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Bizarrer Totenkult: Sterben für Putin – wie Russlands Soldaten sich für den Ruhm des Kreml-Herren opfern

Russlands Soldaten lassen sich nicht gefangen nehmen. Wie die Vorbilder aus dem Zweiten Weltkrieg opfern sie sich – und ersparen es Putin, die bittere Wahrheit des Krieges einzugestehen. Statt Tränen und Leiden gibt es Heroismus und Orden.

Der Pomp des neuen Russlands.

Der Pomp des neuen Russlands.

Seit 2014 führt Russland einen Krieg in Syrien – mit Bomben, Hubschraubern, Cruise Missiles, thermobarischen Sprengköpfen und und und. Einerseits ist der Einsatz ein voller Erfolg aus Moskaus Sicht. Zu Beginn war Machthaber Assad in schwerer Bedrängnis – wenn auch nicht schon besiegt, wie manche seiner Gegner frohlockten – heute sitzt er fest im Sattel. Die USA mussten die Lektion lernen, dass der scheinbar so einfache Regime-Wechsel zu einem unkalkulierbaren Risiko wird, sobald Moskau dazwischenfunkt.

Zum Jubeln gibt es im Kreml jedoch keinen Grund. Eine auch nur irgendwie friedliche Lösung ist nicht in Sicht. Wie der 30-jährige Krieg schleppt sich der syrische Krieg von Jahr zu Jahr. Ist ein Gegner besiegt, erhebt sich der nächste.

Die Verluste des Kreml

Moskau muss auch Verluste hinnehmen. Verluste, die typisch für die geheimniskrämerische Welt Wladimir Putins geschickt verborgen werden. Sie werden nicht plump geleugnet, das würde nur die Angehörigen aufbringen - sie werden öffentlich einfach kaum thematisiert. In der Bevölkerung ist der Wiederaufstieg Russlands zur Weltmacht durchaus populär, Tote werden jedoch kritisch aufgenommen. Zu nahe ist die Erinnerung an den ersten Tschetschenienkrieg, in dem Tausende von jungen Soldaten mit ihren Leben für die Unfähigkeit der militärischen Führung unter Boris Jelzin bezahlen mussten. 

30.000 Menschen sollen den aufgebahrten Sarg besucht haben.

30.000 Menschen sollen den aufgebahrten Sarg besucht haben.

Nur bei spektakulären Todesfällen lüftet sich der Schleier. Als die Türkei eine russische Maschine abschoss und der zunächst überlebende Pilot vor laufender Kamera ermordet wurde, gab es nichts mehr zu vertuschen. Die russische Reaktion lässt sich mit alt-biblisch umschrieben: Rache und Vergeltung übte der Kreml an der Rebellengruppe.

Staatsmacht und Orthodoxie

Dem russischen Präsidenten kommt der Todesmut seiner Soldaten zu Hilfe. Als eine Gruppe von US-Matrosen im Jahr 2016 mit ihrem Boot von der iranischen Marine in iranischen Gewässern aufgebracht wurde, wurde ganz Amerika von den Bildern der nervlich sichtlich angegriffenen Soldaten gedemütigt.

So etwas blieb Putin bislang erspart. Seine Soldaten sterben nach Hollywood-Drehbuch, zumindest in der offiziellen Version. Bei den Kämpfen gegen den IS bei Palmyra wurde Alexander "Sasha" Prokhorenko von Islamisten umzingelt. In aussichtsloser Lage forderte der "russische Rambo" - so der Spitzname der britischen Presse – einen Artillerieschlag auf die eigene Position, um so die IS-Kämpfer zu töten und um zu verhindern, selbst in Gefangenschaft zu geraten. 

Ein Soldaten-Schicksal wie aus dem Helden-Handbuch der Stalin-Zeit. Im Oktober 2017 gerieten zwei russischen Söldner in Gefangenschaft. Schon äußerlich war zu sehen, dass Roman Zabolotny, 39, und Grigory Tsurkanu, 38, mit ihren Bärten und Haaren keine regulären Soldaten waren. Ob es sich um Freiwillige handelt oder ob Russland inzwischen auch wie die USA den Weg der "Private Contractors" geht, ist schwer zu beurteilen. In Gefangenschaft weigerten sich die beiden auf jeden Fall, dem orthodoxen Glauben und Mütterchen Russland abzuschwören und zum Islam zu konvertieren. Sie nahmen lieber den Tod in Kauf. Moskau revanchierte sich, wenige Tage nach der Tat tauchten Fotos der Leichen der beteiligten Rebellen im Internet auf - versehen mit dem Logo einer obskuren Kommando-Einheit.

Kampf in aussichtsloser Lage

Der neueste Held in Putins Pantheon ist der Pilot der russischen SU-25, Roman Filipov. Das Bodenkampfflugzeug wurde im Norden Syriens angeschossen. Zuerst wurde es von einer tragbaren Luftabwehrrakete getroffen, dann geriet es in das Feuer einer alten ZU-23. Dieser Flakpanzer – der entfernt an den Wirbelwind der ehemaligen deutschen Wehrmacht erinnert – wurde im Syrienkrieg reaktiviert, wenn er auch meist als Unterstützungswaffe gegen Bodenziele eingesetzt wird. 

Major Roman Filipov konnte sich mit dem Fallschirm retten. Innerhalb von 40 Minuten wäre ein syrisch-russisches Rettungsteam bei ihm gewesen, aber die Rebellen waren schneller. Zuerst wurde vermutet, sie hätten den Piloten gefangengenommen oder getötet. Doch verbreiteten die Rebellen, vielleicht unbedacht, eine andere Botschaft. Neben Videos von der Leiche des Piloten veröffentlichten sie Fotos von ihrer Beute. Darunter die Stetschkin APS Pistole von Filipov. Mit drei leer geschossenen Magazinen und nur noch wenigen Patronen. Für Russland der Beweis, dass sich der Pilot zuletzt mit seiner Pistole gewehrt hat.

Kurz darauf tauchte ein Video von seinem letzten Kampf auf. Der verletzte Pilot scheint in einem karstigen, hügeligen Gelände hinter einem Felsblock zu liegen. Man hört vereinzelt Schüsse, während sich seine Gegner nähern. Als sie ihn erreichen, hört man auf Russisch den Satz "Das ist für unsere Jungs" - dann sprengt Filipov sich und die Gegner, die bereits bei ihm sind, mit einer Granate in die Luft.

Russlands Heldenkult

Eine Tat, die sofort in den sozialen Medien gefeiert und mit den Heldengestalten des Großen Vaterländischen Krieges verglichen wurde. Wenige Tage nach seinem Tod verlieh Putin ihm den höchsten Orden – "Held der Russischen Föderation". Russlands Größe, das Zarentum, Traditionen der Stalin-Zeit und die reiche Symbolik der orthodoxen Kirche – denkt man logisch, schließlich sich diese Elemente gegenseitig aus. Doch der Putinismus braut aus ihnen eine starke Ideologie. 

Die Überführung der Leiche wurde mit dem ganzen neo-imperialen Pomp der russischen Armee zelebriert. Mehr als 30.000 Einwohner in seiner Heimatstadt Woronesch besuchten die Beerdigung. 

Der 34-jährige Filipov hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.