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Zentrale Themen auf dem Tisch Trump und Biden treffen in erster TV-Debatte aufeinander

US-Präsident Trump
Aktuell erhitzen Berichte über die Finanzen von Donald Trump die Gemüter. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa
© dpa-infocom GmbH
TV-Debatten gehören auch in der Internet-Ära zu den Höhepunkten im US-Wahlkampf. Vor dem ersten Treffen stellte Amtsinhaber Donald Trump seinen Gegenkandidaten Joe Biden als schwach und nicht besonders intelligent dar. Das könnte sich rächen.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf ist die Zeit der mit Spannung erwarteten TV-Debatten gekommen. Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden treffen am Dienstag (3.00 Uhr MESZ am Mittwoch) in der Stadt Cleveland aufeinander.

Die sechs Themen wurden bereits vor einer Woche festgelegt. Der Bericht der «New York Times» über die Finanzen von Donald Trump, der aktuell die Gemüter erhitzt, dürfte es also eher auf Umwegen in das rund 90-minütige TV-Duell schaffen.

Allerdings könnte zumindest ein Thema Biden Gelegenheit bieten, Trump nach niedrigen Steuerzahlungen und angeblichen Schulden von 421 Millionen Dollar (etwa 360 Millionen Euro) zu fragen: die persönliche Bilanz der Kandidaten. Weiterer aktueller Punkt: die Neubesetzung am Obersten Gericht. Trump hat die konservative Juristin Amy Coney Barrett als Nachfolgerin der verstorbenen Liberalen-Ikone Ruth Bader Ginsburg nominiert. Biden fordert, dass erst der Sieger der Präsidentenwahl am 3. November den Posten besetzen soll.

Moderiert wird die Debatte vom Fernsehjournalisten Chris Wallace. Der 72-Jährige steht aktuell für den Trump-freundlichen Sender Fox News vor der Kamera, war aber zuvor lange bei NBC und ABC im Einsatz. Sein Ziel sei, so «unsichtbar wie möglich zu sein», sagte Wallace am Sonntag. Er wolle die Kandidaten dazu bringen, über die zentralen Themen zu diskutieren - «damit die Leute zuhause ein Gefühl dafür bekommen, warum sie für einen von ihnen stimmen wollen».

Weitere Themen sind die Corona-Krise, die Sicherheit der Wahlen, die Lage der US-Wirtschaft und die Ausschreitungen in Städten am Rande von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Ihre Botschaften dazu haben beide Kandidaten in den vergangenen Wochen bereits oft verbreitet. Spannender dürfte werden, wie beide in dem TV-Duell miteinander umgehen. Trump nannte Biden oft «schläfriger Joe». Er behauptete, dass der 77-Jährige schon zu besten Zeiten nicht besonders schlau gewesen sei und sorgte für Lacher bei seinen Fans mit dem Spruch: «Er weiß gar nicht, dass er lebendig ist.»

Doch nach Medienberichten vermuten einige in Trumps Wahlkampfteam, dass der 74-jährige Präsident seinem Gegenspieler damit einen Gefallen getan hat. Er legte die Planke so tief, dass Biden die Trump-Anhänger schon mit minimalen Anstrengungen übertreffen kann. Trump ruderte in den vergangenen Tagen zurück: Biden sei ein Profi, das seit Jahrzehnten in Debatten erprobt sei («Im Senat tun sie nichts anderes.») Er dagegen habe eher wenig Erfahrung mit so etwas.

Bei einer Art Fernduell vor zwei Wochen - Fragestunden, bei denen sich die Kandidaten Fragen von Wählern stellten - machte Biden eine solidere Figur. Er legte mehr Empathie an den Tag und ging konkreter auf die einzelnen Fragen ein - während Trump über weite Abschnitte seine bekannten Positionen abspulte. Seine größere Stärke in den Duellen mit Hillary Clinton vor vier Jahren war allerdings auch eher die Kunst, einen frechen schlagfertigen Kommentar einzuwerfen.

Wie intensiv sich die Kandidaten auf die Debatte vorbereiten, blieb unklar. Die Website «The Hill» berichtete, dass Biden Wortgefechte mit seinem früheren Stabschef Ron Klain in der Rolle Trumps durchspiele. Trump ließ durchblicken, dass er eher allgemein über Antworten zu den Themen mit seinen Beratern spreche.

Den einen oder anderen verbalen Schlagabtausch gab es auch schon in den Tagen vor dem Duell. «Er weiß nicht, wie man über Fakten debattiert, er ist nicht so smart», sagte Biden über Trump. Der Präsident forderte mehrfach einen Medikamententest der Kandidaten - weil Bidens Verhalten angeblich auf leistungssteigernde Substanzen hinweise. Eine Wahlkampfmanagerin von Biden stichelte schließlich zurück: «Wenn der Präsident denkt, dass er seine Argumente am besten mit Urin vorbringen kann, braucht er sich keinen Zwang anzutun.»

dpa

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