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US-Wahlkampf: Ex-Spion: "Russland unterstützt Trump seit Jahren" - wird er sogar erpresst?

Wenige Tage vor der US-Wahl werden Vorwürfe gegen das Team von Donald Trump und Russland bekannt. Russland, so ein früherer Spion, würde den Präsidentschaftskandidaten seit Jahren systematisch aufbauen, um den Westen zu spalten.

Donald Trump auf Wahlkampftour in Pennsylvania

Donald Trump auf Wahlkampftour in Pennsylvania: Der republikanische Kandidat weiß nichts von irgendwelchen Verbindungen nach Russland

Als Donald Trump Ende Juli auf einer Pressekonferenz Russland aufforderte, die 30.000 von Hillary Clinton gelöschten E-Mails zu finden, war die Aufregung groß. Vermutlich meinte er seine Bitte um Wahlkampfhilfe aus Moskau ironisch und provokativ, doch das Wahlkampfteam der Konkurrentin wetterte erbost, dies sei das erste Mal, dass ein Präsidentschaftskandidat einer Regierung aktiv zur Spionage bei einem politischen Gegner aufrufe. Nun meldet sich ein westlicher, ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter zu Wort und behauptet, dass der Kreml Donald Trump bereits unterstützt - unter anderem mit illegal beschafften Informationen. Sollte das stimmen, würden viele Äußerungen Trumps plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen.

"Kreml und Trump-Team tauschen Informationen aus"

Dem US-Magazin "Mother Jones" sagte der namentlich nicht genannte Agenten-Veteran, dass Russland den Republikaner mit Memos unter anderem aus dem Clinton-Lager versorge. "Es gibt einen regelmäßigen Informationsaustausch zwischen Trumps Wahlkampfteam und dem Kreml zum Nutzen beider Seiten", so der Ex-Spion. Die Person war laut "Mother Jones" jahrelang als Experte für Gegenspionage und Russland zuständig und arbeitet mittlerweile für eine Firma, die Unternehmen mit Informationen aus und über Russland versorgt. Aus eigenem Antrieb heraus habe sich der Geheimdienstler nach eigener Aussage vor einigen Monaten an das FBI gewandt, um die US-Bundespolizei auf diese "ungewöhnliche Situation" aufmerksam zu machen.

Die Berichte, die der Mann an das FBI geschrieben hat, liegen "Mother Jones" vor. Darin behaupte er unter anderem, dass die russische Regierung Donald Trump seit mindestens fünf Jahren "aufbaut, unterstützt und assistiert". Ziel sei es, die westliche Allianz zu spalten. Angeblich läge den Russen auch kompromittierendes Material gegen den Präsidentschaftsbewerber vor, mit denen er regelrecht erpresst werde. Um was es sich dabei genau handelt, wird nicht weiter erwähnt. Nach Veröffentlichung des "Mother-Jones"-Beitrags kocht auf Twitter die Gerüchteküche hoch. Danach soll der Kreml im Besitz von Videos sein, die Trump auf einer Sex-Orgie zeigten.

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Donald Trump und seine Begeisterung für Putin

Die rätselhaften Beziehungen Trumps zu Russland waren im US-Wahlkampf immer wieder ein Thema. Im August trennte sich der Republikaner von seinem Wahlkampfmanager Paul Manafort, nachdem bekannt geworden war, dass der als Berater des prorussischen Ex-Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, möglicherweise Schwarzgeld kassiert hatte. Wenig später forderte der Fraktionschef der US-Demokraten, Harry Reid, das FBI auf, die "Beziehungen zwischen der russischen Regierung und Trumps Wahlkampfteam" zu untersuchen. Außerdem soll auch ein außenpolitischer Berater Trumps mit Russland finanziell verbunden sein. Und auch die Spuren der E-Mail-Attacken auf Hillary Clintons Demokratische Partei führen nach Russland. Der Kandidat selbst war während des Wahlkampfs immer wieder mit Putin-freundlichen Äußerungen angeeckt.

Ob das FBI den nun bekanntgewordenen Vorwürfen gegen das Trump-Team und Moskau nachgeht, ist unklar. "Mother Jones" zitiert die Bundespolizei mit den Worten, dass man sich grundsätzlich nicht über Ermittlungen öffentlich äußere. Nach Aussage des Ex-Spions aber habe das FBI Interesse an dem Vorgang gezeigt und weitere Beweise angefordert, was durchaus auf Ermittlungen hindeute. Der Geschäftsmann weist die Behauptungen des früheren Geheimdienstlers zurück: "Ich weiß davon nichts und ich habe auch nichts mit Russland zu tun", sagte Trump in einem Interview mit dem Sender CBS Miami.




nik