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Bei Protesten erschossen War der mutmaßliche Todessschütze von Portland ein Linksextremist?

Sehen Sie im Video: Gewalt in Portland – Mann wird Nahe einer Pro-Trump-Demo erschossen.




In Portland in den USA ist bei Zusammenstößen ein Mensch erschossen worden. Am späten Samstagabend sei es in der Innenstadt Portlands zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen gegnerischen Gruppen gekommen, teilte die Polizei mit. Eine Person sei in die Brust geschossen worden. Rettungskräften zufolge verstarb das Opfer. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben mehrere Personen fest. Es werde wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt. In Portland im US-Bundesstaat Oregon gibt es seit fast drei Monaten täglich Kundgebungen der Black-Lives-Matter-Bewegung und Gegendemonstrationen. Das gesellschaftlich gespaltene Land erlebt seit der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten im Mai eine Welle der Proteste gegen Rassismus, die zunehmend rechte Gruppen auf den Plan rufen. Unterdessen kündigte US-Präsident Donald Trump an, am Dienstag nach Kenosha im Bundesstaat Wisconsin reisen zu wollen. Er wolle sich dort mit Polizeivertretern treffen und sich ein Bild von den Schäden in der 100.000-Einwohner-Stadt machen. In Kenosha war es in der vergangenen Woche zu teils gewaltsamen Protesten gekommen, nachdem ein weißer Polizist bei einer versuchten Festnahme den Afroamerikaner Jacob Blake mit mehreren Schüssen in den Rücken aus kurzer Entfernung schwer verletzt hatte.


Quellen: Reuters, NYT 
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Schon wieder ist bei Protesten in den USA ein Mensch ums Leben gekommen. Dieses Mal handelt es sich wohl um einen Trump-Anhänger. Die Polizei ermittelt gegen einen 48-Jährigen, der sich als "100 Prozent Antifa" bezeichnet.

Die USA kommen nicht zur Ruhe. In Kenosha wurden am Rande von Protesten zwei Menschen erschossen, mutmaßlich von einem Teenager, der Donald Trump unterstützt. Nun ist auch in Portland an der Westküste ein Mensch ums Leben gekommen – einem Medienbericht zufolge wurde er von einem selbsternannten Antifa-Anhänger erschossen.

Die örtliche Zeitung "The Oregonian" berichtet, dass die Polizei derzeit gegen den 48-Jährigen Michael R. ermittelt, professioneller Snowboarder, Vater von zwei Kindern und "100 Prozent Antifa", so seine Selbstbeschreibung auf Facebook. Der Mann sei der Polizei bereits bekannt, weil er mit geladener Waffe an Protesten in Portland teilgenommen haben soll. In sozialen Netzwerken kursieren Bilder von ihm, die ihn auf Kundgebungen von Black Lives Matter zeigen.

Identität des Opfers bestätigt

Der Mann, der Samstagnacht erschossen wurde, heißt Aaron Danielson, nannte sich aber Jay Bishop. Bekannt war bislang, dass er eine Mütze von "Patriot Prayer" trug, eine rechtsextreme Gruppe aus Portland. Deren Gründer Joey Gibson hatte die Identität des Opfers bestätigt. 

Obwohl die Polizei noch ermittelt, hätten laut der Zeitung "The Oergonian" Verwandte von R. seine Täterschaft bereits bestätigt. "Wir haben uns an die Polizei gewandt und erklärt, dass wie Michael auf den Screenshots des Vorfalls erkannt haben, wird eine Schwester zitiert. Ihr zufolge habe sich der Bruder von der Familie entfremdet. "Einerseits überrascht uns das Ganze, weil wir immer dachten, er sei wie ein Hund, der bellt aber nicht beißt, anderseits war er schon immer impulsiv und unvernünftig".

Der Tattag war die 95. Nacht seit dem Tod von George Floyd, in der es in Portland zu Unruhen gekommen ist. Auch diesmal waren wieder Black-Lives-Matter-Demonstranten mit Anhängern von US-Präsident Donald Trump zusammengestoßen. Laut der Polizei habe es im Stadtzentrum "einige Fälle von Gewalt zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten" gegeben. Beamte hätten eingegriffen und einige Menschen festgenommen.

Bürgermeister will keine Nationalgarde in der Stadt

Seit dem Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minnesota Ende Mai hat sich Portland im Bundesstaat Oregon zu einem Zentrum der landesweiten Black-Lives-Matter-Proteste entwickelt. Die Stadt war auch Schauplatz eines umstrittenen Einsatzes der Bundespolizei, den US-Präsident Donald Trump ungeachtet der Proteste der demokratischen Stadtregierung durchgesetzt hatte.

Trump kritisierte erneut den demokratischen Bürgermeister von Portland, Ted Wheeler, scharf. Dieser sei "inkompetent", genauso wie sein Präsidentschaftsherausforderer Joe Biden. Die Probleme könnten "innerhalb von weniger als einer Stunde gelöst sein", wenn die Nationalgarde eingreifen würde, twitterte Trump. Dies lehnt Wheeler ab.

Angesichts anhaltender Proteste gegen Polizeigewalt in der Stadt Kenosha, kündigte das Weiße Haus einen Besuch von Trump an. Der Präsident wolle am Dienstag Polizeivertreter der Stadt treffen und die Schäden besichtigen, die bei den Protesten gegen Polizeigewalt entstanden seien, heiß es. Der Gouverneur des Bundesstaates Wisconsin bittet Trump jedoch eindringlich darum, nicht nach Kenosha zu reisen.

Kritiker werfen Trump vor, sich auf die Gewalt am Rande der Demonstrationen zu fokussieren, anstatt das Rassismus-Problem im Land anzugehen. Bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat New Hampshire hatte Trump zuletzt gesagt, der "Rassenhass" in den USA werde von Medien wie den Fernsehsendern CNN und MSNBC geschürt. Der Präsident warnte bei diesem Anlass auch erneut vor einem "linken Mob".

nik mit DPA

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