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Am Tag vor Treffen mit Merkel: Putin lässt überraschend Assad einfliegen - und nennt Merkel so seinen Preis

In Sotschi sorgte Wladimir Putin für eine große Überraschung. Eigentlich hält er sich in der Stadt am Schwarzen Meer auf, um sich mit Angela Merkel zu treffen. Am Donnerstag stand aber plötzlich Baschar al Assad auf der Matte. Mit einer eindeutigen Botschaft.

Wladimir Putin empfing und Baschar al Assad in Putins Sommerresidenz in Sotschi

Wladimir Putin (l.) empfing überrasend Baschar al Assad in seiner Sommerresidenz in Sotschi

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"Eine Zukunft auf Dauer mit dem Schlächter Assad, der Blut an seinen Händen hat, wird es nicht geben", verkündete Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag lautstark. Da ist Wladimir Putin aber offenbar anderer Meinung. Fast zeitgleich empfing Russlands Präsident in seiner Sommerresidenz in Sotschi den syrischen Machthaber. Ohne Vorankündigung ließ er ihn einfliegen - ausgerechnet einen Tag vor dem Treffen mit . Ein Zufall? Natürlich nicht.

Der überraschende Besuch macht deutlich: Ein Syrien ohne Baschar al Assad wird es so bald nicht geben. hält an seinem Verbündeten fest. Und längst musste auch der Westen einsehen, dass es eine Lösung in Syrien ohne Russland nicht geben wird. Auch Berlin hat Russlands Unterstützung für Assads Truppen mehrfach verurteilt. Aber einen Weg an Russland vorbei hat man bislang auch hier nicht gefunden.

Wladimir Putin macht deutlich: Sein Schützling bleibt an der Macht 

Genau deswegen fliegt Merkel am Freitag nach . Es stehen viele internationale Krisen auf dem Tagesplan. Die Bundesregierung knüpft große Hoffnungen an dieses Treffen. Berlin hofft, in Russland einen Verbündeten für das Aufrechterhalten des Atomabkommens mit dem Iran zu finden. Die deutsche Wirtschaft hofft, dass Merkel noch die russischen Sanktionen abwenden kann, die Moskau denjenigen Firmen androht, die sich an die US-Sanktionen halten. Außerdem hätte man gern Garantien, dass russisches Erdgas außer über die neue Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 auch weiter durch die Ukraine transportiert wird.

Den möglichen Preis für all das hat Putin mit dem Besuch Assads genannt: Sein Schützling bleibt weiter an der Macht. Zusammen feierten sie in Sotschi die jüngsten militärischen Erfolge Assads. Die Rückeroberungen von Rebellengebieten in seien wichtige Schritte, "um die gesetzmäßige Staatsmacht wiederherzustellen", sagte Putin. Nach den "Erfolgen der syrischen Regierungsarmee im Kampf gegen die terroristischen Gruppen" sei die Lage nun "günstig für die Wiederaufnahme des politischen Prozesses in großem Umfang" - und für den Abzug ausländischer Truppen. 

Da ist er wieder: der Preis. 

Wladimir Putin fuhr in einem orangenen Lastwagen der kultigen russischen Marke Kamaz über die Krim-Brücke