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Reaktionen auf Russlands Eskalation EU verurteilt Annektierungen, Selenskyj unterzeichnet Antrag auf beschleunigten Nato-Beitritt

Sehen Sie im Video: EU verurteilt Annektierungen, Selenskyj unterzeichnet Antrag auf beschleunigten Nato-Beitritt.




Nach der Verkündung der Annektierung ukrainischer Gebiete durch den russischen Präsidenten Putin hat die Ukraine einen beschleunigten Beitritt zum Verteidigungsbündnis Nato beantragt. Ein Video vom Kiewer Präsidialamt zeigte am Freitag die Unterzeichnung des Antrags durch Präsident Selenskyj. Außerdem so der Präsident, sei Kiew bereit zu Verhandlungen mit Russland, nicht aber mit dem derzeitigen russischen Präsidenten Wladimir Putin. Selenskyj beschuldigte den Kreml, Grenzen neu zu ziehen, "indem er Mord, Erpressung, Misshandlung und Lügen" einsetzte. Ein weiteres Video zeigt den Präsidenten bei Beratungen mit den Spitzen des ukrainischen Militärs. Offiziellen Angaben zufolge ging es dabei um militärische Pläne zur Befreiung russisch-besetzter Gebiete. Nach der Verkündung des Kremls mehrten sich am Nachmittag die internationalen Reaktionen auf den Schritt, so auch der EU. Der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, sagte, die Union werde Annektierung niemals anerkennen. "Diese Annexion folgt auf Scheinreferenden. Dies ist eine gefährliche und unverantwortliche Eskalation. Sie dient dazu, die nukleare Bedrohung gegen den Rest der Welt zu verstärken. Die Europäische Union lehnt diese illegalen Annexionen unmissverständlich ab und verurteilt sie, und sie wird sie niemals anerkennen, so wie sie auch die Annexion der Krim im Jahr 2014 nicht anerkannt hat." Ähnlich äußerte sich der niederländische Regierungschef Mark Rutte. "Und um es ganz klar zu sagen: Die Niederlande werden diese Annexion niemals akzeptieren, genauso wenig wie die Annexion der Krim. Die Welt wird nicht akzeptieren, dass Putin anerkannte Grenzen mit einem Federstrich verschiebt. Wir werden weiterhin auf jede erdenkliche Weise Druck auf Russland ausüben, um Putins Kriegsmaschinerie zu stoppen. Deshalb unterstützen die Niederlande ein neues Sanktionspaket, an dem jetzt intensiv gearbeitet wird, und wir helfen der Ukraine weiterhin unter anderem mit Waffen und humanitärer Hilfe." Während einer Zeremonie im Kreml hatte Putin am Freitag die Annektierung der vier ukrainischen Gebiete verkündet und entsprechende Dokumente unterzeichnet. Er beruft sich dabei auf von Russland durchgeführte sogenannte Referenden in den betroffenen Regionen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will eine Resolution vorlegen, um diesen Abstimmungen als "Scheinreferenden" zu verurteilen. Der Kreml feierte die Annektierung am Freitag mit einem Konzert auf dem Roten Platz.
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Aus Sicht des Kreml gelten die Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja nun als russisches Territorium. Die EU werde das nie akzeptieren, so EU-Ratspräsident Charles Michel. Auch Kiew zeigte Reaktionen auf den Schritt des Kreml.

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