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Spekulationen um Parteichef: Krise der Fünf-Sterne-Bewegung in Italien verschärft sich

Kurzes Hoch, tiefer Fall: Die italienische Fünf-Sterne-Bewegung rutscht immer tiefer in die Krise - und von mehr als 30 auf unter 10 Prozent. Bleibt Luigi Di Maio Parteichef und hält die Regierungskoalition?

Luigi Di Maio

Um Luigi Di Maio, Italiens Außenminister und Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, gibt es Rücktrittsgerüchte. Foto: Fabio Cimaglia/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Kurz vor einer wichtigen Regionalwahl in Italien verschärft sich die Krise der mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung. Parteichef Luigi di Maio stehe kurz vor einem «Schritt zur Seite» an der Spitze der Protestbewegung, berichteten italienische Medien am Mittwoch.

Der 33-Jährige wolle aber weiter Außenminister bleiben. Am Mittwoch wolle er Sterne-Minister treffen und eventuell seinen Rücktritt ankündigen. Di Maio steht seit Wochen unter Druck. Er selbst äußerte sich nicht zu den Berichten.

Di Maio ist seit 2017 an der Spitze der populistischen Bewegung, die bei der letzten Parlamentswahl noch mehr als 32 Prozent eingefahren hatte. Jedoch ist die Partei seitdem im Sinkflug. Bei der Europawahl kam sie auf nur noch auf 17 Prozent, bei einigen Regionalwahlen sank sie sogar unter zehn Prozent.

Letzten Sommer ließ der Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, die Koalition mit den Sternen platzen. Seitdem regiert die Bewegung mit den Sozialdemokraten (PD). Die Koalition ist allerdings heillos zerstritten. Mehrere Parlamentarier haben die Sterne verlassen. In einigen Umfragen liegt die Partei bei nur noch um die 15 Prozent.

Am Sonntag wird unter anderem in der wichtigen Region Emilia-Romagna gewählt. Oppositionschef Salvini rechnet sich mit der Lega große Chancen aus, in roten Hochburgen zu gewinnen. Das wäre ein schwerer Schlag, der die Regierung in Rom ins Wanken bringen könnte.

dpa