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Biden-Regierung Schwarz und lesbisch: Vize-Pressechefin Karine Jean-Pierre mit historischem Auftritt

Karine Jean Pierre
"Ich glaube, es geht nicht um die Person, die hinter diesem Podium steht": Karine Jean-Pierre bei ihrem ersten Pressebriefing im Weißen Haus.
© Nicholas Kamm / AFP
Erst einmal hat eine schwarze Frau ein Pressebriefing im Weißen Haus geleitet. Das war vor 30 Jahren. Nun folgt mit Karine Jean-Pierre die zweite – und sorgt bei ihrem Auftritt für eine Premiere.

Homosexualität und Politik sind nicht unbedingt beste Freunde. Jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit und schon gar nicht in den USA. Nur ganz wenige Politikerinnen und Politiker dort bekennen sich dazu, lesbisch oder schwul zu sein. Darunter etwa Pete Buttigieg, US-Verkehrsminister und früherer Präsidentschaftskandidat. Offen homosexuell lebt auch Karine Jean-Pierre – sie war bislang eher hinter den Kulissen aktiv. Nun aber hatte sie ihren ersten Auftritt vor der Hauptstadtpresse und schrieb damit Geschichte.

Denn die Vize-Pressesprecherin ist erst die zweite schwarze Frau überhaupt, die das Journalisten-Briefing im Weißen Haus geleitet hat – und die erste offen lesbische. Auch für sie selbst war der Anlass eine Erwähnung wert: "Ich weiß diesen historischen Umstand wirklich zu schätzen", sagte Jean-Pierre auf die Feststellung, dass eine schwarze Frau hinter diesem Podium ein seltener Anblick sei. "Ich glaube, es geht nicht um die Person, die hinter diesem Podium steht oder sich in diesem Raum befindet. Es geht darum, was wir im Namen des amerikanischen Volkes tun können." Aber, so die 43-Jährige weiter: "Selbstverständlich glaubt der Präsident an Repräsentanz und ich bin dankbar, dass er mir die Gelegenheit dafür bietet."

1991 gab es eine Schwarze in gleicher Funktion

Die erste schwarze Frau in dieser Funktion war Judy Smith, die 1991 als stellvertretende Pressechefin im Namen des damaligen US-Präsidenten George H.W. Bush gesprochen hatte. Unter Donald Trump waren die eigentlich regelmäßigen Briefings entweder ausgefallen oder in einer Farce geendet. Sprecher Sean Spicer wurde dadurch bekannt, dass er die Größe des Publikums bei Trumps Amtseinführung völlig übertrieben hatte. Und die letzte Pressechefin, Kayleigh McEnany, scheute sich nicht, mit heiligem Ernst selbst abstruseste Unwahrheiten des Ex-Präsidenten zu verteidigen.

Wohl nicht zufällig war es Karine Jean-Pierre daher wichtig, "Wahrhaftigkeit und Transparenz" zu unterstreichen. "Das ist die Art und Weise von der ich glaube, auf die der Präsident mit den amerikanischem Volk kommunizieren will", sagte sie. Die frühere Mitarbeiterin von Barack Obama und Kommentatorin des linken TV-Senders MSNBC wird bereits als Nachfolgerin ihrer Chefin Jen Psaki gehandelt. Üblicherweise leitet sie die täglichen Presse-Unterrichtungen, hat aber angekündigt, den Job nicht länger als ein Jahr machen zu wollen.

Mit Frau und Kind in Washington

Jean-Pierre wurde auf der französischen Karibikinsel Martinique als Tochter von Haitianern geboren, wuchs allerdings in New York City auf. Bevor sie ins Weiße Haus ging, war sie Stabschefin von Kamala Harris. Jean-Pierre lebt mit der CNN-Reporterin Suzanne Malveaux und der gemeinsamen Tochter zusammen in der Hauptstadt Washington.

Quellen: "The Hill", ThoughtCo.com, "The Guardian"

nik

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