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Russland-Affäre: Trump wütet, während seine Fans und Gegner auf die ersten Festnahmen warten

Ein Jahr nach der US-Präsidentenwahl könnte es erste Festnahmen bei den Untersuchungen zur Russland-Affäre geben. So sei Donald Trumps Ex-Wahlkampfchef aufgefordert worden, sich den Behörden zu stellen. Der US-Präsident weist alle Vorwürfe zurück.

Rober Mueller, Sonderermittler in der Russland-Affäre, geht zu einem Meeting in Washington

Sonderermittler Robert Mueller (Mitte) hat offenbar die ersten Festnahmen in der Russland-Affäre veranlasst

Dieser Montag könnte für Anhänger und Gegner von Donald Trump ein historischer Tag werden. Nachdem am Freitag bekannt wurde, dass in der -Affäre die ersten Anklagen erhoben wurden, wird nun mit ersten Festnahmen gerechnet. Wen genau es erwischen wird und warum, deutet sich langsam an.

Worum es geht und wer zu den Betroffenen gehören könnte, lesen Sie in den folgenden Fragen und Antworten.

Was genau wird an diesem Montag passieren?

Schon vor der US-Präsidentschaftswahl und auch danach haben amerikanische Sicherheitskreise den Verdacht geäußert, dass Russland sich direkt in die Wahl eingemischt haben könnte. Zudem untersuchen die Bundesbehörden unter der Leitung von Sonderermittler Robert Mueller, ob es dabei eine Zusammenarbeit zwischen dem Wahlkampflager von und Moskau gegeben und ob sich der jetzige Präsident später der Rechtsbehinderung schuldig gemacht hat. Am Freitag hatten die US-Sender CNN und NBC berichtet, dass erste gerichtliche Anklagen beschlossen, die aber zunächst unter Verschluss gehalten wurden. Mit einer Veröffentlichung und polizeilichen Schritten sei wahrscheinlich Anfang der Woche zu rechnen, hieß es weiter.

Gegen wen wird ermittelt und wie lauten die Vorwürfe?

Die Ermittlungen haben sich im Laufe der Zeit vielfach verästelt und betreffen eine ganze Reihe von Personen. Und es geht auch längst nicht um die US-Wahl allein, sondern auch um die Untersuchung fragwürdiger Geschäfte und Geschäftspraktiken von ehemaligen Trump-Mitarbeitern, die nichts oder nur wenig mit dem Kern der Untersuchungen zu tun haben. Zu den Personen, die von US-Medien am ehesten als "Verdächtige" in Betracht kommen, zählen Paul Manafort und . Manafort soll laut der "New York Times" offiziell eine Vorladung erhalten haben, sich den Behörden zu stellen. Er war Trumps Wahlkampfchef, bis er im Sommer vergangenen Jahres zurücktreten musste. Er könnte unter anderem wegen seiner früheren Beratertätigkeit für die Ukraine und deren damaligen russlandfreundlichen Präsidenten sowie möglicher dubioser Finanzgeschäfte belangt werden. Bei Trumps Kurzzeit-Sicherheitsberater Michael Flynn könnte es neben seiner früheren Lobbytätigkeit zugunsten der Türkei auch  um Falschaussagen zu Gesprächen mit einem Moskauer Vertreter über Russland-Sanktionen gehen. 


Werden die Untersuchungen noch weitergehen?

Vermutlich. Rechtsexperten äußern die Vermutung, dass die ersten Anklagen eher Nebenaspekte betreffen könnten. Ermittlungen werden mit den möglichen Festnahmen daher noch nicht abgeschlossen sein. Medienberichten zufolge interessiert sich der Sonderermittler auch für die Umstände, die zur Entlassung von Flynn sowie des früheren FBI-Chefs James Comey führten. Trump selber gab danach in einem Interview zu, dass Comeys damalige Ermittlungen in der Russland-Affäre bei der Entlassung eine Rolle spielten. Daraus ist auch der Verdacht einer möglichen Rechtsbehinderung durch den Präsidenten erwachsen. Flynn hatte nach nur 22 Tagen im Amt seinen Posten verloren. In die Affäre könnte zudem Trumps ältester Sohn, Donald Trump Junior, involviert sein. Er hatte sich während des Wahlkampfs mit einer russischen Anwältin getroffen, die dem Trump-Team belastendes Material über Konkurrentin Hillary Clinton angeboten haben soll. An dem Treffen nahmen auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Paul Manafort teil.

Wie reagiert Donald Trump auf die anstehenden Festnahmen?

Wie bei zahllosen Gelegenheiten in der Vergangenheit, wies der US-Präsident die Vorwürfe einer Zusammenarbeit seines Lagers mit Russland als eine reine Erfindung der Demokratischen Partei zurück, die damit "böse" politische Zwecke verfolgten. Auch solle mit dem derzeitigen "Russland-Gerede" von den Plänen der Republikaner für eine "historische" Steuerreform abgelenkt werden, twitterte Trump. Sein Anwalt Ty Cobb erklärte, die Tweets hätten nichts mit den "Aktivitäten des Sonderermittlers" Mueller zu tun, mit dem Trump weiter kooperiere. 

nik/DPA/AFP