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Krieg in der Ukraine Ukraine dementiert Meldungen zu "Geist von Kiew" – Scholz kritisiert Forderungen nach Verteidigung ohne Waffen

Bundeskanzler Olaf Scholz verteidigt Deutschlands Waffen-Strategie
Olaf Scholz' oberstes Ziel in der Ukraine-Politik lautet: auf keinen Fall Kriegs-Partei werden
© John Macdougall / AFP
Bundesregierung unterstützt Planungen für Öl-Embargo gegen Russland +++ Russische Kampfflugzeuge und Drohnen abgeschossen +++ Alle Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im stern-Ticker.  

Inhaltsverzeichnis

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Die Meldungen zum Krieg in der Ukraine am Sonntag, 1. Mai:

21.41 Uhr: Ukraine meldet acht getötete Zivilisten bei Angriffen im Osten des Landes

Bei russischen Angriffen im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Behördenangaben acht Zivilisten getötet worden. In der Stadt Lyman in der Region Donezk seien vier Zivilisten durch russischen Beschuss getötet und elf weitere verletzt worden, erklärte Regionalgouverneur Pawlo Kyrylenko am Sonntag im Online-Dienst Telegram. Ein weiterer Mensch sei in einem nahegelegenen Ort tödlich verletzt worden. Drei weitere Menschen wurden bei Angriffen auf Wohngebiete in und um die Stadt Charkiw getötet, wie Regionalgouverneur Oleg Synegubow am Telegram berichtete. Acht weitere Zivilisten wurden demnach verletzt.

20.42 Uhr: Kuleba – Deutschland muss bei Neuausrichtung von Ostpolitik in Europa vorangehen

Bei der Neuausrichtung der europäischen Politik gegenüber Russland wünscht sich die ukrainische Regierung eine "Führungsrolle" Deutschlands. "Gerade in Fragen der Ostpolitik" solle Deutschland in Europa vorangehen, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Als zentrale Themen nannte er dabei Waffenlieferungen, Sanktionen gegen Russland und die Gewährung des EU-Kandidatenstatus für sein Land.

19.35 Uhr: EU bereitet laut Diplomaten Öl-Embargo gegen Russland vor

Ein europäischer Importstopp für russisches Öl rückt offenbar näher: Wie am Sonntag aus Diplomatenkreisen verlautete, bereitet die EU-Kommission derzeit ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland vor, das auch ein Einfuhrverbot für russisches Öl vorsehen soll. Ermöglicht wird der Importstopp demnach durch eine politische Kehrtwende Deutschlands, das einem Öl-Embargo bislang skeptisch gegenübergestanden hatte. Der neue Sanktionstext könnte den Mitgliedstaaten bereits am Mittwoch vorgelegt werden, hieß es aus den Diplomatenkreisen. Um noch skeptische Mitgliedstaaten zu überzeugen, ist demnach eine schrittweise Umsetzung des Importstopps vorgesehen. So soll den EU-Mitgliedstaaten sechs bis acht Monate Zeit gegeben werden, ihre Bezugsquellen für Öl zu diversifizieren. 

18.59 Uhr: Etwa hundert Menschen aus Stahlwerk in Mariupol evakuiert

Nach mehreren gescheiterten Evakuierungsversuchen haben am Wochenende erstmals dutzende Zivilisten das heftig umkämpfte Asow-Stahlwerk im südukrainischen Mariupol verlassen können. Etwa hundert Menschen waren am Sonntag auf dem Weg nach Saporischschja, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Twitter schrieb. Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, dankte der Ukraine bei einem unangekündigten Besuch in Kiew für ihren "Kampf für Freiheit". "Die Evakuierung von Zivilisten von Asow-Stahl hat begonnen", schrieb Selenskyj. Die erste Gruppe von etwa hundert Menschen werde am Montag im 220 Kilometer entfernten Saporischschja empfangen. 

18 Uhr: Ukraine dementiert Meldungen zu "Geist von Kiew": Kein Einzelpilot

Die Ukraine hat die Meldungen dementiert, dass der "Geist von Kiew" abgeschossen worden sei. So wurde ein ukrainischer Kampfpilot genannt, der 40 russische Maschinen abgeschossen haben soll. Diese Informationen seien "inkorrekt", teilte die ukrainische Luftwaffe auf Twitter mit. "Der Geist von Kiew ist am Leben, er verkörpert den gemeinsamen Geist der hochqualifizierten Luftwaffe, die erfolgreich Kiew und die Region verteidigt", heißt es dort. Am Wochenende hatte unter anderem die Londoner "Times" berichtet, dass ein ukrainischer Pilot bereits am 13. März abgeschossen worden sei und es sich dabei um eben jenen "Geist" handeln sollte. Doch laut den Behörden geht diese Legende auf keinen einzelnen Piloten zurück, der demnach auch nicht abgeschossen worden sein kann.

16.38 Uhr: Gouverneur: Russisches Militärobjekt in Grenzgebiet zu Ukraine brennt

Im Westen Russlands ist unweit der Grenze zur Ukraine eine militärische Einrichtung in Brand geraten. Das Feuer sei im Gebiet Belgorod "auf dem Gebiet eines Objekts des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation" ausgebrochen, schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow im Nachrichtendienst Telegram. Ein Anwohner sei verletzt worden. Informationen über Schäden lägen noch nicht vor. Um was für eine Art Militärobjekt es sich genau handeln soll, sagte Gladkow nicht. Auch die Brandursache war zunächst unklar. 

14.46 Uhr: Scholz hält Forderung nach Verteidigung gegen Putin ohne Waffen "aus der Zeit gefallen"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei der Mai-Kundgebung in Düsseldorf Deutschlands Solidarität mit der Ukraine betont. "Wir sind solidarisch mit den Bürgerinnen und Bürgerinnen der Ukraine, die ihr eigenes Land verteidigen", sagte Scholz in seiner Rede bei der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Er forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf: "Lassen Sie die Waffen schweigen, ziehen Sie Ihre Truppen zurück!" Es sei nicht akzeptabel, in Geschichtsbüchern nachzuschauen, wo früher Grenzen waren und dann gewaltsam zu versuchen, diese zu verschieben. "Wir werden nicht zulassen, dass hier mit Gewalt Grenzen verschoben und ein Territorium erobert wird." Das sei Imperialismus, sagte Scholz, der ankündigte, die Ukraine weiter zu unterstützen, "auch dass sie sich verteidigen kann mit Waffenlieferungen." Er respektiere jeden Pazifismus und jede Haltung, sagte Scholz, aber einem Ukrainer müsse es zynisch vorkommen, "wenn gesagt wird, er solle sich gegen die Putin'sche Invasion ohne Waffen verteidigen. Das ist aus der Zeit gefallen."

14.09 Uhr: Erste Evakuierungsaktion von Zivilisten aus Stahlwerk in Mariupol

Erstmals hat eine größere Gruppe Zivilisten in einer Evakuierungsaktion das schwer umkämpfte Asow-Stahlwerk im südukrainischen Mariupol verlassen können. Das russische Verteidigungsministerium sprach von insgesamt 46 Menschen in zwei Gruppen, die in Sicherheit gebracht worden seien. Auf ukrainischer Seite war nur von 20 Menschen die Rede. Das Moskauer Ministerium erklärte, am Asow-Stahlwerk seien ein "Waffenstillstand" verhängt und ein "humanitärer Korridor" eingerichtet worden. Am Samstagnachmittag seien dann zunächst 25 Bewohner der an das Werk angrenzenden Wohngebäude in Sicherheit gebracht worden. Später hätten weitere 21 Menschen das Gelände verlassen, "die nach Besimenne gebracht wurden". Die Ortschaft liegt auf halbem Weg zwischen Mariupol und der russischen Grenze. 

13.42 Uhr: Russische Eisenbahnbrücke nahe Grenze zu Ukraine teils eingestürzt

Im westrussischen Gebiet Kursk nahe der Grenze zur Ukraine ist eine Eisenbahnbrücke teilweise eingestürzt. Derzeit ermittelten Spezialisten die Ursache, schrieb Gouverneur Roman Starowoit im Nachrichtenkanal Telegram. Es sei niemand verletzt worden. Der Kreis Sudscha, in dem die Brücke die gleichnamige Stadt mit dem Ort Sosnowy Bor verbindet, grenzt an das nordostukrainische Gebiet Sumy, aus dem sich die russischen Streitkräfte zurückgezogen hatten. Ob es einen Zusammenhang mit dem Krieg im Nachbarland gibt, war zunächst unklar. Zuletzt hatte Russland der Ukraine wiederholt Angriffe auf sein Territorium vorgeworfen. Im Gebiet Kursk gilt erhöhte Warnstufe wegen "Terrorgefahr".

13.15 Uhr: Scholz befürchtet weltweite Hungerkrise durch Ukraine-Krieg

Durch den Ukraine-Krieg droht nach den Worten von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine weltweite Hungerkrise. "Dieser Krieg wird Folgen haben, Folgen auf der ganzen Welt", sagte Scholz am Sonntag bei einer DGB-Kundgebung zum Tag der Arbeit in Düsseldorf. "Jetzt schon müssen wir uns Sorgen machen, dass es welche gibt, die hungern werden, dass es Länder gibt, die sich kein Getreide für ihre Bevölkerung mehr leisten können. Dass diese ganze Kriegssituation auch noch zu einer weltweiten Hungerkrise führt." Scholz bezog sich damit darauf, dass die Ukraine, eine der großen Kornkammern der Welt, in ihren Exportmöglichkeiten durch den Krieg massiv eingeschränkt ist. Er versicherte: "Wir werden diese armen Länder nicht alleine lassen, wir werden sie unterstützen."

12.24 Uhr: Russland bestätigt neue Angriffe auf Ost- und Südukraine

Russland hat erneute Angriffe auf den Osten und den Süden des Nachbarlands Ukraine bestätigt. Im Gebiet Saporischschja seien Flugabwehrraketensysteme vom Typ S-300 zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in Moskau. Im Gebiet Charkiw seien zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Die ukrainische Seite wiederum sprach von mehreren Verletzten infolge der russischen Angriffe auf Charkiw. Konaschenkow bestätigte zudem einen Angriff auf einen Flugplatz der Schwarzmeer-Metropole Odessa. Mit Raketen sei die Landebahn zerstört worden sowie ein Hangar, in dem aus den USA und Europa gelieferte Waffen gelagert gewesen seien. Die Ukraine hatte bereits am Samstag mitgeteilt, dass die Russen von der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim aus einen Flugplatz in Odessa beschossen.

12 Uhr: Duma-Chef spricht von Beschlagnahmung von Vermögen von Unternehmen "feindlicher" Länder

Russland erwägt nach eigenen Angaben die Beschlagnahmung von Vermögen von Unternehmen aus "feindlichen" Ländern. Dies sei eine mögliche Reaktion auf die US-Ankündigung, beschlagnahmtes Vermögen russischer Oligarchen der Ukraine zukommen zu lassen, schrieb am Sonntag Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin im Onlinedienst Telegram. Das durch den möglichen Verkauf des Vermögens eingenommene Geld solle der Entwicklung Russlands zugute kommen.

US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstag angekündigt, beschlagnahmtes Vermögen russischer Oligarchen der Ukraine zukommen lassen zu wollen. Das Geld solle an die Ukraine überwiesen werden, um "das von Russland verursachte Leid" und die verursachten Schäden teilweise wiedergutzumachen.

Mit dieser Ankündigung hätten die USA "einen gefährlichen Präzedenzfall geschaffen, der als Bumerang auf die USA zurückkehren könnte", erklärte nun Wolodin. Es sei "fair, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und Vermögen zu beschlagnahmen". Dabei gehe es um "auf russischem Territorium ansässige Unternehmen, deren Eigentümer Staatsbürger feindlicher Länder sind", in denen die Entscheidung zur Beschlagnahmung getroffen wurden. Wolodin beschuldigte "eine bestimmte Zahl an feindlichen Ländern - Litauen, Polen und selbst die USA" des "puren Diebstahls".

11.04 Uhr: Pelosi verspricht Selenskyj in Kiew Unterstützung "bis der Kampf beendet ist"

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat unangekündigt Kiew besucht und dort mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen. Sie wolle den Ukrainern "für ihren Kampf für die Freiheit" danken, sagte Pelosi laut einem von der ukrainischen Präsidentschaft am Sonntag veröffentlichten Video. "Wir versprechen, für Sie da zu sein, bis der Kampf beendet ist."

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses bekräftigte in einer Erklärung zudem, "dass weitere US-Hilfe auf dem Weg" sei. Es werde in Washington gerade daran gearbeitet, die von Präsident Joe Biden beim Kongress beantragte zusätzliche Unterstützung von 33 Milliarden Dollar (rund 31 Milliarden Euro) für die Ukraine im Krieg gegen Russland umzusetzen.

9.28 Uhr: Ukrainischer Außenminister bittet China um Sicherheitsgarantien

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat China in einem am Samstag in dortigen Staatsmedien veröffentlichten Interview um Schutzgarantien gebeten und Russland scharf kritisiert. "Die Ukraine prüft derzeit die Möglichkeit, Sicherheitsgarantien von ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats, einschließlich China, und anderen Großmächten zu erhalten", sagte Kuleba der Nachrichtenagentur Xinhua. "Dies ist ein Zeichen unseres Respekts und Vertrauens in die Volksrepublik China."

Peking hatte der Ukraine bereits in 2013 zugesagt, ihr beizustehen, sollte sie angegriffen oder mit Atomwaffen bedroht werden. Seit Russlands Invasion zeigte sich die chinesische Führung in der Frage aber ausweichend. Danach gefragte verwies ein Sprecher des Außenministeriums im vergangenen Monat lediglich auf "inhaltliche Beschränkungen" und "bestimmte Bedingungen", die sich aus einer Resolution der Vereinten Nationen für nicht atomar bewaffnete Staaten ergeben würden.

8.20 Uhr: Ukraines Botschafter: "Für Putin ist Deutschland längst Kriegspartei"

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, fordert modernste deutsche Waffen für den Abwehrkampf der Ukraine gegen die russische Armee. Die von der Bundesregierung diese Woche zugesagten Gepard-Panzer seien schon 40 Jahre alt, sagte er der "Bild am Sonntag". Doch um Russland zu besiegen, "brauchen wir modernste deutsche Waffen". Konkret nannte er die zügige Ausfuhr von 88 Leopard-Panzern, 100 Marder-Panzern, Panzerhaubitzen "und vielem mehr".

Die Politik von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bezeichnete Melnyk als träge. "Olaf Scholz macht es wohl wie Angela Merkel: Erst mal abwarten, zuschauen und irgendwann später entscheiden - oder auch nicht. Was fehlt, sind Fantasie und Mut." Viele Deutsche würden sich einen tatkräftigen Kanzler wünschen, sagte er. "Die Politik der ruhigen Hand ist Geschichte."

Die Befürchtung, durch Waffenlieferungen zur Kriegspartei zu werden, bezeichnete Melnyk als völligen Quatsch: "Für Putin ist Deutschland längst Kriegspartei. Wer eine Ausweitung seines Kriegs verhindern möchte, muss uns jetzt helfen, Putin in die Schranken zu weisen."

4.40 Uhr: Bundesregierung unterstützt Planungen für Öl-Embargo gegen Russland

Die Bundesregierung unterstützt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur europäische Planungen für ein Einfuhrverbot für russisches Öl. Berlin habe sich in den jüngsten Vorgesprächen zu einem sechsten Sanktionspaket klar für die Einführung eines Embargos ausgesprochen, erfuhr die Agentur am Wochenende von EU-Diplomaten in Brüssel. Ein entsprechender Beschluss der Europäischen Union sei damit deutlich wahrscheinlicher geworden.

2.32 Uhr: Russische Kampfflugzeuge und Drohnen abgeschossen

Ukrainische Truppen haben am Samstag nach eigenen Angaben zwei russische Kampfflugzeuge und mehrere Drohnen abgeschossen. Die Flugzeuge vom Typ Su-25 sowie vier der sieben abgeschossenen Drohnen seien im Osten der Ukrainegetroffen worden, teilten die Luftwaffe und die Armee in der Nacht zu Sonntag auf Facebook mit.

Weiterhin seien auf der von Russland kontrollierten Schlangeninsel im Schwarzen Meer drei Flugabwehrpanzer, das Flugabwehrsystem Strela-10 sowie ein Funkwagen zerstört worden, teilte das Einsatzkommando "Süd" auf Facebook mit.

Die Meldungen zum Krieg in der Ukraine am Samstag, 30. April:

21.42 Uhr: Angelina Jolie zu Überraschungsbesuch in Lwiw

Hollywood-Schauspielerinund UNHCR-Sonderbotschafterin Angelina Jolie hat der westukrainischen Stadt Lwiw einen Überraschungsbesuch abgestattet. "Für uns alle war dieser Besuch eine Überraschung", schrieb Regionalgouverneur Maxim Kosyzki im Online-Dienst Telegram zu Fotos und Videos, die die Schauspielerin beim Spielen mit Kindern und beim Posieren mit freiwilligen Helfern zeigen.

Laut Kosyzki besuchte Jolie in einem Krankenhaus Kinder, die beim Raketenangriff auf den Bahnhof von Kramatorsk verletzt worden waren. Zudem habe sie sich mit Freiwilligen unterhalten, die psychologische Hilfe für aus anderen Landesteilen nach Lwiw geflüchtete Menschen leisteten. Später wurde die Schauspielerin noch in einem Café der Stadt gesichtet. "Ich trinke Kaffee und sehe Angelina Jolie in Lwiw!" schrieb die überraschte Lwiwerin Maya Pidhorezka zu einem Video, das sie auf Facebook veröffentlichte.

21.13 Uhr: Russisches Aufklärungsflugzeug verletzt schwedischen Luftraum

Ein russisches Aufklärungsflugzeug ist unerlaubt in den schwedischen Luftraum eingedrungen. Die Propellermaschine vom Typ AN-30 habe am Freitagabend zeitweise den schwedischen Luftraum verletzt, erklärte der Generalstab der schwedischen Armee. Dabei sei sie von schwedischer Seite beobachtet und fotografiert worden.

20.53 Uhr: 20 Zivilisten verlassen Asow-Stahlwerk für Evakuierung

Nach ukrainischen Angaben haben 20 Zivilisten am Samstag das heftig umkämpfte Asow-Stahlwerk in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol verlassen, um in Sicherheit gebracht zu werden. Die Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, seien zu einem vereinbarten Ort gebracht worden, "und wir hoffen, dass sie nach Saporischschja in von der Ukraine kontrolliertes Gebiet gebracht werden," erklärte der stellvertretende Kommandeur des Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar, in einem auf Telegram veröffentlichten Video.

20.07 Uhr: Landebahn von Flughafen in Odessa laut Gouverneur durch Raketen zerstört

Ein russischer Raketenangriff hat ukrainischen Angaben zufolge die Landebahn des Flughafens in der Hafenstadt Odessa zerstört. Die Russen hätten die südukrainische Metropole von der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim aus angegriffen, teilte der Gouverneur des Gebiets Odessa, Maxym Martschenko, im Nachrichtendienst Telegram mit. Zum Einsatz seien dabei Raketen des Küstenverteidigungssystems "Bastion" gekommen. Verletzte habe es keine gegeben. Russland hatte das Nachbarland Ukraine am 24. Februar angegriffen. Der zivile Flugverkehr in der Ukraine wurde daraufhin komplett eingestellt. Bis dahin war die Touristenstadt Odessa auch aus dem Ausland angeflogen worden - etwa aus Berlin.

19.10 Uhr: Ukraine: Russland hat Hunderttausende Tonnen Getreide geraubt

Kiew hat die Menge des angeblich durch Russland in den besetzten Gebieten der Süd- und Ostukraine geraubten Getreides grob beziffert. "Heute haben wir schon mehrere bestätigte Fakten, dass insgesamt einige Hunderttausend Tonnen aus den Gebieten Saporischschja, Cherson, Donezk und Luhansk abtransportiert wurden", sagte der ukrainische Vize-Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj am Samstag im ukrainischen Fernsehen. Insgesamt seien für Aussaat sowie für die Produktion von Lebensmitteln in den genannten Gebieten 1,5 Millionen Tonnen Getreide eingelagert gewesen. Bereits am Freitag hatte das Außenministerium in Kiew Russland den Raub von Getreide in den besetzten ukrainischen Gebieten vorgeworfen. Seit Beginn des Kriegs vor mehr als zwei Monaten haben russische Truppen nach und nach weite Teile im Süden und Osten des Nachbarlandes besetzt.

18.36 Uhr: Kiew: 14 Ukrainer bei Gefangenenaustausch mit Russland freigekommen

Bei einem erneuten Gefangenenaustausch mit Russland sind Angaben aus Kiew zufolge 14 Ukrainer freigekommen. Es handele sich um sieben Zivilisten und sieben Soldaten, teilte die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Samstag mit. Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Wereschtschuk zufolge sollen sich insgesamt rund 1000 ukrainische Zivilisten und 700 Militärangehörige in russischer Gefangenschaft befinden. Die Ukraine habe ihrerseits ebenfalls rund 700 russische Soldaten als Kriegsgefangene genommen. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen das Nachbarland am 24. Februar hatten Moskau und Kiew bereits mehrfach Gefangene ausgetauscht.

17.22 Uhr: Russischer Gouverneur wirft Ukraine Beschuss von Grenzübergang vor

Die Ukraine soll nach russischer Darstellung die grenznahe russische Region Kursk mit Granaten attackiert haben. Am Samstagnachmittag sei ein Grenzübergang in der Ortschaft Krupez mit Granaten angegriffen worden, teilte der Gouverneur der westrussischen Region, Roman Starowojt, mit. Russische Grenzsoldaten hätten das Feuer erwidert und den Beschuss so gestoppt. Verletzt worden sei niemand. Bereits am Freitag hatte Starowojt erklärt, seine Region sei von ukrainischem Gebiet aus beschossen worden. Die Darstellungen waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar. Eine offizielle Reaktion aus Kiew gab es nicht.

16.35 Uhr: Grüne stimmen für Waffenlieferungen an die Ukraine

Die Grünen unterstützen deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine zur Verteidigung gegen Russland, lehnen das 2-Prozent-Ziel der Nato aber ab. "Als Regierungspartei übernehmen wir Verantwortung und stehen in konsequenter Solidarität mit der Ukraine", heißt es in einem am Samstag beim kleinen Parteitag in Düsseldorf beschlossenen Antrag. "Wir warnen den Kreml vor dem Einsatz jeglicher Massenvernichtungswaffen und treten mit aller Entschlossenheit der Aggression des russischen Regimes entgegen."

16 Uhr: Frankreich will Militärhilfe für Ukraine ausbauen

Frankreich will seine militärische und humanitäre Hilfe für die Ukraine weiter verstärken. Das sagte Staatschef Emmanuel Macron dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat zu, wie der Elysée-Palast mitteilte. Demnach unterstrich der vor einer Woche wiedergewählte Macron, dass er sich in seiner zweiten Amtszeit für "die Wiederherstellung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine" einsetzen wolle. Selenskyj dankte Macron den Angaben zufolge für die "großangelegten" französischen Lieferungen, die "zum ukrainischen Widerstand" gegen die russischen Invasionstruppen beitrügen. 

14.54 Uhr: Kiew: Drei weitere Leichen mit gefesselten Hände nahe Butscha entdeckt

In der Nähe des Kiewer Vororts Butscha sind nach Polizeiangaben weitere drei Leichen mit gefesselten Händen entdeckt worden. Die Leichen der drei Männer seien in einer Grube des Dorfs Myrozke gefunden worden, teilte der Polizeichef der ukrainischen Hauptstadt, Andrij Nebytow, mit. Sie wiesen demnach Schussverletzungen an verschiedenen Körperteilen auf. Die Augen der drei Männer waren laut Nebytow verbunden, auch seien "einige" geknebelt gewesen. Die Leichen tragen nach Angaben des Polizeichefs die Spuren von langer Folter. Jeder der Männer sei schließlich mit einem Schuss in die Schläfe getötet worden. "Nach den bisherigen Erkenntnissen haben die Besatzer versucht, die Spuren ihrer Gewalttaten zu verbergen", erklärte Nebytow. Deshalb hätten sie die Leichen in eine Grube geworfen und mit Erde bedeckt.

14.15 Uhr: Mehr als 390.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland

In Deutschland sind inzwischen mehr als 390.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine angekommen. Wie das Bundesinnenministerium bei Twitter mitteilte, stellte die Bundespolizei seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar die Ankunft von 392.600 Flüchtlingen aus der Ukraine fest. Bei ihnen handelt es sich demnach vor allem um Frauen, Kinder und alte Menschen. Die genaue Zahl der Kriegsflüchtlinge, die hierzulande Zuflucht gesucht haben, ist jedoch nicht bekannt, denn in der Regel gibt es keine stationären Kontrollen an den EU-Binnengrenzen, und Ukrainer können für 90 Tage ohne Visum einreisen. 

13.29 Uhr: Russland verstärkt Angriffe auf zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw

Die russische Armee hat ihre Offensive im Osten und Süden der Ukraine mit unverminderter Härte fortgesetzt und dabei ihre Angriffe insbesondere auf die Großstadt Charkiw konzentriert. Bei nächtlichem Artilleriebeschuss wurden in der zweitgrößten Stadt der Ukraine ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt, wie die regionale Militärverwaltung im Onlinedienst Telegram mitteilte. Eine von ukrainischer Seite angekündigte Evakuierungsaktion von Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk in Mariupol fand nicht statt. "Die Lage in der Region Charkiw ist schwierig", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Fernsehansprache. "Aber unser Militär und unser Geheimdienst haben wichtige taktische Erfolge erzielt." Die ukrainischen Streitkräfte eroberten nach eigenen Angaben nördlich von Charkiw das "strategisch wichtige" Dorf Ruska Losowa zurück. Dem Verteidigungsministerium in Kiew zufolge brachten die Soldaten mehr als 600 Einwohner in Sicherheit.

12.51: "Geist von Kiew": Ukrainischer Kampfpilot soll abgeschossen worden sein 

Der mysteriöse ukrainische Kampfpilot, der als "Geist von Kiew" bekannt wurde, soll abgeschossen worden sein. Das berichtet die britische "Times" unter Berufung auf nicht näher genannte ukrainische Quellen. Dem Bericht zufolge handelte es sich bei dem Kampfflieger um den 29-jährigen Major Stepan Tarabalka. Er sei am 13. März abgeschossen worden, als er gegen "überwältigende" feindliche Streitkräfte kämpfte. Bis zu diesem Zeitpunkt soll er 40 russische Flugzeuge abgeschossen haben.

12.18 Uhr: Söder fordert von Altkanzler Schröder Verzicht auf Privilegien

CSU-Chef Markus Söder hat Altkanzler Gerhard Schröder aufgefordert, selbst aus der SPD auszutreten und außerdem auf seine Privilegien als ehemaliger Regierungschef zu verzichten. Söder nannte es auf einem kleinen CSU-Parteitag in Würzburg "eine Schande für unser Land", wie Schröder sich im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine verhalte: "Es schadet uns in der ganzen Welt, nicht nur der SPD."

Die SPD hat den von 1998 bis 2005 regierenden Bundeskanzler bereits zum Parteiaustritt aufgefordert. Schröder die ihm bisher zustehende staatliche Unterstützung zu entziehen, forderte wie Söder auch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP).

11.10 Uhr: Russisches Militär: Mehr als 380 Militärobjekte in Ukraine getroffen

Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei neuen Angriffen mit Raketen und Artillerie Hunderte Militärobjekte in der Ukraine getroffen. Die Luftwaffe habe in der Nacht vier Munitionslager und ein Kraftstoffdepot im Osten zerstört, teilte das Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit. Bei Angriffen seien auch 120 ukrainische Kämpfer "vernichtet" worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Durch Artillerie seien in der Nacht insgesamt 389 weitere Militärobjekte getroffen worden, darunter zahlreiche Stellungen der ukrainischen Truppen. Die russische Luftabwehr habe 18 Drohnen abgeschossen. Der Generalmajor listete auf, dass bisher mehr als 2600 ukrainische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, rund 650 Drohnen sowie 142 Flugzeuge und 112 Hubschrauber außer Gefecht gesetzt worden seien. Überprüfbar von unabhängiger Seite waren diese Angaben nicht.

10.16 Uhr: Ukrainisches Militär spricht von erfolglosen russischen Angriffe im Osten

Der ukrainische Generalstab hat in seinem Lagebericht zum Kriegsverlauf neue russische Angriffe mit Schwerpunkt im Osten der Ukraine aufgeführt. Es gebe für Russland aber keine Erfolge, heißt es darin. "Die Gefechte gehen weiter." In der Nähe der Stadt Isjum in der Region Charkiw ziehe Russland weiter seine Truppen zusammen für Angriffe. Es gebe an mehreren Stellen Versuche der russischen Streitkräfte, ins Landesinnere vorzustoßen. Allerdings würden die Attacken abgewehrt.

4.59 Uhr: Lawrow poltert gegen Westen und Nato 

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat in der Nacht in zwei Interviews gegen die Nato gehetzt. Er warf dem Militärbündnis nach Angaben der russischer Agenturen vom frühen Samstagmorgen in einem Interview mit der chinesischen Agentur Xinhua vor, das Ende der "Spezialoperation" durch politische Vereinbarungen und Waffenlieferungen zu verhindern.

In einem Interview mit dem arabischsprachigen Sender Al-Arabija sagte Lawrow außerdem, dass Russland die Routen kenne, über die der Westen Waffen an die Ukraine liefern wolle. Die gelieferten Waffen sollten nun zum Ziel der von offizieller russischer Seite so bezeichneten "Spezialoperation" werden, "sobald sie das Territorium der Ukraine erreichen".

3 Uhr: Selenskyi sorgt für Irritationen mit Angaben zu Massengrab 

Selenskyj hat in einem Interview von einem neuen Massengrab mit 900 Toten im Kiewer Gebiet gesprochen. Sein Sprecher und die Polizei dementierten. "Zum Stand 29. April sind insgesamt 1187 Leichen von Opfern der russischen Armee im Gebiet Kiew entdeckt worden, wahrscheinlich meinte der Präsident diese Gesamtziffer, als er von über 900 sprach", hieß es in einem Kommentar der Polizei des Gebiets Kiew. Auch Präsidentensprecher Serhij Nykyforow betonte in der Onlinezeitung "Ukrajinska Prawda", dass der Präsident die Gesamtzahl gemeint habe.

ivi DPA AFP

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