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"Bundes-Notbremse" Diese Regionen müssten Ausgangssperren verhängen und Schulen schließen

Polizei überwacht Ausgangssperre in Hannover; Karte mit Coronavirus-Inzidenzwerten in Deutschland
Ein Großteil der Regionen in Deutschland müsste nach der "Bundes-Notbremse" Ausgangssperren zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus verhämgen (Bild von Anfang April aus Hannover)
© Moritz Frankenberg / DPA
Eine ganze Reihe von Kreisen und kreisfreien Städten muss mit Inkrafttreten der sogenannten Bundes-Notbremse strengere Infektionsschutzmaßnahmen ergreifen. Welche Regionen betroffen wären, sehen Sie auf unseren interaktiven Karten.

Der Bundestag hat sie beschlossen, der Bundesrat ließ sie passieren und nun hat auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Unterschrift daruntergesetzt: Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes kann in Kürze in Kraft treten und damit auch die sogenannte Bundes-Notbremse. Mit ihrer Hilfe soll die dritte Welle der Coronavirus-Pandemie in Deutschland gebrochen werden.

Zwar gilt es als sicher, dass das Infektionsschutzgesetz in der jetzigen Fassung noch beim Bundesverfassungsgericht auf den Tisch kommt. Doch ob es in Karlsruhe ganz oder in Teilen gestoppt wird oder nicht: Vorerst wird die "Bundes-Notbremse" gelten – und das Leben in Deutschland verändern (was genau die neuen Regeln vorsehen, lesen Sie hier).

Ein Blick auf die aktuelle Pandemielage zeigt, dass ein Großteil der 401 Kreise und kreisfreien Städte strengere Infektionsschutzmaßnahmen umsetzen müsste.

"Bundes-Notbremse": Hier würden Ausgangssperren und Co. gelten

Einige Beispiele: In weiten Teilen des Landes liegt der Wert von Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen einer Woche (Sieben-Tage-Inzidenz) über 100. Hier müssten nach der Infektionsschutzgesetz-Novelle nächtliche Ausgangssperrenvon 22 bis 5 Uhr morgens greifen. In einigen Regionen gibt es sie sogar schon (zum Teil sogar strenger), andere müssten handeln, sobald das Gesetz in Kraft getreten ist.

Hinweis: Wenn die Grafiken nicht korrekt dargestellt werden, klicken Sie bitte hier.

Der Schwellenwert von 100 gilt auch für weitere Infektionsschutzmaßnahmen, unter anderem wären Treffen nur noch zwischen einem Haushalt und maximal einer weiteren Person über 14 Jahre erlaubt. Läden dürften Kunden nur noch empfangen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben.

Beim Überschreiten der Sieben-Tage-Inzidenz von 150 dürften Geschäfte, die nicht dem täglichen Bedarf dienen, nur noch bestellte Waren zur Abholung verkaufen (sogenanntes Click & Collect). Auch von dieser Regelung wären weite Teile des Landes betroffen.

Viele Schülerinnen und Schüler müssten sich nun vorerst wieder auf Home Schooling einstellen, wie ein Blick auf die Karte zeigt. Denn bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 oder mehr müsste der Präsenzunterricht wieder gestoppt werden. Ausnahmen für Abschlussklassen sollen möglich bleiben.

Anmerkung der Redaktion: Die Karten stellen lediglich eine Momentaufnahme zur Orientierung dar. Maßgeblich für das Greifen der "Bundes-Notbremsen"-Regeln ist das Überschreiten des jeweiligen Schwellenwertes an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Rot dargestellte Kreise und kreisfreie Städte überschreiten den jeweiligen Wert, weiße liegen darunter. Klicken Sie auf eine Region, um mehr Informationen zu bekommen. Die "Bundes-Notbremse" ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

Quellen: Robert-Koch-Institut, Nachrichtenagentur DPA


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