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Über 300 Kilo Drogen in Truck: Röntgenstrahlen statt Grenzzaun: Warum ein Rekord-Drogenfund Donald Trump Lügen straft

US-Grenzbeamten ist ein echter Fang ins Netz gegangen: Sie konnten in einer Grenzstadt zu Mexiko Drogen im Wert von 4,6 Millionen Dollar beschlagnahmen. Trump gehen dadurch Argumente für eine Grenzmauer flöten.

Grenzbeamter in Arizona

Synthetische Drogen in Millionenwert haben Zollbeamte an der Grenze von Mexiko zum US-Staat Arizona aus dem Verkehr gezogen

DPA

Eigentlich sollte dieser Rekordfund Wasser auf den Mühlen von Donald Trump sein. Die US-Grenzschutzbehörde fischte am Wochenende Drogen im Wert von 4,6 Millionen Dollar ab. Mitten in der Grenzstadt Nogales zu Mexiko ging ihnen der Fang ins Netz. Doch dieser Coup steht einmal mehr im Widerspruch zu Trumps Behauptung, 90 Prozent aller Drogen werde mitten in der Wüste abseits der Grenzorte umgeschlagen. Wahrscheinlich deshalb bricht er auf Twitter nicht in Triumphgeheul aus. Er ringt sich aber zu einem Glückwunsch an die Grenzbeamten durch. Die hätten wie einen großartigen Job gemacht.

Die Schmuggler hatten die Ware in einem doppelten Boden eines Sattelschleppers versteckt: 127 Kilogramm Fentanyl sowie knapp 200 Kilogramm Methamphetamin, mit einem geschätzten Gesamtwert von 4,6 Millionen US-Dollar lagerten in dem Geheimfach. "Das ist der größte Fund von Fentanyl in der Geschichte der CBP", sagte der Leiter des US-Zolls in Nogales, Michael Humphries. Vermutlich hat bislang auch keine andere US-Behörde auf einen Schlag mehr Fentanyl entdeckt. Das Opioid ist 80- bis 100-Mal stärker als Morphium. Schon ein Viertel Gramm kann tödlich wirken.

Röntgen-Scanner überwachen die Übergänge

Die Nachricht über diesen Fang platzte am Donnerstag mitten in die Verhandlungen über die Mauer zu Mexiko. Sie ist eines der zentralen Wahlkampfversprechen Trumps. Doch die Demokraten blockieren mit ihrer Mehrheit im Repräsentantenhaus die veranschlagte Investition von 5,7 Milliarden Dollar. Der US-Präsident hat den Bau immer damit gerechtfertigt nur die Mauer könne den Drogenschmuggel zwischen Zentralamerika und den USA kappen.

Allerdings halten Experten das für groben Unfug. Die Drogen werden meist über die offiziellen Grenzstationen in Autos oder Lastwagen geschmuggelt, versteckt etwa in geheimen Fächern oder zwischen legaler Ware. Das war auch bei dem Rekord-Fentanyl-Fund in Arizona der Fall. Nach Angaben der Behörden wurde zunächst durch eine "nicht-invasive" Inspektion - gemeint sind in der Regel riesige Röntgen-Scanner - der geheime Hohlraum im Sattelschlepper entdeckt. Dann schlugen bei einer näheren Untersuchung Drogenhunde an.

Donald Trump ging bisher auf keinen Vorschlag ein

Trump selber bleibt bisher stur. Die CBP konnte ihn nicht umstimmen, dass im Jahr 2018 90 Prozent des Heroins und Kokains aus Mexiko in den Grenzstädten umgeschlagen wird, so die Webseite USA Today. Auf den Vorschlag der Demokraten, 8 Millionen Dollar in weiteres Grenzpersonal zu investieren und mit weiteren 225 Millionen Dollar die Überwachungssysteme hochzurüsten, ging er nie ein.

Belege, dass seine eigenen Beamten mit ihrer Einschätzung Recht haben, hätte Trump auch im Prozess gegen den Drogenbaron El Chapo finden können. Der war einst Chef des mexikanischen Sinaloa-Kartells. Laut CNN gestanden seine Komplizen bereits, dass sie die Drogen immer über die Grenzstädte eingeschleust hätten. Vorzugsweise in Autos, Trucks oder Zügen. Die offene Grenze im Niemandsland hätte sie immer gemieden.

sos/mit AFP / AFP