Die türkische Polizei ist unter dem Einsatz von Tränengas in die Zentrale der größten Oppositionspartei CHP der Türkei eingedrungen, wo sich der abgesetzte Vorsitzende Özgür Özel verschanzt hat. Sie durchbrach dabei Barrikaden, wie auf Bildern des Senders Halk TV zu sehen war.
Auch Gummigeschosse seien verschossen worden. Die Situation war zunächst unübersichtlich. Özel kündigte an, das Gebäude weiter nicht zu verlassen.
Das Gouverneursamt von Ankara hatte zuvor die Räumung angeordnet und erklärt, damit werde das Gerichtsurteil umgesetzt, das den ehemaligen Parteichef Kemal Kilicdaroglu vorläufig als Parteichef reinstallierte.
Ein Gericht in Ankara hatte den Parteitag 2023, auf dem Özel zum CHP-Vorsitzenden gewählt worden war, wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt und Özel abgesetzt. An seiner Stelle setzte das Gericht vorläufig Özels umstrittenen Vorgänger Kilicdaroglu ein.
EU kritisierte Urteil aus der Türkei
Die EU hatte die Gerichtsentscheidung und andere Maßnahmen gegen Oppositionspolitiker scharf kritisiert, der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sich besorgt, auch mit Blick auf die angestrebte EU-Mitgliedschaft des Landes.