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Nach langem Streit: Burkaverbot in den Niederlanden: Welche Orte sind betroffen?

Burkas und Schleier sind ab heute in den Niederlanden teilweise verboten. Der Streit um die Vollverschleierung hielt lange Zeit an. Welche Orte sind vom Verbot betroffen?

Frau mit Burka

Eine Frau trägt bei einer Demonstration gegen das Verbot einer Vollverschleierung einen Nikab. Nach einer heftigen Debatte von mehr als zehn Jahren ist ab Donnerstag 1. August «gesichtsbedeckende» Kleidung in den Niederlanden teilweise verboten. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern, Ämtern oder auch dem öffentlichen Nahverkehr drohen verschleierten Frauen Zugangsverbote und Geldstrafen. Doch die Kommunen lehnen sich auf.

DPA

Der Streit um die Vollverschleierung in der Niederlande dauerte ganze 14 Jahre. Nun gibt es ein Ergebnis. Ab heute tritt das Burkaverbot in Kraft. In öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Krankenhäusern, Ämtern und auch öffentlichen Verkehsrmitteln darf ab sofort keine "gesichtsbedeckende" Kleidung mehr getragen werden. 

Das Innenministerium mahnte Kommunen und zuständige Stellen, das Verbot auch durchzusetzen. Sicherheitsbeamte sollen verschleierte Frauen zunächst auffordern, ihr Gesicht zu zeigen. Wenn sie sich weigern, kann ihnen der Zugang zu öffentlichen Gebäuden untersagt werden und es drohen Geldstrafen von mindestens 150 Euro. Das Verbot gilt auch für andere Gesichtsbedeckungen wie Integralhelme oder Sturmhauben. Allerdings ist unklar, ob das Verbot tatsächlich auch durchgesetzt wird. Mehrere Städte sowie Krankenhäuser, öffentlicher Nahverkehr und auch die Polizei kündigten an, dass sie sich nicht daran halten würden.

Frankreich war erstes Land mit Burkaverbot

Als erstes Land Europas hatte Frankreich 2011 die Vollverschleierung verboten. Mehrere Länder folgten. In Deutschland dagegen gibt es bislang nur vereinzelt und beschränkte Verbote zum Beispiel für den öffentlichen Dienst in Hessen. In Dänemark ist das Vollverschleierungsverbot seit genau einem Jahr in Kraft. Bisher wurde nach Angaben der Behörden in 39 Fällen ein Bußgeld zwischen umgerechnet 134 und 1340 Euro verhängt, darunter gegen 22 Frauen, die Burka oder Nikab trugen.

Viele halten die Vollverschleierung für ein Symbol der Unterdrückung von Frauen im Islam. Kritiker aber sehen in dem Verbot einen Verstoß gegen die Religionsfreiheit. In den Niederlanden gibt es schätzungsweise 150 Frauen, die regelmäßig die Burka oder den islamischen Schleier Nikab tragen.

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel forderte auch in Deutschland ein Burkaverbot. "Schon aus Gründen der Sicherheit ist es wichtig, dass ein menschliches Gesicht in der Öffentlichkeit erkennbar ist", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Zudem zeichne es die deutsche Gesellschaft aus, dass Männer und Frauen auf Augenhöhe kommunizierten. Religiöse Vollverschleierung stehe dem entgegen. "Hier wird eine Apartheid zwischen Männern und Frauen demonstriert." Die Frau werde degradiert.

deb / DPA
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