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Rebellenhochburg: Erdogan: Werden Tod Zehntausender in Idlib nicht hinnehmen

Instanbul - Die Türkei will einem Blutbad an Zivilisten bei einer möglichen syrischen Militäroffensive in der Provinz Idlib nicht tatenlos zusehen.

Syrien-Gipfel in Teheran

Hassan Ruhani (l), Präsident des Iran, und Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Syrien-Gipfel. Foto: Iranian Presidency office

Die Türkei will einem Blutbad an Zivilisten bei einer möglichen syrischen Militäroffensive in der Provinz Idlib nicht tatenlos zusehen.

«Wenn die Welt vor der Tötung Zehntausender unschuldiger Menschen beide Augen zudrückt, um den Interessen des Regimes zu dienen, werden wir weder von der Seitenlinie zuschauen noch ein solches Spiel mitspielen», schrieb Präsident Recep Tayyip Erdoğan am späten Freitagabend auf Twitter.

Idlib im Nordosten Syriens ist die letzte Hochburg islamistischer Rebellen in dem Land, in dem seit sieben Jahren ein Bürgerkrieg tobt. Russland, die Türkei und der Iran hatten sich bei einem Gipfel in Teheran am Freitag nicht auf ein gemeinsames Vorgehen zur erwarteten Offensive der syrischen Regierung einigen können. Die Türkei, die die Gegner von Präsident Baschar al-Assad unterstützt, konnte Russland und den Iran als Verbündete Syriens nicht von einer Waffenruhe in der Provinz überzeugen.

Die Türkei habe in Teheran klargemacht, dass Methoden, die keine Rücksicht auf das Leben von Zivilisten nähmen, nur den «Terroristen» in die Hände spielten, schrieb Erdoğan. Die Idlib-Frage müsse «im Geist von Astana» gelöst werden, ohne Schmerz, neue Spannungen und mehr Leiden zu erzeugen. In der kasachischen Hauptstadt Astana waren im vergangenen Jahr auf Betreiben Russlands, der Türkei und Syriens erstmals syrische Konfliktparteien zu Gesprächen zusammengekommen.

dpa
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