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Höhe Militärpräsenz: Zehntausende Soldaten am Golf: Sind die USA auf dem Weg in einen Krieg gegen den Iran?

Stürzt der USA-Iran-Konflikt die Golfregion in einen Krieg? Zuletzt hat der Beschuss zweier Tanker die Lage noch bedrohlicher gemacht. Schon jetzt befindet sich reichlich US-Militär in der Region. 

Video: Tanker-Vorfall: Maas warnt vor Eskalation in der Golfregion

Mit den Angriffen auf zwei Tanker vor der Küste des Iran hat sich die Lage in der Golfregion weiter verschärft. Die USA machen Teheran für die Attacken verantwortlich, das hat Präsident Denonald Trump in einem TV-Interview nochmal betont. Bisher legen sie aber keine Beweise vor. Schon seit Anfang Mai warnt Washington vor einer erhöhten Bedrohung durch die Islamische Republik und verstärkte seine Truppen in der Region. International hat das Vorgehen der USA Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts ausgelöst.

Die Weltmacht ist in der Nachbarschaft des Iran bereits mit zahlreichen Armee-, Marine- und Luftwaffenstützpunkten präsent. Auf seinen wichtigsten Basen in Bahrain, Katar, Kuwait und den Emiraten hat Washington dauerhaft zehntausende Soldaten sowie dutzende Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe stationiert. Die Golfmonarchien schätzen die Präsenz ihres Verbündeten, doch der Iran kritisiert sie als Ausdruck des Imperialismus der USA.

Ein Überblick über die US-Militärpräsenz:

Verstärkung

Unter Verweis auf eine Bedrohung durch den Iran und pro-iranische Milizen hat Washington sein Militär in der Golfregion seit Anfang Mai massiv verstärkt. So verlegte das Pentagon den sonst in den USA stationierten Flugzeugträger "Abraham Lincoln" mit Begleitschiffen in den Persischen Golf. Zudem wurden das Kriegsschiff "Arlington" für amphibische Angriffe, mehrere B-52 Langstreckenbomber und eine Patriot-Flugabwehrbatterie in die Region geschickt.

Golfregion

Im Golfemirat Bahrain haben die USA ihre Fünfte Flotte stationiert. Sie ist unter anderem für den Persischen Golf, den Golf von Oman und das Rote Meer zuständig. Zudem sind jeweils mehrere tausend US-Soldaten auf Stützpunkten in Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert. Das US-Militär fliegt seit Jahren Drohnenangriffe im Jemen und unterstützt dort Saudi-Arabien und die Emirate im Kampf gegen die Huthi-Rebellen.

Irak

Im Rahmen der internationalen Operation "Inherent Resolve" gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind im Irak mehr als 5000 US-Soldaten im Einsatz. Auch nach dem Sieg über die Miliz Ende 2017 unterstützen sie das irakische Militär. Ihre Präsenz ist im Irak umstritten, wo die Erinnerung an die US-Besatzung nach der Invasion 2003 noch frisch ist. Besonders die pro-iranischen Parteien dringen auf den Abzug der US-Truppen.

Syrien

In dem Bürgerkriegsland sind rund 2000 US-Soldaten im Einsatz, um das kurdisch-arabische Bündnis Syrische Demokratische Kräfte (SDF) im Kampf gegen den IS zu unterstützen. Im Dezember ordnete Trump den sofortigen Abzug aller Truppen an, da die IS-Miliz besiegt sei. Ende Februar erklärte der Präsident jedoch, rund 200 Soldaten in Syrien zu belassen. Zuvor war kritisiert worden, dass ein Abzug dem Iran in die Hände spielen würde.

dho / Ulrich von Schwerin / AFP / DPA