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Wegen Skripal-Fall: Neuseeland würde gerne russische Spione rauswerfen - kann aber keine finden

Der Fall um den vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal sorgt weiter für diplomatische Konsequenzen, westliche Staaten verweisen reihenweise russische Spione des Landes. Auch Neuseeland will mitmachen - hat aber ein Problem.

Neuseeland Premier Jacinda Ardern

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern möchte gerne Agenten ausweisen

DPA

Der Fall weitet sich immer mehr zu einer diplomatischen Krise aus: Seit der Ex-Agenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia mit den Nervengas Nowitschok vergiftet wurden, ist die Lage zwischen Russland und dem Westen immer angespannter. Mehr als 100 russische Diplomaten wurden von verschiedenen Staaten nach Hause geschickt. Der Vorwurf: Es soll sich um nicht gemeldete Spione gehandelt haben. Auch Neuseeland möchte gerne so seine Solidarität zeigen, steht aber vor einem Problem: Es gibt schlicht keine bekannten russischen Spione.

"Während andere Staaten nicht registrierte Agenten hinauswerfen, mussten wir feststellen, dass keine Individuen in Neuseeland in dieses Profil passen"; erklärte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern nach einem Bericht des "Guardian". "Wenn es sie gäbe, hätten wir bereits gehandelt." Man habe daher den russischen Botschafter vorgeladen, das Treffen habe aber keine Konsequenzen gehabt.

Symbolpolitik ohne Symbol

Trotzdem betont sie die Nähe des Landes zu seinem Partner Großbritannien. "Wir stehen fest hinter unseren internationalen Partnern in unserer geteilten Sorge über das Nervengas-Attentat in Salisbury." Man prüfe, mit welchen Handlungen man diese seine Unterstützung der internationalen Bemühungen zum Ausdruck bringen könne.

Neuseeland will also etwas tun. Doch was? Außenminister Winston Peters erklärte: "Als Teil unserer fortwährenden Unterstützung für das Vereinigte Königreich und der internationalen Gemeinschaft werden wir mögliche zukünftige Maßnahmen genau im Auge behalten. Er habe den russischen Botschafter bereits angerufen und seine ernsthafte Sorge über den mutmaßlich russischen Ursprung des in Salisbury eingesetzten Nervengases betont. "Und auch dieselbe Nachricht nach Moskau übermittelt." Die Nervosität des russischen Präsidenten Putin über diese harten Worte ohne Taten dürfte sich allerdings in Grenzen halten.

mma