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Absage an Laien-Entscheidungen: Scharfe Vatikan-Kritik am Reformprozess deutscher Katholiken

Die katholische Kirche in Deutschland steuert auf einen Konflikt mit dem Papst zu. Streitpunkt ist der geplante Reformprozess unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals. Dazu hat sich der Vatikan jetzt unmissverständlich geäußert.

Deutsche Katholiken

Zwei Frauen der Initiative Maria 2.0 werben vor dem Freiburger Münster für «Weiheämter auch für Frauen». Foto: Patrick Seeger

Der Vatikan hat den geplanten Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland scharf kritisiert. Die deutsche Teilkirche könne nicht über Themen wie die Position der Frauen entscheiden, weil diese die ganze Weltkirche beträfen, heißt es in einem Gutachten des «Päpstlichen Rats der Gesetzestexte».

Es wurde der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) vom Präfekten der Bischofskongregation, Marc Ouellet, übermittelt und von der DBK am Freitag im Internet veröffentlicht.

Sehr kritisch sieht der Päpstliche Rat auch die Beteiligung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) an dem Reformprozess. Im ZdK sind die sogenannten Laien - also die ganz normalen Gläubigen - vertreten. Der Päpstliche Rat betonte jedoch, die katholische Kirche sei «nicht (...) demokratisch strukturiert». Entscheidungen würden letztlich von den Bischöfen getroffen.

Bei dem Reformprozess, dem - wie es offiziell heißt - «synodalen Weg», geht es um den Umgang der Kirche mit Macht, um die kirchliche Sexualmoral, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Position von Frauen in der Kirche. Den Anstoß dafür gab der Missbrauchsskandal, der das Vertrauen in die Kirche schwer erschüttert hat.

Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, wies in einer Reaktion darauf hin, dass sich der Päpstliche Rat auf einen Satzungsentwurf beziehe, der nicht mehr aktuell sei. Die aktuelle Fassung enthalte einige der kritisierten Punkte nicht mehr. Wie verlautet, soll in wichtigen Fragen allein das Votum der Bischöfe ausschlaggebend sein.

ZdK-Präsident Thomas Sternberg betonte am Freitag, man werde den «synodalen Weg» gemeinsam mit den Bischöfen fortsetzen. An diesem Freitag und Samstag findet in Fulda eine Vorbereitungskonferenz unter Beteiligung des ZdK statt.

dpa