginn: 2016. "Think big" - typisch Amerika.

Doch das Weiße Haus lehnt das Ansinnen ab. "Die Regierung leistet keine Unterstützung für die Zerstörung von Planeten." Auch ist ihr der Vorschlag eine Spur zu big gewesen. Die Kosten "von mehr als 850 Billiarden Dollar" hält sie für zu groß. Die Ausgaben würden den Schuldenberg noch weiter anwachsen lassen. Der ist nach Meinung Obamas schon jetzt zu üppig. Aber auch aus strategischen Gründen wies die Regierung das Ansinnen zurück. "Warum sollten wir unzählige Dollars der Steuerzahler ausgeben für einen Todesstern, dessen gravierenden Schwachstelle von einem Ein-Mann-Raumschiff ausgenutzt werden kann?", fragte Paul Shawcross, Obamas Mann für den Etat für Wissenschaft und Raumfahrt.

Dabei hatten die Antragsteller versucht, ihr Anliegen dem Chef im Weißen Haus schmackhaft zu machen. "Durch die Konzentration unserer Verteidigung auf ein mächtiges Weltraum-Waffensystem wie den Todesstern ist unsere Regierung in der Lage, Jobs im Bau- und Ingenieurswesen, in der All-Forschung und anderen Bereichen zu schaffen. Gleichzeitig wird unsere Landesverteidigung gestärkt", hieß es da staatsmännisch. Neue Jobs und eine leistungsstarke Armee sind durchaus Anliegen der Regierung, wie die horrenden Ausgaben für Rüstung jahr für Jahr zeigen. Shawcross verwies in seiner Antwort, die zwischen leiser Ironie und Ernsthaftigkeit schwankte, aber nochmals auf die Kosten, die der Bau eines "Todessterns" verursachen würde. "Wir arbeiten hart daran, das Defizit zu reduzieren - nicht, es auszuweiten."

Bauzeit 833.315 Jahre

Obamas Mitarbeiter riet den Unterstützern der Petition, den Himmel sorgfältig zu betrachten. Dann stellten sie fest, dass dort "schon etwas schwebt". Er formulierte: "Das ist kein Mond, sondern eine Raumstation! Ja, wir haben bereits eine riesige internationale Raumstation so groß wie ein Fußballfeld in der Umlaufbahn der Erde, die uns hilft zu lernen, wie Menschen über einen langen Zeitraum im All leben und gedeihen können." Er verlinkte in seiner Online-Antwort an die Antragsteller auf die Webseite der Nasa, wo es heißt, die Station sei nach der Sonne und dem Mond das drittgrößte Objekt am Himmel. Shawcross verwies auch auf die Bemühungen des Landes, den Mars zu erkunden, ob dort jemals Leben existiert hat. Außerdem sei das All nicht mehr allein Aktivitäten von Regierungen überlassen. Auch private Firmen bewegten sich dort.

"Wir haben keinen Todesstern, aber wir haben schwebende Roboter-Assistenten auf der Raumstation, einen Präsidenten, der sich auskennt mit einem Lichtschwert und modernen (Marshmallow) Kanonen", hob Shawcross hervor, eine Anspielung auf Obamas Begeisterung für die Erfindung eines Jungen aus Phoenix in Arizona, mit der man Marshmallows, eine in den USA beliebte Süßigkeit, durch die Luft schießen kann. als wäre sie für den Kölner Karneval konstruiert. Der Präsident hatte sie bei einer Wissenschaftsmesse für Schüler im Weißen Haus höchstpersönlich ausprobiert und sich wie ein kleiner Junge darüber gefreut.

Im Netz war viel über den kühnen Plan diskutiert worden. Allein ob die Zeitvorgabe bis 2016 ausreichen würde, einen solchen Kampfstern zu entwickeln, wurde heiß debattiert. Einige US-Ökonomen, die die witzige Seite ökonomischer Themen betrachten, hatten Anfang 2012 eine Rechnung aufgemacht: Der Bau des Todessterns würde 833.315 Jahre dauern und 852.000.000.000.000.000 Dollar kosten - ungefähr rund das 13.000fache des Weltsozialprodukts. Kurzum: eine große Aufgabe - selbst zu groß für eine Nation, die alles mag, was "big" ist.

tso